US-Gericht weist Klage ab Porsche entkommt Milliardenstrafe

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Kein einziger Hedgefonds in New York registriert
Die skurrilsten Gerichtsverfahren in den USA
SAM TAYLOR COMPUTER
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Platz 10: Der Cheater

In Redwood City (Kalifornien) haben Eltern eine Schule verklagt, die ihren Sohn aus einer Klasse für fortgeschrittenen Englisch-Unterricht geworfen hatte. Der Grund: Der Junge hatte bei einem Mitschüler abgeschrieben und die High School sieht es in ihren Statuten vor, in solchen Fällen die Schüler auszuschließen. Laut Eltern sind die Regelungen aber zu schwammig formuliert und deswegen nicht anwendbar.

Karitative Parkuhr in Pforzheim
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Platz 9: Die strahlenden Parkuhren

In Santa Monica hat eine Frau die Stadt auf 1,7 Millionen US-Dollar Schmerzensgeld verklagt, weil die Strahlung der neuen, drahtlosen Parkuhren ihre Gesundheit angeblich beeinträchtigt.

Pepsi Earns
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Platz 8: Die Popcorn-Lunge

Ein Mann aus einem Vorort von Denver (Colorado) hat vor Gericht in einem kuriosen Verfahren 7,2 Millionen US-Dollar erstritten. Er hatte diverse Lebensmittelhersteller verklagt, weil Dämpfe von Mikrowellen-Popcorn angeblich seine Atemwege geschädigt hätten und auf den Verpackungen kein Warnhinweis vorhanden gewesen sei. Die Anwälte der Firmen waren der Ansicht, dass die Gesundheitsprobleme des Klägers nicht von Mikrowellen-Popcorn verursacht wurden, sondern von chemischen Teppichreinigern, mit denen er jahrelang gearbeitet hat. Doch die Richter gaben dem Mann recht.

Cracks in the parking lot are seen in front of the Carousel shopping mall in San Bernardino
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Platz 7: Antidiskriminierung extrem

Ein Gastronom in Kalifornien wird vor Gericht verklagt, weil er angeblich das US-Antidiskriminierungsgesetz für Behinderte verletzt. Unter anderem geht es um einen Parkplatz, den der Beklagte gar nicht besitzt.

Dallas Cowboys safety Danny McCray intercepts a pass intended for New York Giants wide receiver Victor Cruz in Arlington, Texas
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Platz 6: Die heiße Bank der Cowboys

Ein weiblicher Fan hat das NFL-Team Dallas Cowboys verklagt, weil sie sich vor einem Spiel auf eine glühend heiße Bank vor dem Stadion gesetzt und dabei angeblich Verbrennungen dritten Grades am Hinterteil erlitten hat. Bei Temperaturen von knapp 38 Grad Celsius hätte sie eigentlich selbst darauf kommen müssen, dass die schwarz lackierte Bank sich aufheizen könnte, aber der Fan hätte sich ein Warnschild gewünscht, daher die Klage.

A man drinks a Corona beer at a bar in Cancun
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Platz 5: Die langen Flaschen

Gegen den Bierproduzenten Anheuser-Busch wurde vor einem Gericht in Texas Klage eingereicht, weil die langen Hälse der Flaschen angeblich dazu verleiteten, sie bei Schlägereien als Waffe zu benutzen. Das Verfahren wurde aber rasch eingestellt.

Berlin: Hochbetrieb im Dentallabor
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Platz 4: Der zahnlose Häftling

In Marquette (Michigan, USA) hat ein Insasse des Hochsicherheitsgefängnisses die Anstalt für seine Zahnprobleme verantwortlich gemacht und geklagt. Angeblich sei ihm keine Zahnpasta zur Verfügung gestellt worden, was in der Folge zu dem Verlust eines Zahns geführt hätte. Der Häftling sei jedoch mit gerade einmal fünf Zähnen eingeliefert worden, was seinen Vorwurf etwas unglaubwürdig erscheinen ließ.

Porsche habe erfolgreich begründen können, dass ein New Yorker Gericht nicht zuständig sei, heißt es in der Begründung, mit der die Klage abgewiesen wurde (Eine Porsche-Argumentation in dem Fall). Auf der anderen Seite sei es den Hedgefonds nicht geglückt, eine „substanzielle Verknüpfung“ mit New York zu belegen. Die einzigen Verbindungspunkte in den Bundesstaat seien verschiedene Anrufe und E-Mails. Doch die VW-Aktie werde nicht an amerikanischen Börsen gehandelt. Und außerdem seien viele Zeugen Deutsche und auch Beweisstücke auf deutsch verfasst.

