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US-Biotechunternehmen Corona-Impfstoff: Novavax schließt Milliarden-Deal mit Trump-Regierung ab

Das amerikanische Biotechunternehmen erhält von der US-Regierung 1,6 Milliarden Euro für die Lieferung eines potenziellen Corona-Impfstoffs.
08.07.2020 - 14:44 Uhr 2 Kommentare
Der Impfstoff-Kandidat von Novavax, der aus einem künstlich hergestellten Proteinbestandteil des Coronavirus besteht, wird aktuell in einer klinischen Studie in Australien getestet. Quelle: AFP
Novavax-Labor

Der Impfstoff-Kandidat von Novavax, der aus einem künstlich hergestellten Proteinbestandteil des Coronavirus besteht, wird aktuell in einer klinischen Studie in Australien getestet.

(Foto: AFP)

Frankfurt Im Wettlauf um die Versorgung mit potenziellen Impfstoffen gegen die Lungenkrankheit Covid-19 hat die US-Regierung ihr Engagement nun mit einem weiteren großen Deal verstärkt. Sie sagte dem US-amerikanischen Biotechunternehmen Novavax im Rahmen ihrer „Operation Warp Speed“ 1,6 Milliarden Dollar für die Lieferung von 100 Millionen Einheiten eines Impfstoffs zu, der sich bei Novavax in der Entwicklung befindet.

Die Aktie legte daraufhin um mehr als 30 Prozent zu, womit sich die Marktkapitalisierung von Novavax auf gut sechs Milliarden Dollar erhöhte. Seit Jahresbeginn hat sich die Bewertung des Unternehmens um mehr als den Faktor 20 erhöht. Bereits im Mai hatte die internationale Impfstoff-Allianz Cepi 384 Millionen Dollar für die Finanzierung des Novavax-Impfstoffs zugesagt.

Der Impfstoffkandidat von Novavax, der aus einem künstlich hergestellten Proteinbestandteil des Coronavirus besteht, wird aktuell in einer Phase-1/2-Studie in Australien getestet und ist damit eines von insgesamt 18 Covid-19-Impfstoffprojekten, die sich in klinischen Tests befinden. Noch im laufenden Jahr will Novavax auch eine größere Studie mit rund 30.000 Teilnehmern abschließen.

Die „Operation Warp Speed“ ist eine von der US-Regierung gestartete Initiative, um die Entwicklung und Produktion von Covid-19-Impfstoffen, -Diagnostika und -Medikamenten zu beschleunigen. Beteiligt sind neben dem US-Gesundheitsministerium und dessen Unterbehörden auch die Ministerien für Verteidigung, Energie und Landwirtschaft. Den Deal mit Novavax vereinbarten das Gesundheits- und das Verteidigungsministerium gemeinsam.

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    Damit setzt die US-Regierung die Reihe der Verträge und Allianzen fort, mit denen Staaten rund um den Globus versuchen, sich frühzeitig die Versorgung mit Impfstoffen und Medikamenten gegen Covid-19 zu sichern. Die Vereinbarungen werden abgeschlossen, obwohl bisher noch nicht klar ist, ob und welche Impfstoffe wirklich sicher und wirksam sind.

    Auch andere Länder positionieren sich strategisch

    Anfang der Woche wurde bekannt, dass die britische Regierung offenbar mit den Pharmaherstellern Sanofi und Glaxo-Smithkline über die Lieferung von 60 Millionen Einheiten von deren Covid-19-Impfstoff verhandelt. Bei dem möglichen Geschäft geht es laut britischen Zeitungsberichten um ein Volumen von 550 Millionen Euro.

    Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande hatten sich vor Kurzem die Lieferung von 400 Millionen Einheiten eines Impfstoffs gesichert, an dem die Universität Oxford in Kooperation mit dem Pharmakonzern Astra-Zeneca arbeitet.

    Auch die US-Regierung hatte sich bereits zuvor im Rahmen mehrerer Vereinbarungen Zugriff auf Hunderte Millionen Impfstoffeinheiten gesichert. Unter anderem setzt sie dabei auf den Gesundheitskonzern Johnson & Johnson, die Biotechfirma Moderna und ebenfalls auf das Duo Universität Oxford und Astra-Zeneca.

    Auch die geplante Beteiligung des Bundes an dem Tübinger Impfstoffentwickler Curevac dürfte unter anderem dem strategischen Ziel dienen, sich potenzielle Lieferungen von Corona-Impfstoffen zu sichern. Die Bundesregierung will über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) 300 Millionen Euro in Curevac investieren.

    Das Unternehmen, das vor wenigen Tagen die Genehmigung für erste Tests mit seinem auf der RNA-Technologie basierenden Impfstoffkandidaten erhielt, konnte sich am Montag zudem einen Kredit der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Höhe von 75 Millionen Euro sichern.

    Mehr: Marktreife bis Mitte 2021 geplant – Curevac darf Corona-Impfstoff an Menschen testen

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    2 Kommentare zu "US-Biotechunternehmen: Corona-Impfstoff: Novavax schließt Milliarden-Deal mit Trump-Regierung ab"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Exportverbote nützen aber nicht viel. Denn wenn dieanderen Staaten keinen Impfstoff bekommen bleibt dem "gesunden" Staat nur der eigene Binnenmarkt, und der ist immer zu klein.

    • ich würde eine stärkere Förderung von in Deutschland ansässigen Biotechfirmen als oberste Priorität sehen. Die Forschung kostet viel Geld und ist nur mitpermanenten Finanzierungsrunden für jungere innovative Firmen machbar. Selbst dann ist das Risiko für die Firmen immer noch sehr hoch weil Forschungserfolge nicht planbar sind. Die meisten Produkt-Kandidaten in der Forschung scheitern. Aus diesem Grunde kann man sicher sein das Staaten Exportverbote verhängen falls in ihrem Land der Durchbruch gelingt. (siehe Masken...) Nur wer jetzt Risikokapital gibt kann später auch mitreden. Das ist wichtiger wie Millionen für jede "Pommesbude" in der sogenannten Wirtschaft zu verteilen.

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