US-Autobauer General Motors fordert Staatshilfe in Südkorea

Der US-Autobauer General Motors fordert staatliche Hilfen für die Produktion in Südkorea. Doch Trump könnte die Pläne des Konzerns durchkreuzen.
Update: 20.02.2018 - 13:27 Uhr Kommentieren
Vor der US-Botschaft demonstrieren Koreaner gegen den amerikanischen Autobauer. Quelle: AP
Proteste gegen GM

Vor der US-Botschaft demonstrieren Koreaner gegen den amerikanischen Autobauer.

(Foto: AP)

SeoulFür US-Autohersteller General Motors ist das Auslandsgeschäft ein ständiges Problem. In Europa hat sich der US-Konzern im vergangenen Jahr wegen anhaltender Verluste von seiner Tochtermarke Opel getrennt. Nun droht neuer Ärger in Asien: In Südkorea feilscht der Autobauer mit der dortigen Regierung um das Überleben eines seiner wichtigsten Produktionsstandorte.

Bereits vergangene Woche hatte der Konzern angekündigt, eine seiner vier koreanischen Werke zu schließen. Nun verhandelt Barry Engle, GM-Vizechef für das internationale Geschäft, mit der Regierung von Präsident Moon Jae-in, wie der Staat GM helfen kann, die anderen drei Werke am Leben zu halten. Die Amerikaner hoffen auf finanzielle Hilfe des Staates.

Als Gegenleistung für Geldspritzen oder Steuernachlässe von mehr als einer Milliarde US-Dollar habe der Konzern angeboten, Schulden seiner kriselnden koreanischen Einheit in Aktienanteile umzuwandeln, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Dabei ist die staatliche Korea Development Bank heute schon zu 17 Prozent an GM Korea beteiligt. GM hält 77 Prozent der Anteile, die übrigen 6 Prozent hält der chinesische Joint-Venture-Partner SAIC. Südkoreas Nachrichtenagentur Yonhap meldet, dass GM darüber hinaus deutliche Lohnsenkungen fordert.

Engle drängt die Regierung zur Eile. Die schlechte Lage der südkoreanischen Landesgesellschaft müsse schnell angegangen werden, mahnte der GM-Manager zuletzt. Der US-Konzern stehe vor der kritischen Entscheidung, welche Modelle in welchen Werken gefertigt würde. Daher „müssen die Diskussionen bis Ende Februar deutliche Fortschritte zeigen“, wird Engle zitiert.

Tatsächlich ist die Lage von GM in Korea miserabel. Auf der asiatischen Halbinsel haben die Amerikaner zwischen 2014 und 2016 rund 1,8 Milliarden Dollar Reinverlust gemacht – vor allem wegen der schlechten Auslastung der vier lokalen Werke. Lange war Südkorea eine wichtige Exportbasis für GM. Zu Spitzenzeiten liefen hier ein Viertel der globalen Produktion der Amerikaner vom Band, darunter Chevrolets für den europäischen Markt. Die Amerikaner konnten in Korea 910 000 Autos pro Jahr produzieren. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 520.000.

Gegenspieler im Handelskrieg
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