Was den Hedgefonds die Sache ebenfalls erschwerte: Kein einziger sei in New York registriert. In anderen Fällen wie etwa Bestechungen im Ausland, greifen US-Gesetze allerdings oftmals auch bei geringen Verbindungen in die Vereinigten Staaten.

Die Porsche Holding hatte sich seit 2005 in Trippelschritten bei Volkswagen eingekauft, im März 2008 aber verneint, dass sie den viel größeren Wolfsburger Konzern beherrschen wollte. Im Oktober 2008 ließen die Stuttgarter dann die Katze aus dem Sack: Sie gaben bekannt, dass sie sich direkt und indirekt bereits Zugriff auf fast 75 Prozent der VW-Stimmrechte gesichert hatten.

Porsche verdiente zwischenzeitlich glänzend an seinen Optionsgeschäften und konnte immer höhere Kredite aufnehmen, musste im Zuge der Finanzkrise den Übernahmeversuch jedoch abblasen, da das Geld ausging. Volkswagen drehte den Spieß schließlich um, schoss Porsche frisches Geld zu und übernahm zunächst knapp die Hälfte des hochprofitablen Fahrzeuggeschäfts. Seit dem Sommer gehört die Automarke Porsche ganz zum Wolfsburger Konzern, die Porsche Holding besitzt aber weiterhin gut die Hälfte der VW-Stimmrechte.

Auch in Deutschland sieht sich Porsche mit mehreren Klagen konfrontiert. Darüber hinaus ermittelt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft wegen der gescheiterten Übernahme unter anderem gegen Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Die Behörde hatte kurz vor Weihnachten Anklage gegen den 60-Jährigen wegen Aktienkursmanipulation erhoben. Wiedeking weist die Vorwürfe zurück.

Mit Material von dpa und Reuters.

 
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16 Kommentare zu "US-Gericht weist Klage ab: Hochdeutsch zu können schützt Porsche vor Milliardenstrafe"

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  • Hauptsache, keiner regt sich über die total verfehlte Zeile und Bebilderung auf... wir können alles, außer Nachrichten.

  • Hat sich von Euch Steckrüben mal jemand Gedanken darüber gemacht, dass die Börse in ihrer heutigen Form völlig überholt ist? Vor 100 Jahren war sie sinnvoll, aber heute, in Zeiten des Internets und des Onlinehandels ist sie hauptsächlich Schuld am Untergang des freien Handels und der freien Unternehmungen.
    Die Börse hat einfach nicht den Geist der Zeit verstanden und wird entweder in ihrer Sturheit oder im Aufruhr der Massen untergehen. So, oder so!

  • Verstehe ich das richtig? Die Hedgefonds sind zwecks Steuern und Intransparenz in Steueroasen registriert, möchten aber gern den Rechtsschutz des Staates New York genießen? Die New Yorker Richter haben richtig gehandelt: Wer in New York zum Rosinenpicken aufschlägt, soll gefälligst wieder gehen. Sollen die Hedgefonds doch auf Guensey oder in ihren sonstigen dubiosen Standorten klagen!

  • Mal wieder nur Trolle unterwegs hier? Einzig allein Bluecher kommentiert das eigentliche Thema.

    Es ist schon bedenklich, dass Hedgefonds, die mit Milliarden zocken noch nicht einmal etwas vom "Short Squeeze" gehört haben und dann versuchen auf juristischem Weg ihre Inkompetenz zu vergolden.

    Jeder mündige Privatanleger, der einen Leervekauf eingeht, wird den "Short Squeeze" zu vermeiden versuchen und wenn nicht, für die Verluste geradestehen.

    Das Problem bei den Finanzgeschäften liegt nicht im Risiko (das sollte bekannt sein), sondern in dem inkompetentem Risikomanagement. Die Schande ist, dass große Teile der Finanzindustrie sich dann vom Steuerzahler retten lassen, ein Kardinalfehler der Politik, der offensichtlich die regulative Kompetenz fehlt.


  • ... man möchte wirklich annehmen, dass sich hier einige mit ihrer Spielekonsole vom Kinderzimmer ins Internet verirrt haben

    lach!


  • ... wie wahr!

  • Ich finds klasse, daß die amerikanischen Finanzverbrecher so richtig eins übergebraten gekriegt haben, und jetzt noch vor Gericht gescheitert sind. Es sollte mehr Wiedekings geben!
    Der Coup war genial eingefädelt,ist aber leider an der Politik gescheitert.

  • Wenn man hier so einige posts liest denkt man, man wäre im Kindergarten.
    Ob Audi oder Porsche oder gelbe Sandschaufel oder grüne.

    Ist doch völlig Wurscht. Die Schönheit / Nutzen liegt immer im Auge des Betrachters und dieses frühpubatäre Verhalten ist doch völlig absurd.

    Ab in den Sandkasten!


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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