Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Umstrittener Entwicklungsdienstleister Opel-Partner Segula will Hunderte Stellen streichen

Neuer Ärger in Rüsselsheim: 300 Mitarbeiter beim französischen Entwicklungsdienstleister und Opel-Partner Segula müssen um ihre Jobs bangen.
18.08.2020 - 12:05 Uhr Kommentieren
Mehrere Mitarbeiter hatten 2018 gegen den Wechsel zu Segula protestiert. Quelle: dpa
Proteste bei Opel

Mehrere Mitarbeiter hatten 2018 gegen den Wechsel zu Segula protestiert.

(Foto: dpa)

München Egal ob bei Daimler, Bosch oder Continental: Im ganzen Autosektor gebe es „Kürzungen, Reduktionen und Arbeitsplatzabbau“, erklärte Segula-Deutschlandchef Martin Lange seinen Mitarbeitern am Montagabend in einer internen Videobotschaft. „Und leider geht dieser Kelch auch an uns nicht vorüber“, ergänzte der Manager in seiner gut achtminütigen Ansprache, die das Handelsblatt einsehen konnte.

Laut Lange gibt es für etwa 300 Mitarbeiter der derzeit 1100 Beschäftigten keine Arbeit. „Und wir sehen auch nicht, dass sich das kurzfristig bessern wird“, betonte der Manager. Es fehle an Aufträgen, die Auslastung werde längerfristig niedrig bleiben. Die Folge: Ein Personalabbau sei unvermeidbar.

Wie viele Stellen genau der französische Entwicklungsdienstleister in Deutschland streichen wolle, sei allerdings noch offen, erklärte eine Unternehmenssprecherin. Segula wolle erst mit Betriebsrat und Gewerkschaft verhandeln. Die Sozialpartner seien Anfang der Woche informiert worden.

Für das Unternehmen aus Nanterre bei Paris ist der Stellenabbau ein herber Rückschlag. In den vergangenen Jahren sind die Franzosen rasant gewachsen, aus einem Mittelständler wurde ein Konzern mit mehr als 12.000 Mitarbeitern in über 30 Ländern. Doch ausgerechnet in Deutschland, dem Autostandort schlechthin, war Segula kaum präsent. Das sollte sich 2019 ändern.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Vor fast genau einem Jahr schloss der Konzern eine strategische Partnerschaft mit dem hessischen Autobauer Opel ab. Segula übernahm dabei große Teile des Opel-Entwicklungszentrums in Rüsselsheim. Doch die Allianz stand von Anfang an vor Problemen.
    Aufgrund des erbitterten Widerstands des Opel-Betriebsrats wechselten letztlich nur 700 statt der ursprünglich avisierten 2000 Ingenieure und Fachkräfte von Opel zu Segula. Doch auch mit dezimierter Truppe verfolgte Segula weiter große Ambitionen und wollte in Deutschland zum Generalentwickler für Fahrzeuge aufsteigen.

    Umsatz weit unter Plan

    2020 kalkulierte Segula mit Erlösen von 126 Millionen Euro. Doch die Coronakrise macht der Firma einen Strich durch die Rechnung. „Wir werden das Jahr eher in der Größenordnung Richtung 90 Millionen Euro abschließen, also deutlich unter unserem Plan“, erklärte Segula-Manager Lange in seiner Videobotschaft. Im ersten Quartal habe alles noch gut ausgesehen, aber im April hätte Opel dann die Auslastung bei Segula merklich reduziert. Die Franzosen reagierten zunächst mit Kurzarbeit. Doch das reicht nicht. Jetzt folgt der Abbau von voraussichtlich Hunderten Stellen.

    Ob auch die Jobs der 700 ehemaligen Opel-Mitarbeiter wackeln, ist derzeit aber unklar. Eine Unternehmenssprecherin wollte sich dazu nicht konkret äußern und verwies auf die bevorstehenden Verhandlungen mit den Sozialpartnern. Dabei hatte Segula den Ex-Opelanern eigentlich bei ihrem Wechsel vor einem Jahr einen Kündigungsschutz bis 2023 zugesagt.

    Viele Gewerkschafter hatten allerdings stets die Sorge, dass die ausgelagerten Opelaner bei einer Auffanggesellschaft ohne echte Perspektive landen. Zwei Gutachten im Auftrag des Opel-Betriebsrats waren zudem zu dem Schluss gekommen, dass die Jobs bei Segula trotz einer Mitgift von Opel in Höhe von 300 Millionen Euro wohl nicht sicher wären.

    Segula-Deutschland-Statthalter Lange will dagegen weiterhin das Gegenteil beweisen. Es gebe derzeit keinerlei Liquiditätsprobleme. „Wir können unseren Verpflichtungen wie erfordert nachkommen“, erklärte der Manager. „Auch die Gruppe ist trotz der Coronakrise gut und solide aufgestellt.“ Es gebe keine akute Gefahr, was den Bestand des Unternehmens angehe.

    Mehr: Dudenhöffer: Verluste der Autobauer zeigen „verdeckte Probleme“

    Startseite
    Mehr zu: Umstrittener Entwicklungsdienstleister - Opel-Partner Segula will Hunderte Stellen streichen
    0 Kommentare zu "Umstrittener Entwicklungsdienstleister: Opel-Partner Segula will Hunderte Stellen streichen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%