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US-Autobauer Ford übertrifft dank SUVs und Pick-ups die Erwartungen

Der F-150-Pick-up bleibt der wichtigste Gewinnbringer. Doch Ford kämpft mit Problemen in Europa und China. Die weitere Strategie des Autobauers ist ungewiss.
Update: 25.10.2018 - 00:34 Uhr Kommentieren
Er hat ein massives Sparprogramm angekündigt und will die Kosten in den nächsten Jahren drastisch senken. Quelle: AP
Jim Hackett

Er hat ein massives Sparprogramm angekündigt und will die Kosten in den nächsten Jahren drastisch senken.

(Foto: AP)

New YorkDer US-Autokonzern Ford hat die Erwartungen der Analysten übertroffen. Daher stieg der Aktienkurs im nachbörslichen Handel deutlich an, nachdem er zuvor mehr als vier Prozent verloren hatte. Vor allem die großen SUVs und Pick-ups wie der F-150 trugen zu dem guten Ergebnis bei.

Angetrieben von überraschend guten Verkäufen im Heimatmarkt Nordamerika setzte Ford im dritten Quartal mit 37,6 Milliarden Dollar drei Prozent mehr um als im Jahr zuvor. Der Gewinn lag mit einer Milliarde Dollar zwar fast ein Drittel niedriger als im Vorjahr, aber deutlich über den Erwartungen des Markts.

Die Quartalszahlen von Ford waren mit Spannung erwartet worden. Dabei ging es den Beobachtern nicht so sehr um die Zahlen, sondern vielmehr um die Gesamtstrategie für das Unternehmen. Der Vorstandsvorsitzende Jim Hackett ist seit mehr als einem Jahr im Amt und Investoren wollen verstehen, wohin die Reise geht.

Ford steht derzeit am schlechtesten da unter den großen US-Herstellern, zu denen auch General Motors und Fiat Chrysler (FCA) gehören. Bei den Zukunftstechnologien wie autonomem Fahren und Elektromobilität hinkt Ford hinterher. Der Aktienkurs ist auf dem niedrigsten Stand seit sechs Jahren. Seit Anfang des Jahres hat Ford 30 Prozent verloren. Die Ratingagentur Moody’s hat Ford bereits vor einem Monat auf nur noch einen Grad über Junkstatus herabgestuft.

„Dieses Quartal zeigt, dass unserer Geschäft in den wichtigsten Bereichen stark bleibt“, sagte der Vorstandsvorsitzende Hackett. „Wir machen weiter Fortschritte bei unseren Bemühungen, Ford neu aufzustellen um fitter für den Wettbewerb, diszipliniert bei der Allokation des Kapitals und wendig genug in einer sich schnell wandelnden Welt zu sein“.

Der Großteil der Gewinne kommt aus dem Segment der spritfressenden SUVs und Pick-ups – allen voran der F-150. Im April hatte Hackett angekündigt, sich in den USA bis auf den legendären Mustang ganz auf diese großen Autos zu konzentrieren. Focus und Fiesta wird es nur noch in anderen Märkten geben.

Gegenüber Analysten versprach Hackett, dass er mehr in Elektro-Autos investieren will und stärker auf neue Formen der Mobilität setzt. Fast alle Modelle soll es in Zukunft als E-Variante oder Hybrid-Auto geben. Auch autonomes Fahren stehe ganz oben auf der Liste der Prioritäten. „Wir haben gerade einen neuen Test im Autonomen Fahren in Washington DC angekündigt“, betonte Hackett.

Auch auf das Problem der veralteten Modellpallette ging Hackett ein: „Bis 2020 werden 75 Prozent unserer Modellpalette neu oder aufgefrischt sein“, versprach er.

Zu seinem elf Milliarden Dollar schweren Restrukturierungsprogramm und zu den möglichen Entlassungen äußerte sich Hackett nicht konkret. „Unsere Belegschaft muss agil, verantwortlich und schnell sein“, sagte er. In den USA habe Ford bereits die Organisation umgestellt und neue Teams zusammengestellt – „ohne ewige Emails und Powerpoint-Präsentationen“, sagte Hackett. Das bringe bereits Erfolge. „Das wollen wir weltweit durchsetzen“.

Das Unternehmen selbst hat bisher keine genauen Zahlen zu den Stellenstreichungen genannt. Es kursieren fünfstellige Zahlen zum Stellenabbau in den USA – aber auch in Europa. Die Auswirkungen des Umbaus auf die deutschen Standorte Köln und Saarlouis sind ebenfalls noch unklar.

Die Analysten von Morgan Stanley hatten vorgerechnet, dass Ford bis zu zwölf Prozent der weltweit 200.000 Arbeitsplätze abbauen könnte, die meisten davon in Europa. In Deutschland arbeiten derzeit rund 25.000 Mitarbeiter, 18.600 davon in Köln.

In Europa hat Ford im dritten Quartal zwar den Umsatz auf 7,4 Milliarden Dollar gesteigert. Aber der Verlust lag mit 255 Millionen Dollar deutlich höher als noch vor einem Jahr. Ford machte dafür vor allem die Probleme in der Türkei und Russland verantwortlich.

Auch in China läuft das Geschäft nicht rund. Doch offensichtlich hat Hackett keine Absicht, das Geschäft aufzugeben. Am Dienstag kündigte er an, dass er das Chinageschäft vom Rest Asiens getrennt und in einer eigenen Einheit gebündelt hat. Der neue Leiter Chen Anning ist ein Chinese, der in den USA studiert und bereits bei Ford gearbeitet hat. Zuletzt war er bei dem Konkurrenten Chery tätig. „Der Erfolg in China ist entscheidend in unserer globalen Positionierung für den langfristigen Erfolg“, sagte er.

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