US-Automarkt Das Land der unbegrenzten Beschleunigung

Die USA werden für die deutschen Autobauer zum wichtigsten Wachstumstreiber. In den Staaten streben VW, Daimler und BMW immer neue Verkaufsrekorde an - während der Heimatmarkt schwächelt.
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Der BMW X5 wird in den USA gefertigt.

Der BMW X5 wird in den USA gefertigt.

DüsseldorfWarum nur sind deutsche Autos so erfolgreich, fragte kürzlich das US-Wirtschaftsmagazin „Fortune“ sich und seine Leser. Die Autoren dachten nach, und heraus kam eine Liste mit zehn Punkten, die jeden PR-Manager bei BMW, Porsche oder Mercedes jubeln lassen würden. Tolle Technologie, heißt es da zum Beispiel, starke Marken, außerdem hätten die Deutschen schließlich das Automobil erfunden. Neben den zehn Gründen seien sie dann auch noch schlau, arbeiteten hart und hätten Schwung. „Achtung, Baby“, lautete die Überschrift.

Ob „Porsch“, „Bi Äm Dubbelju“ oder „Wolkswägen“ - deutsche Autos finden in den USA reißenden Absatz, während die Verkäufe in Europa stagnieren. Im laufenden Jahr soll der US-Markt wieder auf mehr als 14 Millionen verkaufte Autos anwachsen. Die deutschen Hersteller wollen vorne mitmischen.

Dazu müssten sie die Vorherrschaft der „Big Three“ brechen: Ford, General Motors und Chrysler produzieren immer noch rund 47 Prozent aller US-Neuwagen. Auch das zeigt: Der US-Autofahrer ist Patriot und kauft bevorzugt Fahrzeuge, die in der Heimat gebaut werden. Damit die deutschen Hersteller aufschließen können, brauchen sie eigene Werke in den USA.

Durch den schwacher Dollar und hohe Subventionen waren Investitionen in den Staaten noch nie so günstig wie im Moment. Auch die Produktion fällt günstiger aus, wenn die Deutschen in den USA produzieren, statt Wagen zu importieren: Die Energiekosten in den Staaten sind niedrig, das Arbeitsrecht ist deutlich flexibler als in Europa.

VWs Erfolgswerk in Tennessee

Bisher ist Toyota die erfolgreichste ausländische Marke. Mit Volkswagen versucht seit einigen Jahren auch wieder ein deutscher Massenhersteller, sich auf dem US-Markt zu etablieren. Dabei waren die Wolfsburger vor 20 Jahren mit Werken in Pennsylvania gescheitert. Im vergangenen Jahr setzte Volkswagen in den USA rund 440.000 Autos ab. Spätestens 2018 sollen es eine Million sein. Keine deutsche Marke wächst in den USA derzeit schneller. Allein im Juni legten die Verkäufe um 34 Prozent auf rund 38.200 Fahrzeuge zu. Tochter Audi baute den Absatz um 26 Prozent auf rund 12.700 Fahrzeuge aus.

„Nordamerika ist sicher ein Schlüsselmarkt“, sagte VW-Chef Martin Winterkorn in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. Der eigens für die USA entwickelte Passat, der etwas größer und mit weniger Elektronik als sein deutsches Pendant daher kommt, hat sich für die Wolfsburger zu einem Verkaufsschlager entwickelt. Das Modell wird in Chattanooga, Tennesse, gebaut - zuletzt hatte Volkswagen die Kapazitäten erweitert.

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7 Kommentare zu "US-Automarkt: Das Land der unbegrenzten Beschleunigung"

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  • Richtig @american. Liegt wohl daran das die Deutschen mehrheitlich unterwürfig und obrigkeitshörig sind. Es wird gemault und dann doch alles geschluckt was von Beamten und Politikern an Regulierung und Steuern serviert wird.

    Bin auch gegangen. Das Beste was ich tun konnte.

  • Trotz allem hat Herr Karstenberwanger nicht ganz unrecht. Viele deutsche Produkte und inbesondere Autos (aber vieles mehr) sind in Deutschland voellig ueberteuert und das oeffnet die Tuer fuer Re-Import und besonders den Erfolg von Kia und Co. Das Argument, dass in USA alles aus China kommt greift kaum mehr, es ist in Deutschland inzwischen aehnlich. Ganz nebenbei ich bin vor 6 Jahren nach USA ausgewandert und arbeite seit Jahren in der Automobilindustrie. Autopreise von 60-80T EURO also in die 100T USD sind hier voellig undenkbar. Deutschland hat leider eine bis weit in die preussische Vergangenheit zurueckligende Tradition, dass sich Deutsche alles gefallen lassen, auch den jahrelangen Reallohnverlust und den geringen Lebensstandard. Das koennte anders sein.

  • Mir reicht es auch allmählich.
    Dann lieber nichts schreiben als ständig über alles meckern - und das zu jedem Thema. Unerträglich!!
    Ich bin jedenfalls erfreut über die Meldung und Stolz, dass unsere Autohersteller so erfolgreich sind.
    BMW, Daimler, VW & Co. weiter so!

  • Die Zuwachsraten der deutschen Hersteller sind nicht so außergewöhnlich. Der Markt wächst stark. Im ersten Halbjahr 2012 wuchs der Markt um ca. 15 %. Um das Marktgeschehen ins rechte Licht zu rücken: Hier der Halbjahr Vergleich (2011 in Klammern):
    Big Three: 42 % (45%)
    Japaner: 40 % (38%)
    Deutsche: 8 % (7 %)
    Korea: 9 % (9%)
    Die Zuwächse der deutschen Hersteller kommen überwiegend durch VW zustande. Hier ist anzumerken, dass VW im Vergleichsjahr 2011 keinen Beetle und keinen Passat im Verkaufsangebot hatte, die Zuwächse also durch das neue Werk in Chattanooga und durch das neue Modell des Beetle aus Mexico generiert wurden. Die Zuwächse von VW werden sich gegen Ende des Jahres sehr moderat darstellen, wenn die im vierten Quartal die Verkäufe des Passats aus USA Fertigung hinzukommen. Der Passat hat es noch nicht unter die Top 20 der USA geschafft, wo der Jetta schon einmal war. Die Verkäufe des Jetta sind jedoch rückläufig, weil der Passat kanibalisiert die Stückzahlen des Jetta. Also halb lang mit Jubelberichten. Die Darstellung ihrer Euphorie würde besser passen, wenn man einen wertmäßigen Vergleich darstellen würde.

  • you made my day....

  • oh, der berwanger wieder.

    werden sie's nicht langsam müde (so wie ich), zu ALLEM ihren kommtar abzugeben?

    wenn sie in deutschland doch ach so unglücklich sind, warum wandern Sie nicht aus?

    in antarktika gibt's keine politik...

  • Woran das wohl liegt? *lach* Man sollte sich mal langsam überlegen, wo wir eigentlich leben, dass sich für mich der Import eines Deutschen Autos aus den USA inzwischen schon eher lohnt als das DEUTSCHE Auto Zuhause vor Ort zu kaufen.

    Auch hier muss man wieder sagen...die kranke Politik machts möglich.

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