US-Castingshow American Idol macht Kasse

Zugpferd "American Idol": Die US-Musiktalentshow schlägt alle Zuschauerrekorde und beschert den Produzenten satte Einnahmen. Und das schönste ist: Ein deutscher Konzern verdient kräftig mit.
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Gewinner der zehnten American Idol Staffel und neuer US-Superstar Scotty McCreery. Quelle: Reuters

Gewinner der zehnten American Idol Staffel und neuer US-Superstar Scotty McCreery.

(Foto: Reuters)
Los Angeles.

Selbst Lady Gaga mit ihrem seltsamen Gestänge auf dem Kopf und ihrem spektakulärem Sturz von einem fünf Meter hohen Pappkarton-Felsen konnte "Superstar" Scotty McCreery am Ende nicht die Show stehlen. Der Finalist bei der Musiktalentshow "American Idol", hierzulande als "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) bekannt, hat sich längst in die Herzen der knapp 7000 Zuschauer im Nokia Theatre in Los Angeles gesungen. Am Ende rollen Tränen über sein blasses Gesicht. Der junge Sänger aus dem US-Bundesstaat North Carolina hat mit 122 Millionen abgegebenen Stimmen den populärsten Sanges-Wettbewerb der Vereinigten Staaten für sich entschieden. Über 29 Millionen Zuschauer vor den Fernsehbildschirmen zwischen Seattle und Miami sind einfach nur gerührt. Die letzten sieben Minuten des Finales sahen sogar knapp 39 Millionen Fernsehzuschauer. Damit schlägt der Junge mit der goldenen Stimme sogar den Rekord von 2006 als 36 Millionen beobachteten wie Taylor Hicks seine Konkurrentin Katharine McPhee schlug. Damit ist "American Idol" seit acht Jahren die meistgesehene Sendung im amerikanischen Fernsehen.

Die Medienkonzerne Bertelsmann und News Corp. können sich angesichts des neuen Zuschauerrekords die Hände reiben. Den "American Idol" ist im zehnten Jahr seines Bestehens die erfolgreichste Show im größten Fernsehmarkt der Welt. Die Gütersloher verdienen daran fleißig mit. Denn ihre TV-Produktionstochter Fremantle ist schließlich der Produzent und Eigentümer der Castingshow. Der Fernsehsender Fox, eine Tochter von Rupert Murdochs Medienimperium, überträgt den seit Monaten tobenden Kampf um den größten "Superstar". "Fox war mehr als glücklich mit dieser Saison", sagt ein Marktteilnehmer in Los Angeles. Genaue Zahlen nennen aber weder Fremantle noch Fox. Nach Branchenschätzungen in Los Angeles beläuft sich der Umsatz der Show über Werbung, Sponsoren, Merchandising, Tickets und Musik auf rund 700 Millionen Dollar.

Was deutsche TV-Stars verdienen
Deutschland sucht den Superstar 2011
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Die Sängerin Fernanda Brandao bildet gemeinsam mit Dieter Bohlen (rechts) und Patrick Nuo die Jury in der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar". 50.000 Euro bekommt die 27-Jährige pro Auftritt. Die Summen hat die Bild-Zeitung in ihrer "Geld-Liste" errechnet.

Köche gegen Jauch - kein Rezept gegen das Kultquiz
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Die RTL-Sendung "Wer wird Millionär"? hat Günther Jauch lange moderiert. Er selbst ist längst Millionär.

Der beliebte Moderator lässt sich seine Auftritte richtig viel kosten: Ab dem Herbst 2011 wird er in der ARD sonntags nach dem Tatort eine Talkshow moderieren - und bekommt dafür laut einem Bericht der Bild-Zeitung Millionen.

Dem Bericht zufolge erhält seine Produktionsfirma für 39 Sendungen pro Staffel jährlich 10,5 Millionen Euro. Umgerechnet seien das 4487,18 Euro pro Sendeminute. Anne Will, Jauchs Vorgängerin auf dem Sonntags-Sendeplatz, habe die ARD 1323,18 Euro pro Minute weniger gekostet.

