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US-Automarkt schwächelt „Die Warnleuchten blinken“

Die starke US-Wirtschaft konnte auf einen boomenden Automarkt bauen – bis jetzt. Denn zuletzt ist die Kauflust auf Neuwagen deutlich zurückgegangen. Das könnte für die gesamte Konjunktur in den USA zum Problem werden.
Immer weniger Menschen in den USA entscheiden sich für den Kauf eines neuen Autos. Das könnte das US-Wachstum gefährden. Quelle: dpa
Autoindustrie in den USA in der Schieflage?

Immer weniger Menschen in den USA entscheiden sich für den Kauf eines neuen Autos. Das könnte das US-Wachstum gefährden.

(Foto: dpa)

New YorkDer US-Automarkt brummt seit sechs Jahren, doch die Anzeichen für ein Ende des Booms nehmen zu. Nach dem Rekord-Verkaufsjahr 2015 rechnen Experten damit, dass der August bereits den dritten Monat mit sinkendem Absatz im laufenden Jahr markiert. Ein leichter Dämpfer wäre angesichts der florierenden Geschäfte, an die sich Branche gewöhnt hat, nicht weiter bedenklich. Eine schärfere Bremsung, vor der einige Analysten warnen, könnte hingegen unangenehme Folgen für die US-Wirtschaft haben.

„Die Warnleuchten für die Auto-Industrie blinken definitiv schon - und das betrifft das Verarbeitende Gewerbe generell“, sagt Branchenbeobachter Mark Muro von der Washingtoner Denkfabrik Brookings Foundation. Der Absatz der drei größten Autokonzerne im US-Markt – General Motors (GM), Ford und Toyota – nahm im August deutlich ab. GM und Toyota sind nun schon den sechsten Monat in diesem Jahr im Rückwärtsgang. Ford musste sogar ein Minus von neun Prozent verkraften. Die Schwergewichte sind keine Ausnahmen.

Was die Hersteller an ihren Autos verdienen
Platz 15: GM Europe (Opel, Vauxhall)
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Opel arbeitet wieder rentabel – in diesem Jahr kann der deutsche Autobauer den ersten Quartalsgewinn seit 2011 verzeichnen. Insbesondere der hohe Anteil an Kleinwagen machte sich bemerkbar. Dennoch: Der Umsatz pro Fahrzeug ist mit 14.566 Euro niedriger als bei den meisten Konkurrenten und beim operativen Gewinn (Ebit) pro Fahrzeug landen die Rüsselsheimer mit 190 Euro auf dem letzten Platz. Die Ebit-Marge (Gewinn vor Zinsen und Steuern) lag bei 1,3 Prozent.

Das CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen unter Professor Ferdinand Dudenhöffer hat untersucht, wie profitabel die europäischen Automobilkonzerne sind. Die Studie zeigt, wie viel Gewinn die Hersteller pro Fahrzeug im ersten Halbjahr machten. Berechnet wurden dabei die Gewinne vor Zinsen und Steuern (Ebit) für die reine Automobilsparte, Zuliefereraktivitäten oder andere Geschäftsfelder blieben dabei unberücksichtigt.

Quelle: CAR-Institut

(Foto: PR)
Platz 14: VW-Pkw
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Die vom Dieselskandal erschütterte Kernmarke VW setzte im ersten Halbjahr 2016 mit jedem Fahrzeug 23.750 Euro um – mehr als die gesamte Konkurrenz der europäischen Hersteller. Doch Produktions- und Entwicklungskosten lassen die Ebit-Marge auf 1,7 Prozent oder 375 Euro pro Auto schrumpfen.

(Foto: dpa)
Platz 13: Seat
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Die Volkswagen-Tochter Seat konnte sich in Europa deutlich verbessern. Pro verkauftem Fahrzeug machte der Hersteller 337 Euro Gewinn – die Ebit-Marge lag bei 2,1 Prozent.

(Foto: dpa)
Platz 12: VW-Konzern
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Beim Marktführer VW bleibt die Lage schwierig. Der Konzern wird durch Porsche und Audi getragen, während das klassische Massengeschäft kaum Erträge erwirtschaftet. In den ersten sechs Monaten des Jahres erzielten die Wolfsburger in Europa 801 Euro Gewinn je Auto, die Ebit-Marge lag bei 4,5 Prozent. Autoexperte Dudenhöffer weiß: „Die Gewinne des VW-Konzerns kommen aus China und von den Töchtern.“

(Foto: AP)
Platz 11: Renault
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Runderneuerte Modelle wie der Clio (im Bild) oder der Twingo haben Renault wieder in die schwarzen Zahlen gebracht. Die Franzosen machten mit jedem verkauften Auto 715 Euro Gewinn. Die Ebit-Marge lag im ersten Halbjahr bei 4,7 Prozent.

(Foto: AP)
Platz 10: Ford Europe
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Lange hatte Ford in seinem Europageschäft mit hohen Verlusten zu kämpfen. Doch statt im Preiskampf unterzugehen, hat der Autobauer den Anteil an höherwertigen Ausstattungen gesteigert. Damit hat nicht nur der Umsatz pro Fahrzeug deutlich zugelegt. Pro verkauftem Neuwagen verdiente Ford in Europa 973 Euro. Die Ebit-Marge lag bei sechs Prozent.

(Foto: obs)
Platz 9: PSA
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Pro Auto blieb bei den Franzosen im ersten Halbjahr 844 Euro Gewinn hängen. Die Ebit-Marge belief sich damit auf 6,8 Prozent.

(Foto: Reuters)

„Die jüngsten Daten signalisieren Gefahr für den Autosektor“, meint Experte Muro und rät der Branche, sich besser „anzuschnallen“. Warnungen vor einem Abschwung gab es zuletzt viele, erst vor kurzem erschreckte der US-Autoriese Ford Anleger mit einer trüben Prognose für das zweite Halbjahr und 2017. Die Frage scheint inzwischen nicht mehr so sehr, ob der Markt an Dynamik verliert - sondern wie sehr. Man bewegt sich allerdings auf einem hohen Niveau: 2015 kaufte die US-Kundschaft knapp 17,5 Millionen Neuwagen, soviele wie nie zuvor.

Niedrige Spritpreise und günstige Finanzierungsbedingungen waren und sind zum Teil auch noch willkommene Verkaufshelfer für eine Industrie, die Aufbauhilfe nach der schweren Rezession im Zuge der Finanzkrise 2008 gut gebrauchen konnte. Die Vorliebe der Amerikaner für schwere Fahrzeuge wie Pick-up-Trucks und SUV's bescherte US-Branchengrößen wie der Opel-Mutter GM, die zwischenzeitlich sogar in die Insolvenz geraten war, ein beachtliches Comeback.

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