US-Automarkt Goldener Oktober für Fiat Chrysler

Autobauer haben auf dem US-Markt so viele Fahrzeuge abgesetzt wie seit Jahren nicht mehr. Fiat Chrysler steigerte sich zum Vorjahreszeitraum um über ein Fünftel. Das Rennen machten aber schwere Geländewagen.
Update: 03.11.2014 - 23:34 Uhr Kommentieren
Für Chrysler war es der beste Oktober seit 2001. Quelle: ap

Für Chrysler war es der beste Oktober seit 2001.

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DetroitDer US-Automarkt kommt immer stärker auf Touren. Mehrere Hersteller gaben am Montag Absatzzahlen für Oktober an, die so gut waren wie seit Jahren nicht mehr. So schlug Fiat Chrysler 22 Prozent mehr Fahrzeuge los als im Vorjahreszeitraum. Für Chrysler war es der beste Oktober seit 2001. Mit einem Plus von elf Prozent lieferten die Autos der Marke BWM in den USA sogar den besten Oktober der Geschichte.

Bei VW of America stieg der Absatz um 7,8 Prozent, bei Nissan um 13,2 Prozent und Honda um 5,8 Prozent. Toyota legte um sieben Prozent zu.

Zwar gingen die Verkäufe von Ford um zwei Prozent zurück. Das Traditionsunternehmen lag damit aber über den Erwartungen von Analysten. Rivale GM dagegen verfehlte mit einem minimalen Plus von 0,2 Prozent die Expertenschätzungen. Bei Mercedes-Benz lag das Minus sogar bei 4,9 Prozent.

Big country, big cars
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Die meistverkauften Automodelle 2013 in Amerika waren große und schwere Pick-ups. Das ist auch ein Zeichen des wirtschaftlichen Aufschwungs nach schweren Krisenjahren vor allem in der Autoindustrie. Aber die Modelle sind nicht mehr ganz so schwer und durstig, wie früher. Während der Hang zur Größe bei den Käufern erhalten blieb, musste die Autoindustrie Zugeständnisse in puncto Verbrauch und Abgase machen, als Voraussetzung für ihre Rettung.

Im Prinzip ist der US-Automarkt zwar gesättigt, das Durchschnittsalter angemeldeter Fahrzeuge liegt aber schon bei 12 Jahren. Es gibt also Erneuerungsbedarf. Unser Überblick zeigt die meist verkauften Modelle in Amerika in 2013.

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Platz 1: Ford F-150

Unter Berufung auf die Website motorintelligence.com nennt das Wall Street Journal Anfang Januar 2014 genau 763.402 verkaufte Ford Pick-up-Modelle aus der 150er-Serie in den USA. Das entspricht einem Zuwachs von 18,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein im Dezember 2013 wurden 74.592 dieser Modelle verkauft, was einem Plus von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht.

Im Bild ist schon das 2014er Modell zu sehen, das Ford auf der NAIAS, der Automesse in Detroit, zeigt. Der F-150 gilt als Herz der F-Serie von Ford - der seit mehr als 60 Jahren erfolgreichen Pick-up-Baureihe. Dieser Inbegriff eines "Trucks", wie die Amerikaner das Segment nennen, ist seit 37 Jahren der meistverkaufte Pritschenwagen Nordamerikas, seit 32 Jahren dort sogar das meistverkaufte Auto.

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Platz 2: Chevrolet Silverado

480.414 verkaufte Silverado innerhalb eines Jahres sind nominell immer noch viel, aber Chevrolet muss zusehen, wie das Wachstumstempo beim Wettbewerb anzieht. Einen Zuwachs von 14,8 Prozent meldet die GM-Tochter für diese Modellreihe auf Jahressicht.

Allein im Dezember 2013 wurden 42.593 dieser Modelle verkauft, was aber einem Minus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht.

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Platz 3: Toyota Camry

Verkaufte Modelle im Dezember 2013: 29.964; Zuwachs: minus 4,6%.

Verkäufe im Gesamtjahr 2013 in den USA: 408.484; Zuwachs zum Vorjahr: 0,9%.

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Platz 4: Honda Accord

Verkaufte Modelle im Dezember 2013: 31.895; Zuwachs: 8,4%.

