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US-Berichtsaison Zeit für Ergebnisse

Der Aluminiumriese Alcoa gilt als Gradmesser der US-Industrie. Wenn es nach den Zahlen des Unternehmens geht, sieht das zweite Halbjahr gut aus. Doch die guten Bewertungen der Firmen rechtfertigt das nicht.
10.07.2014 - 15:18 Uhr Kommentieren
Der Aluminiumriese Alcoa gilt als Gradmesser für die US-Wirtschaft. Demnach geht es der Industrie gut. Quelle: Reuters

Der Aluminiumriese Alcoa gilt als Gradmesser für die US-Wirtschaft. Demnach geht es der Industrie gut.

(Foto: Reuters)

San Francisco Die Berichtssaison in den USA ist eröffnet, und die Anleger wollen Ergebnisse sehen. Amerikanische Aktien stehen auf Rekordniveau, und die Wirtschaft springt nach den jüngsten Zahlen zufolge wieder an. Die Notenbank Fed zeigt sich optimistisch, fürchtet aber gleichzeitig eine zu große Sorglosigkeit bei den Anlegern. Ein stabilisierendes Element wären da starke Gewinnzahlen.

Traditionell wird an der Wall Street den Zahlen des Aluminiumriesen Alcoa eine Tendenzfunktion zugewiesen, und demnach kann es nicht so schlecht werden. Die Anleger zeigten sich am Dienstag erfreut von überraschend starken Ergebnissen und hoffen, eben solche jetzt auch aus anderen Branchen zu hören.

Die Chancen stehen nicht schlecht. Die jüngsten Zahlen der US-Konjunktur, von anziehenden Immobilienmärkten bis zu besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten, überdecken das katastrophale erste Quartal mit seinem Winterchaos an der Ostküste. Die Masse der Ergebnisse kommt in der Zeit ab 21. Juli bis 28. Juli.

US-Anleger freuen sich über Alcoa

Von Thomson Reuters befragte Analysten rechnen für das zweite Quartal mit einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von 6,2 Prozent bei den Unternehmen des S&P-500-Index, im ersten Quartal waren es noch 5,6 Prozent. Dabei sind die Unterschiede jedoch deutlich ausgeprägt. Rechnen die Analysten bei den Versorgungsunternehmen mit einem Gewinnrückgang um 0,6 Prozent, wird Technologieunternehmen mit 12,3 Prozent der markanteste Gewinnschub vorausgesagt.

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    Treiber der Branche sind in erster Linie Internetfirmen wie Google und Facebook. Aber selbst die krisengeschüttelte PC-Branche sieht Licht am Ende des Tunnels. Nach Zahlen von Marktforschern wie Gartner und IDC scheint der freie Fall bei den PC-Verkäufen beendet. Starke Nachfrage aus dem Unternehmensbereich sorgt für einen Ausgleich für die fehlende Nachfrage bei Privatkäufern.

    Besonders positiv dürfte mit einem Plus von 11,2 Prozent die Überraschung auch im Energiesektor ausfallen. Die Finanzinstitute bilden mit einem erwarteten Rückgang von 2,7 Prozent das Schlusslicht aller Branchen. Viele Institute kämpfen noch immer mit Nachwehen der Finanzkrise und hohen Strafzahlungen. Am Freitag werden die Zahlen von Wells Fargo erste Hinweise geben, auch auf das Geschäft mit Hypotheken und damit die Bauwirtschaft.

    Doch selbst wenn die Quartalszahlen gut ausgefallen, reicht das noch nicht, um die teilweise hohen Bewertungen zu rechtfertigen. Mit dem S&P-500-Index auf Rekordfahrt müssen die Gewinne weiter stark steigen, um die Kurse zu rechtfertigen. Die Voraussagen bis Jahresende werden die Anleger noch stärker interessieren als die Zahlen selbst. Nach Erhebungen von Thomson Reuters Datastream bewegte sich zum Abschluss des zweiten Quartals am 30. Juni 2014 der operative Gewinn der S&P-500-Werte bei 119,90 Dollar. Für 2015 wird er auf 137,52 Dollar im Schnitt geschätzt. Das würde die erreichten Kurse angemessener erscheinen lassen.

    So wie Alcoa zum Beispiel. Da ist der  Kurs seit Jahresbeginn um rund 40 Prozent angestiegen, knapp 85 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. Der Quartalsgewinn lag jetzt bei 138 Millionen Dollar. Ein scharfer Kontrast zum Vorjahr, als noch ein Verlust von 148 Millionen zu Buche stand.

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