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US-Autobauer Chrysler geht in Insolvenz

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US-Präsident Barack Obama hatte sich zuversichtlich über eine Chrysler-Rettung geäußert. Er sei sehr hoffnungsvoll, dass Chrysler sich als überlebensfähig erweisen könne, sagte der Präsident am Mittwoch vor Journalisten in Washington. Arbeitnehmer und Banken hätten große Opfer gebracht. Dies habe die vielversprechende Möglichkeit eröffnet, dass Chrysler die angestrebte Allianz mit dem italienischen Autobauer Fiat realisieren könne. Allerdings seien die Arbeiten an letzten Einzelheiten zwischen beiden Unternehmen noch nicht beendet. Obama hatte offengelassen, ob Chrysler als Teil seiner Umstrukturierung Gläubigerschutz beantragen wird.

In den unter Hochdruck laufenden Verhandlungen mit Gläubigern, Gewerkschaften und dem potenziellen Partner Fiat zeichnen sich immerhin weitere Fortschritte ab. Chrysler komme bei seiner Sanierung voran und arbeite unter Hochdruck an der Allianz mit Fiat, schrieb Unternehmenschef Robert Nardelli seinen Mitarbeitern. Im ersten Quartal seien die Kosten im Vergleich zum Vorjahr und auch zum Schlussquartal 2008 deutlich gesunken. Das US-Finanzministerium habe zudem die vorläufige Einigung mit einer Gläubigergruppe zum Schuldenabbau bestätigt, so Nardelli.

"Bei Chrysler schließen wir am Donnerstag", gab sich auch John Elkann, der Vertreter des Fiat-Hauptaktionärs Agnelli, zuversichtlich. Er machte dabei erneut klar, dass Fiat kein Kapital in Chrysler investieren werde. "Alle Operationen, an denen Fiat arbeitet, sehen keine Ausgaben vor - jedenfalls für den Moment", sagte er. Fiat will zunächst 20 Prozent an dem finanziell ausgezehrten US-Konzern übernehmen und dann etappenweise auf 35 Prozent aufstocken.

Für die Auto-Gewerkschaft UAW, die auf Milliardenforderungen aus ihrem Gesundheitsfonds verzichtet und Einschnitte in den Arbeitsverträgen akzeptiert, ist zunächst eine Mehrheitsbeteiligung von 55 Prozent vorgesehen. Die restlichen zehn Prozent teilen sich demnach das US-Finanzministerium und die Gläubigerbanken von Chrysler. Sollte Fiat in der Lage sein, die Staatshilfen komplett zurückzuzahlen, könnten die Italiener später auch die absolute Mehrheit übernehmen.

Zunächst bleibt Fiat-Chef Sergio Marchionne jedoch vorsichtig - aus gutem Grund. Schließlich hat sein Konzern im weltgrößten Automarkt alles andere als einen guten Ruf. Bei Amerikanern stand der Name Fiat einst für "Fix It Again Tony" (Repariere es noch einmal, Toni). Das Abenteuer US-Autobau, an dem sich zuletzt bereits Daimler und der New Yorker Finanzinvestor Cerberus vergeblich versuchten, werten Experten nicht nur aus diesem Grund als überaus riskante Wette.

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