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US-Autobauer GM und Ford setzen in den USA allein auf SUVs und Pick-ups – keine Zukunft für Kleinwagen

Die US-Autobauer setzen in Nordamerika komplett auf SUVs und Pick-ups. Modelle wie der Ford Fiesta haben dagegen in den USA keine Zukunft mehr.
26.04.2018 - 16:30 Uhr 5 Kommentare
Ford und GM setzen allein auf SUVs und Pick-ups Quelle: AP
Ford F-150

Der große Pick-up ist seit drei Jahrzehnten das meistverkaufte Auto in den USA.

(Foto: AP)

New York Fiat Chrysler hat den Schritt schon vor zwei Jahren gewagt: Sergio Marchionne stellt in den USA nur noch SUVs und Pickups her. Kompaktwagen und Limousinen, die jahrzehntelang einen großen Anteil an den Verkäufen von Chrysler hatten, sind Geschichte. Nun ziehen auch Ford und GM nach.

Der US-Riese Ford, der in den kommenden Jahren 11,5 Milliarden Dollar einsparen will, reagiert radikal und streicht die Palette der traditionellen Autos fast komplett zusammen: „Angesichts der sinkenden Nachfrage und Margen der Produkte, wird das Unternehmen nicht in die nächste Generation von traditionellen Ford-Modellen für Nordamerika investieren“, teilte Ford am Dienstag bei Bekanntgabe seiner Quartalszahlen mit.

Ford lässt darum gleich mehrere Baureihen, die in Europa außergewöhnlich erfolgreich sind, auf dem Heimatmarkt auslaufen. Der Kleinwagen Fiesta, der kompakte Focus, aber auch der Mondeo, der in Amerika als Fusion verkauft wird, sollen in den USA künftig nicht mehr verkauft werden.

Warum Mercedes´ C-Klasse amerikanischer ist als der Ford F-150
Jeep Compass – zu 69 Prozent amerikanisch
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Zu viel BMW und Mercedes, zu wenig Chevrolet: Donald Trump hat den angeblichen Auto-Imperialismus der Deutschen kritisiert. Dabei hätte er nur in die Statistiken seiner eigenen Highway-Administration schauen müssen, um zu sehen, wie wenig das Herstellerlabel über die „Nationalität“ eines Autos aussagt.

Bereits seit dem Sommer 1994 sind alle Hersteller verpflichtet, für jeden Neuwagen den Anteil des in den USA geschöpften Wertes zu nennen. Der „American Automobile Labeling Act“ verlangt von Pkw-Händlern zudem, auch den Ort der Endmontage sowie die Herkunft von Motor und Getriebe auf einem Aufkleber an jedem Auto zu nennen.

Potenzielle Käufer können darüber hinaus auf den Internetseiten der Highway-Sicherheitsbehörde NHTSA die Amerika-Quote jedes aktuellen Modells recherchieren. Im Falle des Jeep Compass sind das 69 Prozent.

(Foto: PR)
Ford F-150 – zu 70 Prozent amerikanisch
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Seit Jahren ist der F-150 das meistverkaufte Auto der USA. Aber es ist bei Weitem nicht das amerikanischste, denn das AALA-Label weißt lediglich 70 Prozent aus – das können andere, auf den ersten Blick weniger amerikanische Autos besser.

Immerhin macht es der Ford besser als die Nummer zwei der Zulassungsstatistik, der Chevrolet Silverado: Der ist nur zu 38 Prozent amerikanisch.

(Foto: PR)
Honda Accord – zu 70 Prozent amerikanisch
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Der Honda Accord kommt in der Zulassungsstatistik auf Rang neun – in den USA, nicht in Deutschland. Mit 70 Prozent amerikanischer Fertigung reicht es zwar nicht fürs Podium, dennoch lässt die vermeintlich japanische Limousine etwa einen Chevrolet Malibu oder Impala weit hinter sich.

(Foto: PR)
Acura MDX – zu 70 Prozent amerikanisch
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Auf denselben Wert kommt der Acura MDX. Das Crossover der Honda-Nobelmarke Acura wird bei uns nicht verkauft und hat es auch in den USA nicht in die Top 50 geschafft. Wenn es nach der Logik von Donald Trump geht, sollte sich das bald ändern.

(Foto: PR)
GMC Acadia – zu 71 Prozent amerikanisch
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In Amerika hat der SUV-Boom einst begonnen, nirgendwo sonst werden so viele SUV gebaut. Einige der Modelle werden auch nur für den nordamerikanischen Markt gefertigt. Wie das folgende Trio aus dem Hause General Motors: Der GMC Acadia ist zu 71 Prozent amerikanisch und wird nicht nach Europa exportiert.

(Foto: PR)
Buick Enclave – zu 71 Prozent amerikanisch
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Der Acadia teilt sich die sogenannte GM-Lambda-Plattform mit dem Buick Enclave, der ebenfalls auf 71 Prozent kommt.

(Foto: PR)
Chevrolet Traverse – zu 71 Prozent amerikanisch
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Das Trio rundet der technisch baugleiche Chevrolet Traverse ab – mit 71 Prozent das amerikanischste GM-Modell.

