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US-Autobauer Chrysler geht in Insolvenz

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"Das schafft er nie", ist sich ein hochrangiger deutscher Automanager sicher. Der Patient Chrysler hat zuletzt innerhalb weniger Monate vier Mrd. Dollar Staatshilfen verbrannt. Vor diesem Hintergrund sind sechs weitere Mrd. Dollar, die das US-Finanzministerium beisteuern könnte, kein rechter Befreiungsschlag. Marchionne beteuert derweil: "Wir geben kein Kapital. Aus dem gleichen Grund, aus dem Morgan Stanley Chrysler kein Geld leihen will, werden auch wir kein Geld geben."

Chryslers jüngstem Sanierungsplan zufolge soll die Autogewerkschaft UAW mit 55 Prozent vorübergehend größter Anteilseigner werden. Sie würde im Gegenzug auf Milliardenschulden für den Gesundheitsfonds von Betriebsrentnern verzichten. Allerdings soll sich die UAW in dieser Konstellation weitgehend auf eine Kontrollfunktion beschränken. Es wird erwartet, dass Fiat-Chef Marchionne in Kürze auch den Chefposten bei Chysler übernimmt und damit operativ die Fäden in der Hand hält. Der Gewerkschaft soll allerdings quartalsweise berichtet werden, wie sich das Unternehmen entwickelt.

Der Einstieg der Gewerkschaften ins Aktienkapital ist für Marchionne zwar eine Neuheit, aber nicht völlig abwegig. Der Italo-Kanadier an der Spitze des italienischen Autokonzerns pflegt ein gutes Verhältnis zu italienischen Gewerkschaften und hat sich in der Vergangenheit durchaus anerkennend über das deutsche System der Mitbestimmung geäußert. Seit er bei Fiat angetreten ist, hat Marchionne vor allem im Management drastisch restrukturiert, weniger bei den einfachen Arbeitern. Deren Arbeitsbedingungen hat er sogar verbessert. Entsprechend hoch ist die Anerkennung des CGIL-Gewerkschaftssekretärs Guglielmo Epifani - und die in Italien durchaus üblichen Streiks erreichten unter Marchionne Rekordtiefs.

Mit dem US-Standbein Chrysler will Fiat auf eine Produktion von vier Millionen Autos pro Jahr kommen und sich damit der Grenze von 5,5 Millionen nähern, die Marchionne anstrebt. Der Fiat-Chef hat betont, dass sein Unternehmen zu klein sei, um diese schwere Krise im Alleingang überleben zu können. Fiat hat zwar im vergangenen Jahr trotz Flaute noch 1,7 Mrd. Euro Gewinn geschrieben, verbuchte aber im ersten Quartal 2009 bereits wieder einen Verlust von 411 Mio. Euro.

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