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Unkrautvernichter Roundup US-Richter weist Vorschlag Bayers zur Einigung mit Glyphosat-Klägern ab

Die nachgebesserten Vorschläge von Bayer seien zum Teil „klar unvernünftig“. Die Aktie ist am Morgen größter Verlierer im Dax.
26.05.2021 Update: 27.05.2021 - 09:25 Uhr 2 Kommentare
Das von Monsanto hergestellte Unkrautvernichtungsmittel Roundup beinhaltet den umstrittenen Wirkstoff Glyphosat. Quelle: dpa
Unkrautvernichter Roundup

Das von Monsanto hergestellte Unkrautvernichtungsmittel Roundup beinhaltet den umstrittenen Wirkstoff Glyphosat.

(Foto: dpa)

New York Ein US-Richter hat den Vorschlag Bayers für den Umgang mit künftigen Klagen im Zusammenhang mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup zurückgewiesen. Der zuständige Richter in San Francisco, Vince Chhabria, wies Bayers Plan zurück und bezeichnete Teile davon als „klar unvernünftig“. Der Plan „würde viel für Monsanto“, aber „deutlich weniger für Roundup-Nutzer erreichen“, die derzeit gesund sind.

Das geht aus dem sechsseitigen Beschluss hervor, mit dem Chhabria in San Francisco den Antrag auf Genehmigung am Mittwoch zurückwies. Damit bleibt das heikle, aber wichtige Thema der möglichen Klagen von Menschen, die erst später erkranken könnten, ungelöst.

Der Plan sollte Teil des milliardenschweren Vergleichs wegen der angeblich krebserregenden Wirkung von Glyphosat sein. Mit dem Vergleich will Bayer eigentlich der enormen Klagewelle ein Ende setzen, die der Leverkusener Konzern mit der Übernahme von Monsanto auf sich gezogen hat.

Für die bisher vorliegenden Klagen von mehr als 125.000 Amerikanern, die Glyphosat für ihre Krebserkrankung verantwortlich machen, gibt es bereits eine feste Lösung. Diese Klagen will Bayer mit bis zu 9,6 Milliarden Dollar außergerichtlich beilegen. Dabei sind die Kläger fast ausschließlich Privatnutzer, die das Glyphosat unter der Marke Roundup zur Unkrautbeseitigung in ihren Gärten einsetzten.

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    Aber es bleibt das Thema der zukünftigen Klagen von Meschen, die Roundup weiter benutzen und damit theoretisch weiterhin erkranken können. Da Roundup aber weiterhin frei verkauft wird, ist es wahrscheinlich, dass in den nächsten Jahren weiter gegen Bayer geklagt wird, wenn bei Nutzern Krebserkrankungen auftreten.

    Für diese potentielle Klägergruppe hat Bayer sich mit den gegnerischen Anwälten auf ein besonderes Konstrukt geeinigt. Das sieht nicht nur bestimmte Entschädigungshöhen für künftige Kläger vor. Es sieht auch ein Expertengremium vor, das entscheiden soll, ob es den Zusammenhang zwischen Glyphosat und den Krebserkrankungen überhaupt gibt.

    Die Vorwürfe gegen Glyphosat hat Bayer stets zurückgewiesen. Behörden weltweit haben das Mittel als nicht krebserregend eingestuft. Die Krebsforschungsagentur IARC bewertete den Wirkstoff 2015 jedoch als „wahrscheinlich krebserregend“. Auch verschiedene Studien, die die Klägeranwälte vorgelegt haben, legen einen Zusammenhang nahe.

    Der Richter hatte bereits vergangene Woche Zweifel an den schon einmal nachgebesserten Plänen anklingen lassen. Zum Handelsstart am Donnerstag verloren die Bayer-Aktien 2,6 Prozent und waren damit schwächster Wert im Dax..

    Bayer kündigte in der Nacht zum Donnerstag in einer Mitteilung eine Reihe von Maßnahmen zur Lösung potenzieller künftiger Glyphosat-Klagen an. Das neue Maßnahmenpaket umfasse sowohl rechtliche als auch kommerzielle Schritte, die dazu dienten, mit den Risiken aus dem Rechtskomplex in einer Weise umzugehen, die mit dem bislang vorgeschlagenen Lösungsmechanismus vergleichbar seien.

    Die Entscheidung mache es unmöglich, den vorgeschlagenen nationalen Lösungsmechanismus unter der Aufsicht dieses Gerichts weiterzuentwickeln, „der die fairste und effizienteste Lösung für alle Parteien gewesen wäre“. Es gebe aber rechtliche und kommerzielle Maßnahmen, die in Summe ähnliche Sicherheit in Bezug auf mögliche künftige Klagen schafften. „Diese werden wir so schnell wie möglich umsetzen.“

    Die Rückstellungen von zwei Milliarden Dollar, die Bayer für den von einem Richter abgelehnten Vorschlag zur Beilegung einer Sammelklage gebildet hatte, werde das Unternehmen daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht ändern, erklärte das Unternehmen am Donnerstag. Der Dax-Konzern werde die Risiken aber weiterhin prüfen.

    Der Mittelzufluss (Cash-Flow) werde sich kurzfristig in diesem und im kommenden Jahr verbessern, da nun zunächst keine Gelder für die Beilegung der Sammelklage abfließen, erklärte Bayer weiter.
    Mit Agenturmaterial

    Mehr: Bayer startet besser als erwartet ins Jahr

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    2 Kommentare zu "Unkrautvernichter Roundup: US-Richter weist Vorschlag Bayers zur Einigung mit Glyphosat-Klägern ab"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wieviel Macht hat ein Richter in den USA, der nicht mal Jurist sein muß???
      Wozu haben wir internationale Gerichtshöfe?

      Keinen Cent würde ich zahlen.

    • Es ist Zeit das Vorstände die nicht selbst Eigentümer sind, auch persönlich für ihre Fehlentscheidungen haften um solches Unheil abzuwenden.
      Wie es aussieht kommt Bayer aus der Nummer nicht mehr raus. Wieviel Milliarden wurden da an Firmenwert vernichtet

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