Elizabeth Holmes

Elizabeth Holmes hat sich mit der SEC darauf geeinigt, die Mehrheit der Stimmrechte von Theranos abzugeben.

(Foto: AP)

US-Börsenaufsicht SEC Drakonische Strafe für Biotech-Star Holmes soll dem Silicon Valley eine Lehre sein

Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes soll Investoren betrogen haben. Deshalb verliert sie nun die Kontrolle über ihr Unternehmen und muss eine hohe Strafe zahlen.
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New YorkElizabeth Holmes war der Shootingstar der Biotech-Branche. Ihre tragbaren Kits sollten den Bluttest-Markt revolutionieren. Mit einem einzigen Tropfen sollten Kunden komplizierte Diagnosen stellen können. Tatsächlich hat das Start-up aus dem Silicon Valley heimlich kommerzielle Test-Technologie gekauft und benutzt, statt die eigene, angeblich revolutionäre Technologie zu verwenden. Nun hat die US-Börsenaufsicht SEC sich mit der Gründerin und Vorstandsvorsitzenden auf drakonische Strafen geeinigt.

Damit findet eine steile Karriere ein klares Ende. Holmes, die im Alter von 19 Jahren ihr erstes Patent angemeldet hatte, brach 2003 ihr Studium an der Stanford-Universität ab, um ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Holmes konnte große Namen wie die Apotheken-Kette Walgreens als Kunden gewinnen.

Nach zehn Jahren war Theranos eines der wertvollsten Start-ups im Silicon Valley, auf seinem Höhepunkt am grauen Kapitalmarkt mit fast zehn Milliarden US-Dollar bewertet. Weil Holmes weiterhin die Hälfte der Theranos-Anteile besaß, führte sie das „Forbes“-Magazin mit geschätzten 4,75 Milliarden US-Dollar Privatvermögen als reichste „Selfmadefrau der USA“. Dann kam der Betrug ans Licht.

Holmes hat sich mit der SEC darauf geeinigt, die Mehrheit der Stimmrechte von Theranos abzugeben. „In der Praxis heißt das, sie hat keine Kontrolle mehr über das Unternehmen“, erklärte Steven Peikin, Co-Director der Enforcement-Abteilung der SEC. Außerdem darf sie zehn Jahre lang kein anderes Unternehmen führen, und sie muss 500.000 Dollar Strafe zahlen.

Die SEC wirft Holmes und dem früheren Präsidenten Ramesh Balwani vor, von Investoren 700 Millionen US-Dollar auf der Grundlage eines „jahrelangen Betrugs“ eingesammelt zu haben. Die falschen Aussagen über das angeblich revolutionäre Produkt hatten die Investoren überzeugt. „In Wahrheit konnte Theranos' Hauptanalyse nur eine kleine Anzahl an Tests durchführen“, teilte die SEC mit. Der Großteil der Tests habe auf anderen Geräten stattgefunden.

Auch die Behauptung, das US-Militär würde die Theranos-Kits in Afghanistan und in Sanitäter-Hubschraubern einsetzen, sei falsch gewesen.

Der SEC-Ko-Direktor Peikin nannte die Einigung in einer Telefonkonferenz außergewöhnlich für Silicon-Valley-Standards. „Dieses Paket an Mitteln ist beispielhaft für unsere Bemühungen, maßgeschneiderte und bedeutsame Sanktionen zu verhängen, die das unrechtmäßige Verhalten direkt angehen und die den Schaden der Aktionäre am besten wettmachen.“

Peikin mahnte die Investoren, bei Start-up-Unternehmen genau hinzuschauen: „Investoren sollten Fragen stellen. Start-ups haben mehr Risiko als börsennotierte Unternehmen. Das sollte den Investoren bewusst sein“, sagte er.

Die regionale SEC-Direktorin Jina Choi in San Francisco nannte den Theranos-Fall eine wichtige Lektion für das Silicon Valley. „Innovatoren, die eine Industrie revolutionieren und aufmischen wollen, müssen Investoren die Wahrheit sagen, was ihre Technologie heute kann, nicht nur, was sie hoffen, was sie eines Tages kann“, stellte sie klar.

Der ehemalige Präsident Balwani hat sich nicht mit der SEC geeinigt. Die SEC wird gegen ihn vor dem Gericht in Nord-Kalifornien vorgehen.

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