(Foto: PR)

In den nächsten Jahren werden in Nordamerika nur noch der gut verkaufte Mustang und der neue Focus Active Crossover angeboten. Stattdessen setzt der Konzern auf mehr SUV-Modelle und Pick-up. Der Ford F-150, ein riesiger Pick-up steht seit 30 Jahren an der Spitze der US-Zulassungsstatistik und wurde alleine 2017 weltweit mehr als eine Million Mal verkauft.

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    Dabei zeigt die Zulassungsstatistik sehr deutlich: Amerikaner wollen große Autos. Neben den SUVs und Crossover boomen vor allem die Pick-ups: Jene spritfressende rund fünf Meter lange Pritschenwagen mit großer Ladefläche stehen für das amerikanische Lebensgefühl. Jedes sechste Auto, das in den USA im vergangenen Jahr verkauft wurde, war ein Pick-up.

    In den vergangenen neun Jahren ist der Markt-Anteil der SUVs und Pickups von 50 Prozent auf 65 Prozent im Jahr 2017 gestiegen, zeigen die Zahlen des Marktforschungs-Instituts LMC Automotive. Und sie wachsen weiter.

    Jessica Caldwell, Analystin des Auto-Bewertungshauses Edmunds, begrüßt darum den Vorstoß. „Für Ford könnte es genau das sein, was die Marke braucht“, sagte sie der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Aber der Schritt ist nicht ohne Risiko: Ford vergrault bewusst seine traditionellen Kunden und gibt Marktanteile ab“, mahnt Caldwell.

    Auch der größte amerikanische Autohersteller wagt allerdings den schleichenden Umstieg auf größere Modelle: General Motors kündigte an, die Schichten in seiner Fabrik in Lordstown in Ohio herunterzufahren, wo der Chevrolet Cruze Sedan gebaut wird. Gleichzeitig führt GM in Tennessee gerade die dritte Schicht ein: Dort wird der SUV GMC Acadia und der Cadillac XT5 Crossover gebaut.

    Bei Fiat Chrysler hat sich die Abkehr von traditionellen Limousinen und Kleinwagen bereits bezahlt gemacht. Im ersten Quartal ist der Umsatz in den USA, Kanada und Mexiko zwar auch wegen des schwachen Dollars gegenüber dem Vorjahr zwar leicht gesunken. Aber die Region machte auch in den ersten drei Monaten immer noch mehr als 60 Prozent des Gesamt-Umsatzes von 27 Milliarden Euro und mehr als drei Viertel des operativen Gewinns von 1,6 Milliarden Euro aus.

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    5 Kommentare zu "US-Autobauer: GM und Ford setzen in den USA allein auf SUVs und Pick-ups – keine Zukunft für Kleinwagen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das ist der richtige Weg, die kleinen Autos sind eine Zumutung wie die Reisegeschwindihkeit unter 200Km/h. Ganz nebenbei , wenn man jung ist und die Dame die Beinchen über die Sitze hängen muß, kommt auch keine rechte Freude auf. Also kleine Autos sind Kake.

    • Keine Zukunft für Kleinwagen in den USA? Keine Bange, die Amis werden auch noch vernünftig, ich denke da an ein aufgemotztes Elektro-SUV mit 4 Stück 250-PS-E-Motoren und mindestens 5 Tonnen Gewicht (wegen der Akkus).

      Und klar, daß diese Monster-Trucks dann auch künstlich Krach machen und mindestens zwei hochgeführten Auspuffanlagen künstlich Russwolken erzeugt werden, wie bei den dort legalen "Black Smokern"...

      https://www.google.com/search?q=Black+Smoker+USA+Diesel&client=firefox-b&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=0ahUKEwjX4rKxo9jaAhUEPFAKHYmtB3UQsAQIQg&biw=1920&bih=1040#imgrc=0FLJSsDHLgD23M:

      Mit ein bisschen guten Willen klappt das!

      :)

    • Benzinkutschen Deluxe.
      Zu bescheuert wirkenden Herstellern passt dann auch ein bescheuertes Klientel.

      Nennen wir es "Mehrheitsentscheidung" oder auch "Schwarmintelligenz", die einen Dreck zu kümmern scheint was aus ihren Kindern wird

    • Kleinwagen sind aber das segement mit den besten zukunftschancen
      die nächste Krise bei GM und Ford wird also definitiv kommen wie wir es schon in der vergangenheit erlebt haben
      Pick ups sind nur etwas für Nordamerika mit billigem sprit und breiten Strassen, der rest der Welt fährt Ford Fiesta ( Welt Auto) und noch in Köln gebaut, momentan auch erfolgreich am Markt

    • Hätte ich die Kohle dafür, dann würde ich mir dieses Ami-Teil zulegen:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:CIAS_2013_-_2013_Dodge_Viper_SRT_GTS_(8478784053).jpg
      Kein downgesizestes Kastrat oder gar Tesla-Elektro-Schrott, sondern satte 8,4 Liter Hubraum!!!
      Da würde sich sogar der Fiskus freuen - der bekäme nämlich gewaltig Steuern.

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