Verkäufe im Gesamtjahr 2013 in den USA: 365,699; Zuwachs zum Vorjahr: 10,2%.

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Platz 5: Dodge RAM

Der 2013er Dodge RAM 1500 5.7 L V8 HEMI (395 PS / 508 Nm mit 8-Stufen Automatik) war dank 8-Stufen Automatik um 20% weniger durstig als sein Vorgänger. Eine weitere Erneuerung war die Start-Stopp-Automatik, was ebenfalls dem Verbrauch zugute kam. Der altbekannte V8 leistet (als HEMI) 395 PS bei 5.600 Umdrehungen bzw. 508 Nm bei 3.950 U/min. Das Modell hat außerdem den besten Widerstandsbeiwert seiner Klasse (cw=0,363).

33.405 Stück verkauften sich allein im Dezember 2013, ein Plus von 10,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. 355.673 waren es im Gesamtjahr 2013, das entspricht einem Zuwachs von 21,2 Prozent gegenüber 2012, und ist die zweitbeste Zuwachsrate bei einer US-Modellreihe.

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Platz 6: Honda Civic

Verkaufte Modelle im Dezember 2013: 29.000; Zuwachs: minus 12,4%.

Verkäufe im Gesamtjahr 2013 in den USA: 336.180; Zuwachs zum Vorjahr: 5,7%.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten insgesamt einen Anstieg von etwa sechs Prozent auf 16,5 Millionen Fahrzeuge im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat erwartet.

RBC Capital Markets errechnete am Montag zunächst die Zahl von 16,4 Millionen Autos. Die monatlichen Absatzzahlen sind ein wichtiger Indikator für die Stärke der amerikanischen Wirtschaft, die stark vom Konsum abhängt. Der fallende Ölpreis in den USA hat im vergangenen Monat insbesondere den Kauf von SUVs angekurbelt.

Der US-Automarkt zeigt dabei weiter einen klaren Trend: Schweres Gerät verkauft sich am besten. So machte Chrysler mehr als die Hälfte seines Absatzes im Oktober mit Jeeps. Über ein weiteres Drittel steuerten Pickup-Trucks der Marke Ram bei. Dabei spielt auch der massive Absturz der Rohölpreise in die Karten - in den vergangenen vier Monaten sind sie um fast ein Viertel gesunken, der Preisrutsch macht sich auch an den Tankstellen zunehmend bemerkbar.

Die Aussicht auf anhaltend niedrige Spritpreise verführt immer mehr Amerikaner zum Kauf von als „Gas Guzzler“ bezeichneten Benzinschleudern. Wer keine schweren Geländewagen oder Pickups anbieten kann, hatte bereits in den vergangenen Monaten einen schweren Stand auf dem US-Markt. Dank kosmetischer Überarbeitungen beim Jetta und erhöhter Nachfrage nach dem neuen Golf konnte VW zuletzt dennoch punkten

Seit Jahresbeginn liegen die US-Verkaufszahlen von Volkswagen Pkw mit knapp 343 000 Neuwagen aber immer noch gut zwölf Prozent niedriger als vor einem Jahr. Die VW-Tochter Audi konnte sich auch im Oktober auf ihr neues A3-Modell verlassen und verkaufte fast 17 Prozent mehr. BMW gelang ein Anstieg um knapp acht Prozent. Vor allem das SUV-Modell X5 und das Flaggschiff BMW 7er verkauften sich deutlich häufiger als vor einem Jahr.

Der neue Macan hat Porsche auch im Oktober auf Kurs gehalten. Starke Verkäufe des Kompakt-SUV sicherten ein Absatzplus von drei Prozent im Oktober. Der einzige deutsche Autoriese mit rückläufigen Verkaufszahlen war Daimler. Der Absatz der Kernmarke Mercedes-Benz sank um fünf Prozent. Vor einem Jahr hatte der neue CLA die Verkäufe noch in die Höhe getrieben - nun brach sein Absatz um fast die Hälfte ein. US-Chef Stephen Cannon sprach von Lieferengpässen „bei einigen unserer beliebtesten Modellreihen“, nannte aber keine Einzelheiten.

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