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US-Autobauer Ford widerspricht US-Präsident Trump – Fahrzeugproduktion wird nicht in die USA verlegt

Donald Trump setzt darauf, dass sein Handelskrieg mit China mehr Arbeitsplätze in der US-Industrie schafft. Doch Ford und Apple sehen das anders.
Update: 10.09.2018 - 08:12 Uhr Kommentieren
Der US-Autobauer verlagert die Produktion des Modells nicht wieder in die USA zurück. Quelle: AP
Ford Focus bei einer Präsentation in Peking

Der US-Autobauer verlagert die Produktion des Modells nicht wieder in die USA zurück.

(Foto: AP)

DüsseldorfDer Autobauer Ford hat einem Tweet von US-Präsident Donald Trump widersprochen. Angesichts niedriger Absatzprognosen von weniger als 50.000 Fahrzeugen pro Jahr sei es nicht profitabel, das Modell Focus Active in den USA zu produzieren, erklärte die Firma am Sonntag.

Ford hatte mit Blick auf von Trump verhängte Zölle Ende August erklärt, das Unternehmen verzichte auf Pläne, Modelle des Typs Focus Active aus China in die USA zu exportieren. Daraufhin twitterte Trump am Sonntag: „Dieses Auto kann jetzt in den USA gebaut werden und Ford muss keine Zölle bezahlen.“

Das sei auch erst der Anfang. Die Klarstellung von Ford bedeutet jedoch, dass das Modell in den USA vorerst schlicht nicht verkauft wird.

Bereits am Samstag hatte Trump Apple dazu aufgefordert, neue Fabriken in den USA zu bauen. Der iPhone-Hersteller hatte zuvor gewarnt, dass seine Produkte durch die geplanten neuen Zölle gegen China teurer werden könnten.

„Unsere Sorge ist, dass die USA am stärksten getroffen werden, und dass sich das in niedrigerem Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit und höheren Preisen für die US-Verbraucher niederschlägt“, erklärte Apple in der vergangenen Woche in einem Brief an die US-Regierung. Die Trump-Administration solle sich andere Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft einfallen lassen. Im Mai hatte Konzernchef Cook Trump gesagt, Zölle seien „nicht die richtige Herangehensweise“.

Die USA haben bereits Strafzölle im Umfang von 50 Milliarden Dollar auf chinesische Waren verhängt, weitere Zölle über 200 Milliarden Dollar befinden sich in der Vorbereitung. Am Freitag hatte Trump darüber hinaus mit Strafzöllen von 267 Milliarden Dollar gedroht, um sich gegen die seiner Meinung nach unfairen Handelspraktiken Chinas zu wehren. Analysten schätzen, dass damit praktisch jedes Konsumgut aus China betroffen wäre.

Im Fall Ford hätte der Verkaufsstopp keine großen Auswirkungen auf die Geschäfte des Konzerns. Der Focus Active hat nur einen geringen Anteil an den jährlich 2,5 Millionen verkauften Fahrzeugen auf dem Heimatmarkt. Es könnte jedoch ein Signal an die Autobranche sein: Wenn Trump die Handelskonflikte mit China, Europa oder gar Kanada eskalieren lässt, könnten auch andere Modelle betroffen sein.

Ford will in den kommenden Jahren den Verkauf aller Kompaktwagen und Limousinen außer dem Mustang einstellen. Denn die Kunden greifen ohnehin lieber zu den für die Autobauer lukrativeren SUVs und Pick-ups.

Ford hatte früher angekündigt, die Produktion des Focus nach Mexiko auszulagern, was von Trump während des Präsidentschaftswahlkampfs scharf kritisiert wurde. Im vergangenen Jahr verlegte der Autobauer die Fertigung dann aber nach China.

Der kriselnde US-Branchenriese will derzeit die Kosten kräftig senken und tüftelt an einem großen Konzernumbau. Dabei gilt Europa als eine der größten Baustellen. Die Auswirkungen auf die beiden deutschen Standorte in Köln und Saarlouis seien noch nicht absehbar.

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