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Unkrautvernichter Dicamba US-Gericht verhängt hohe Millionenstrafe gegen Bayer und BASF

15 Millionen Dollar plus 250 Millionen: Die US-Justiz verpasst den Konzernen einen teuren Denkzettel. Es geht um den Unkrautvernichter Dicamba.
16.02.2020 - 18:17 Uhr Kommentieren
Das US-Gericht sieht es als erwiesen an, dass das Unkrautvernichtungsmittel Dicamba Teile einer landwirtschaftlichen Fläche zerstört hat. Quelle: dpa
Obstplantage

Das US-Gericht sieht es als erwiesen an, dass das Unkrautvernichtungsmittel Dicamba Teile einer landwirtschaftlichen Fläche zerstört hat.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Bayer muss in den USA eine neue Schlappe vor Gericht wegen eines Monsanto-Produkts einstecken. Ein Gericht in Missouri hat Bayer und BASF dazu verurteilt, einem klagenden Farmer insgesamt 265 Millionen Dollar zu bezahlen, weil das Unkrautmittel Dicamba seine Obsternte zerstört hat. Das Mittel soll von einem benachbarten Baumwollfeld herübergeweht sein.

Das Urteil kommt zu einer Zeit, in der Bayer ohnehin schon mit milliardenschweren Forderungen wegen des glyphosathaltigen Mittels Roundup zu kämpfen hat. Sowohl Dicamba als auch Roundup sind durch die Übernahme von Monsanto bei Bayer gelandet. Damit haben die Leverkusener auch die Klagen übernommen.

Dicamba ist ein Unkrautmittel, das alles vernichtet außer bestimmten genmodifizierten Pflanzen, die gegen Dicamba resistent sind. Das Produkt ist vor allem beim Anbau von Baumwolle und Soja beliebt. Dicamba ist einer der am meisten verbreiteten Unkrautvernichter in der amerikanischen Landwirtschaft, aber vom Volumen längst nicht so groß wie Glyphosat. In den USA vertreiben Bayer und BASF sowie der Agrarkonzern Corteva das Mittel. Wie viel Umsatz die Konzerne mit Dicamba machen, ist nicht bekannt. In Deutschland spielt Dicamba nur eine kleine Rolle.

Erste Klagen gegen Dicamba kamen 2017 auf, als die Hersteller eine neue Variante mit deutlich stärkerer Wirkung auf den Markt brachten. In Missouri sind Bayer und BASF zu 15 Millionen Dollar reinem Schadensersatz verurteilt worden. Die 250 Millionen Dollar sind die sogenannten „punitive damages“ – zusätzliche Strafen, die Unternehmen davon abhalten sollen, ihr Verhalten zu wiederholen. Bayer und BASF betonen, dass die Probleme auf den fehlerhaften Einsatz der Farmer zurückzuführen seien. „Die vorgelegten Beweise zeigen, dass Monsantos Produkte nicht für den Schaden verantwortlich waren“, sagte ein Bayer-Sprecher.

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    Monsanto-Showdown naht

    Die US-Umweltbehörde EPA hatte bereits 2018 auf die Vorwürfe reagiert. Sie verbot zwar nicht den Verkauf von Dicamba, schränkte aber die Verwendung ein. So darf nur noch speziell geschultes Personal das Mittel auf die Felder bringen, und die Farmer müssen an den Feldrändern einen gewissen Abstand einhalten.

    Bei den noch viel schwerer wiegenden Klagen wegen des Glyphosat-Mittels Roundup gehen die Verhandlungen unterdessen in die letzte Phase. Die Konzernanwälte feilen um die letzten Details einer außergerichtlichen Einigung mit Tausenden Klägern, die ihre Krebserkrankung auf Roundup zurückführen.

    In der Branche wird erwartet, dass Bayer vor der Hauptversammlung im April zu einer Lösung mit den Klägeranwälten kommt. Möglicherweise gelingt dies schon vor der Bilanzpressekonferenz Ende Februar. Eine Vergleichssumme von rund zehn Milliarden Dollar steht im Raum.
    „Die Verhandlungen gehen weiter, und ich bin weiterhin vorsichtig optimistisch“, sagte der Chef-Mediator Ken Feinberg dem Handelsblatt. Ihn hat das Gericht eingesetzt, um zwischen beiden Seiten zu verhandeln. Bayer geht es vor allem um eine Lösung, die eine neue Klagewelle in Zukunft vermeiden kann.

    Mehr: Der Bayer-Konzern forscht an neuem Saatgut und einer Glyphosat-Alternative. Die möglichen Einnahmen kann Bayer für bevorstehende Vergleiche gut gebrauchen.

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