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Unternehmenskreise Posco will Thyssen-Krupps Überseewerke nicht

Der koreanische Stahlkonzern Posco soll Insiderinformationen zufolge aus dem Bieterkreis um die Überseewerke von Thyssen-Krupp ausgestiegen zu sein. Einen Blick auf die Vermögenswerte warfen die Koreaner dennoch.
23.10.2012 - 09:18 Uhr Kommentieren
Der koreanische Stahlkonzern Posco wollte sich nur mal die Vermögenswerte der Konkurrenz anschauen. Quelle: ap

Der koreanische Stahlkonzern Posco wollte sich nur mal die Vermögenswerte der Konkurrenz anschauen.

(Foto: ap)

Seoul Der koreanische Stahlkonzern Posco hat Insidern zufolge kein Interesse an einer Übernahme des Stahlgeschäfts von Thyssen-Krupp in den USA oder Brasilien. Der weltweit viertgrößte Stahlkonzern ziehe den Kauf nicht ernsthaft in Betracht, hieß es aus Unternehmenskreisen am Dienstag in Seoul.

Posco habe zwar ein Angebot abgegeben, sich aber zunächst nur die Vermögenswerte ansehen wollen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

An der Börse ging es am Morgen für die Aktie von Thyssen-Krupp in einem schwachen Umfeld 0,5 Prozent abwärts.

Vor knapp zwei Wochen sagte eine mit dem Verkaufsprozess vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters, es gebe acht Bieter. Die Angebote für beide Werke lägen in der Größenordnung von drei bis vier Milliarden Euro, hieß es. Auf diesen Wert hatten auch Analysten die Werke beziffert. Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger will mindestens den Buchwert von sieben Milliarden Euro erzielen. Insider vermuten, dass der Konzern mit der Zusage von Kooperationen, dem Ausgleich künftiger Verluste oder Abnahmegarantien den Preis noch treibt.

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    Der Weltmarktführer Arcelor Mittal und der japanische Konkurrent JFE Steel Corporation hätten ihren Hut in den Ring geworfen. Angebote habe es auch von Baosteel aus China, Nucor und U.S. Steel sowie von CSN aus Brasilien. Auch der brasilianische Vale-Konzern sei dabei. Vale erklärte hingegen, kein Angebot vorgelegt zu haben. Der Konzern hält bereits 26,87 Prozent an dem Werk in Brasilien und dürfte bei der Wahl eines Käufers auf jeden Fall ein gehöriges Wort mitreden.

    Die Konzerne lehnten eine Stellungnahme ab. Auch Thyssen-Krupp hielt sich vor knapp zwei Wochen bedeckt. „Das Interesse ist nach wie vor hoch und wurde durch Werksbesichtigungen vor Ort weiter bestärkt", sagte ein Sprecher. Konzernchef Hiesinger hatte vor einigen Wochen von mehr als zehn Interessenten für die Werke in den USA und Brasilien gesprochen. Die Frist für die erste Bieterrunde war vor einigen Tagen abgelaufen, wie Reuters erfahren hatte.

    Thyssen-Krupp wollte sich vor knapp zwei Wochen zum Prozess nicht näher äußern. „Wegen der Komplexität des Prozesses und des unterschiedlichen Interesses potenzieller Investoren an einem beziehungsweise beiden Werken, können wir zum weiteren Zeitplan aktuell keine Angaben machen.“

    Der größte deutsche Stahlkonzern hat sich mit der Expansion des Stahlgeschäfts in den USA und Brasilien verhoben. Die Kosten waren auf zwölf Milliarden Euro explodiert. Nach Milliardenverlusten der beiden neuen Werke zog Hiesinger im Mai die Notbremse und prüft seine strategischen Optionen - einen Verkauf oder den Einstieg eines Partners. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 hatte die Sparte Steel Americas einen Verlust von knapp 800 Millionen Euro eingefahren.

    • rtr
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