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US-Flugzeugbauer Boeing Probleme mit Triebwerken – Bis zu 50 Dreamliner müssen am Boden bleiben

Die Triebwerksprobleme beschäftigen Boeing weiter. Nun müssen zahlreiche Jets in die Sonderinspektion. Grund ist eine Frist der Behörden.
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Der Langstreckenflieger Dreamliner wird nun wegen Behördenauflagen nur noch auf kürzeren Strecken eingesetzt. Quelle: dpa
Boeing 787 Dreamliner

Der Langstreckenflieger Dreamliner wird nun wegen Behördenauflagen nur noch auf kürzeren Strecken eingesetzt.

(Foto: dpa)

New YorkDer Triebwerksbauer Rolls-Royce erwartet, dass die Zahl von Flugzeugen des Typs Boeing 787 Dreamliner, die aufgrund von Triebswerksproblemen repariert werden müssen, deutlich ansteigt. Denn bis zum 9. Juni müssen alle Dreamliner in der Sonderinspektion gewesen sein.

So fordert es die US-Luftsicherheitsbehörde Federal Aviation Administration (FAA). Dadurch wird die Zahl der geparkten Dreamliner, die gewartet werden müssen, von 35 kurzfristig auf voraussichtlich 50 Flugzeuge steigen.

Ungefähr 80 Prozent des Triebwerkstyps Trent 1000 C sei bereits einmal auf Risse oder Abnutzungserscheinungen überprüft worden. Knapp ein Drittel dieser Triebwerke habe diese Überprüfungen nicht bestanden, sagte ein Insider.

„Wir erkennen an, dass unsere Kunden vor inakzeptablen Störungen stehen“, erklärte Chris Cholerton, Präsident bei Rolls-Royce für zivile Luftfahrt. „Wir gehen davon aus, dass die Anzahl der betroffenen Flugzeuge kurzfristig ansteigen wird, da die Frist für den Abschluss der ersten Inspektionsansätze nun erreicht ist. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass wir die richtigen Bausteine zur Bewältigung der zusätzlichen Arbeitsbelastung haben.“

Aufgrund der Triebwerksprobleme setzen einige Airlines ihre Dreamliner nur noch auf kürzeren Routen ein. Seit der Entscheidung der FAA im April hat Rolls-Royce Maßnahmen ergriffen, um die Kapazitäten für die Motorenwartung zu verdreifachen. Zudem wurde eine neue Ultraschallprüftechnik entwickelt, die eingesetzt werden kann, während die Turbine noch am Flugzeug befestigt ist.

Weitere Kapazitätserweiterungen an den Standorten in Singapur, London und im englischen Derby seien geplant, so Rolls-Royce. Das Hauptproblem seien mögliche Risse in den Schaufeln der Trent-Mitteldruckturbine.

Rolls-Royce hat auch die Überarbeitung des Triebwerks beschleunigt. Die neuen Schaufeln werden im Juni getestet und später in diesem Jahr an die Kunden ausgeliefert – zunächst war dies erst für Anfang 2019 geplant.

Die verstärkten Kontrollen werden keine zusätzlichen finanziellen Auswirkungen haben, teilte der Triebwerksbauer mit. Das Unternehmen wird einen neuen Restrukturierungsplan des Beratungsunternehmens Alvarez & Marsal an seinem nächsten Kapitalmarkttag am 15. Juni vorstellen.

Vom Bootsschuppen zum Luftfahrt-Giganten
Erste Anfänge im Schuppen
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In Seattle im US-Bundesstaat Washington wollte William Boeing eine Jacht bauen. Doch dann entdeckte der Unternehmer seine Faszination für das Fliegen und funktionierte das Gebäude kurzerhand zur Flugzeugfabrik um. Das sollte sich als gute Idee erweisen: Heute ist Boeing Weltmarktführer. Der legendäre „Red Barn“ – der erste Werksschuppen – steht im Luftfahrtmuseum von Seattle.

