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Unkrautvernichter Bayer verschafft sich im Glyphosat-Streit mehr Zeit

Zwei bisher für Januar angesetzte Prozesse werden verschoben. Das ist ein klares Zeichen, dass Bayer mit Hochdruck an einem Vergleich arbeitet.
06.12.2019 - 17:23 Uhr Kommentieren
Vor allem die mittlerweile 42.700 Klagen um das angeblich krebserregenden Mittel, das bei Monsanto entwickelt wurde, drohen extrem teuer zu werden. Quelle: dpa
Unkrautvernichter Roundup

Vor allem die mittlerweile 42.700 Klagen um das angeblich krebserregenden Mittel, das bei Monsanto entwickelt wurde, drohen extrem teuer zu werden.

(Foto: dpa)

New York Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat sich mehr Luft für seine Verhandlungen über einen außergerichtlichen Vergleich im Glyphosat-Streit in den USA geschaffen. Wie Bayer am Freitag bestätigte, werden zwei weitere Prozesse um das Unkrautvernichtungsmittel Roundup vertagt.

Es geht um zwei Prozesse in Kalifornien, deren Auftakt Mitte Januar in den Gerichtskalendern stand. Bereits zuvor hat Bayer im Einvernehmen mit den Klägern mehrere Prozesse in das nächste Jahr verschoben.

Der Aufschub ist ein Hinweis dafür, dass Bayer mit seinen Anwälten mit Hochdruck an einem außergerichtlichen Vergleich arbeitet. Bayer hatte den US-Saatgutkonzern Monsanto für 63 Milliarden Dollar übernommen und kämpft derzeit mit den juristischen Folgen.

Vor allem die mittlerweile 42.700 Klagen um den angeblich krebserregenden Unkrautvernichter Roundup, der bei Monsanto entwickelt wurde, drohen extrem teuer zu werden. Drei Prozesse haben die Deutschen in den USA bereits verloren. Die Geschworenengerichte haben den Hersteller des glyphosathaltigen Mittels zu teils dreistelligen Millionenstrafen verurteilt. Bayer hat seit der Monsanto-Übernahme 2018 rund ein Drittel seines Börsenwerts eingebüßt.

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    Nachdem Bayer lange auf einen Sieg vor Gericht gesetzt hatte, hat sich der Konzern vor einigen Monaten darauf eingelassen, mit Kenneth Feinberg einen erfahrenen Vermittler einzusetzen, um einen außergerichtlichen Vergleich mit den Klägern zu schließen. Feinberg ist ein gerichtlich bestellter, unabhängiger Mediator. Er soll die Chancen eines außergerichtlichen Vergleichs ausloten und führt die Verhandlungen zwischen den Parteien.

    Experte für Verhandlungen

    Feinberg stellte am Freitag gegenüber dem Handelsblatt klar, dass eine Einigung noch Zeit brauche: „Die Mediationsgespräche laufen weiter, aber es muss noch viel erreicht werden, bis irgendeine Form eines Vergleichs erreicht werden kann“. Auch die Entscheidung des Berufungsgerichts, die Anfang des kommenden Jahres erwartet wird, werde die Gespräche beeinflussen.

    Der 73-jährige Jurist ist Experte, was solche Verhandlungen angeht: Mit einem Fonds für US-Soldaten, die in Vietnam durch Agent Orange erkrankten, wurde er berühmt. Später handelte er Entschädigungen für die Opfer der Umweltkatastrophe durch die Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon und der Terrorangriffe vom 11. September 2001 in den USA aus. Auch bei Volkswagen wurde er gerufen, um im Dieselskandal die Entschädigung festzulegen.

    Bei den Glyphosat-Verhandlungen hätte ein neuer Prozess mitten in den Gesprächen nur gestört. Oft erlauben die Richter, Prozesse zu vertagen, um den beteiligten Parteien mehr Zeit zu geben, um sich außergerichtlich zu einigen.

    „Für diese Verschiebung gibt es eine Reihe von Gründen, unter anderem, den Vertretern der Klägerseite und Bayer mehr Zeit für konstruktive Gespräche im Rahmen des andauernden Mediationsverfahrens zu geben“ teilte Bayer zu den beiden nun aufgeschobenen Prozessen am Lake County Superior Court und am California Superior Court for Alameda County mit. Bei einem der beiden Prozesse steht noch die Zustimmung des Richters aus.

    Mehr: Operativ läuft es gut für die Bayer AG. Doch alle Augen richten sich weiter auf die Glyphosat-Klagen: CEO Baumann muss taktieren. Ein Vergleich scheint möglich.

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