Thomas Gottschalk zu Gast bei Maybrit Illner
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Der Moderator und Entertainer Thomas Gottschalk ist seit vielen Jahren einer der Top-Verdiener im deutschen Fernsehen: 100.000 Euro bekommt er für eine Ausgabe der Samstagabend-Show "Wetten, dass...?". Sein geplanter Abschied von der Sendung bringt für Gottschalk also herbe Einbußen mit sich.

46. Goldene Kamera
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Mit ihrem Heiratsantrag bei der "Goldenen Kamera" begeisterte Monika Lierhaus viele Zuschauer. Andere fanden den Auftritt befremdlich, bei dem sich Lierhaus nach langer Krankheit erstmals wieder im Fernsehen zeigte.

Nun wird auch über die Gage der früheren "Sportschau"-Moderatorin diskutiert: 450.000 Euro im Jahr soll sie als Botschafterin der "Fernsehlotterie" bekommen. Zum Vergleich: Bundeskanzlerin Angela Merkel erhält 199.000 Euro.

Thomas Ebeling
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Für die Gagen vieler Stars verantwortlich ist Thomas Ebeling als Chef von ProSiebenSat. 1. An sein eigenes Salär kommen aber die wenigsten TV-Stars heran: Ebeling bekommt 1,9 Millionen Euro im Jahr.

Hansi Hinterseer
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So lieben ihn die Freunde der Volksmusik: Hansi Hinterseer begeistert mit Liedern wie "Ein kleines Edelweiß". Er selbst dürfte sich auch über die üppigen Gagen freuen. 7.000 Euro bekommt er laut Bild-Zeitung pro Auftritt.

Intendantenkonferenz der ARD
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Auch ihre Bezüge sorgten für Aufregung: Monika Piel verdient 308.000 Euro im Jahr. Piel ist Intendantin des Westdeutschen Rundfunks mit 4.300 Mitarbeitern und zur Zeit auch ARD-Vorsitzende.

Die Show ist eine gewaltige Reklame für die Musikverkäufe. Die frühere Gewinnerin Carrie Underwood verkaufte beispielsweise mehr als 16 Millionen Alben und kam auf 56 Millionen digitale Verkäufe. Das Geschäft um den "American Idol" brummt auch im zehnten Jahr. Laut "Hollywood Reporter" sollen allein die Sponsoren Coca-Cola, Ford und der Telekomkonzern AT&T jeweils 50 Millionen Dollar gezahlt haben, um in der Show präsent zu sein. Fremantle-Chef Tony Cohen nennt auf Anfrage keine Zahlen. Im Gegensatz zu deutschen Äquivalent stehen in den USA die Stars Schlange, um beim "American Idol" auftreten zu können. Selbst Altmeister wie Bono oder Tom Jones sind sich für ein Drei-Minuten-Ständen zwischen den langen Werbepausen nicht zu schade.

Noch im vergangenen Jahr schwächelte die Show. Die Zahl der Fernsehzuschauer der Endrunde von "American Idol" sank 2010 auf bescheidene 20,1 Millionen. Doch in diesem Jahr wurde die Jury mit der Hollywood-Schönheit Jennifer Lopez und dem Rockstar Steven Tyler neu besetzt und die Show mit angesagten Musikstars wie der Sängerin Beyoncé verjüngt.

Wie lange funktioniert noch die Gelddruckmaschine? Fremantle-Chef Cohen ist zuversichtlich. "Shows wie ,Der Preis ist heiß? laufen bereits seit 40 Jahren", sagte der gelernte Zeitungsjournalist dem Handelsblatt in Los Angeles. "Es kommt eben darauf an, die Formate kreativ weiter zu entwickeln." Die Verjüngungskur in den USA hat auf alle Fälle in diesem Jahr funktioniert.

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