(Foto: Reuters)
100.000 Dollar Startkapital
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Vor hundert Jahren – am 15. Juli 1916 – gründete Boeing mit einem Startkapital von 100.000 Dollar die Pacific Aero Products Company. Damit war die Basis für Boeings Flug- und Raumfahrt-Imperium gelegt, das zuletzt einen Börsenwert von fast 82 Milliarden Dollar hatte. Was wenig bekannt ist: Auch deutscher Pioniergeist spielte eine wichtige Rolle bei dieser Geschichte. Boeings Wurzeln liegen in Westfalen.

(Foto: Boeing/dpa)
William Boeing
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Im Jahr 1868 brach der deutsche Auswanderer Wilhelm Böing von Hohenlimburg bei Hagen im Sauerland nach Amerika auf, um dort sein Glück als Unternehmer zu versuchen. Er gründete einen Holzhandel und verdiente genug Geld, um seinen Sohn William auf Privatschulen und die Eliteuni Yale zu schicken.

(Foto: Boeing/dpa)
„Königin der Lüfte“
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Aus dem deutschen Namen Böing entstand das amerikanische Boeing – das zum Synonym für das größte Luft- und Raumfahrtunternehmen der Welt wurde. Mit dem Jumbo-Jet 747, „Königin der Lüfte“ genannt, schuf Boeing Ende der 1960er Jahre das jahrzehntelang größten Passagierflugzeug der Welt – und machte damit Fernreisen für Normalbürger überhaupt erschwinglich.

(Foto: Boeing/dpa)
Konkurrenzdruck macht Boeing zu schaffen
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Doch im Jubiläumsjahr steht der Konzern, der stark von US-Rüstungsaufträgen profitiert und dessen Historie auch dunkle Kapitel wie den verheerenden Atombomben-Abwurf auf Hiroshima durch einen Boeing-B-29-Bomber umfasst, vor Herausforderungen. Der Konkurrenzdruck durch den Erzrivalen Airbus macht den Amerikanern zu schaffen. Anleger blickten zuletzt eher bange in die Zukunft, die Boeing-Aktie hat seit dem Jahresbeginn knapp zehn Prozent eingebüßt.

(Foto: Boeing/dpa)
Gleichwertiger Konkurrent
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Wurde Airbus in den 1970er Jahren noch belächelt, haben sich die Europäer längst zum gleichwertigen Konkurrenten aufgeschwungen. Nach dem ersten Passagier- und Frachtjet A300 setzte Airbus Ende der 1980er Jahre mit der A320-Modellfamilie auf den wichtigen Markt der Mittelstreckenjets–- und machte der Boeing 737 Konkurrenz.

(Foto: dpa)
Zwei Riesen im Sinkflug
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Im neuen Jahrtausend musste der Jumbo-Jet seine Rolle als weltgrößtes Passagierflugzeug an die A380 von Airbus abgeben – doch heute befinden sich gleich beide Riesen im Sinkflug. Von der neuesten Jumbo-Generation 747-8 sollen wegen mangelnder Neuaufträge ab September nur noch sechs Maschinen pro Jahr ausgeliefert werden.

(Foto: Reuters)

Der Vorstandsvorsitzende von Rolls-Royce, Warren East, sagte, das Unternehmen werde die frei verfügbaren Ausgaben reduzieren, um die zusätzlichen Ausgaben für die Inspektionen auszugleichen. Man halte an dem Ziel, bis zum Jahr 2020 einen Free Cash Flow von einer Milliarde Pfund zu erreichen, fest.

„Das Ausmaß der zusätzlichen Wartungskosten von Trent-1000-Triebwerken bleibt abzuwarten. Und wir sind uns nicht sicher, wie Rolls-Royce dies auf wundersame Weise ausgleichen kann“, schrieb kürzlich Rob Stallard, Analyst bei Vertical Research Partners. „Das Unternehmen hat nicht viel mitgeteilt und wir sind besorgt, dass die Wartungskosten weiter steigen könnten.“

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