US-Konzern Freescale gibt Fabrik in Japan auf

Der US-Halbleiterkonzern Freescale gibt seine Chipfabrik in der Nähe der japanischen Stadt Sendai komplett auf. Grund sind die Schäden durch Erdbeben und Tsunami. Die Produktion soll vor allem in den USA weitergehen.
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Austin/Sendai Eine beim Erdbeben schwer beschädigte japanische Chipfabrik bleibt für immer geschlossen. Der Betreiber, der US-Halbleiterkonzern Freescale, kündigte den drastischen Schritt am Mittwoch am Firmensitz im texanischen Austin an. Die Schäden am Gebäude und an den sensiblen Maschinen seien zu schwerwiegend; hinzu kämen die vielen Nachbeben und die unsichere Versorgungslage in der Region.

Die Chipfabrik Sendai liegt nach Firmenangaben gut 100 Kilometer vom Epizentrum des Bebens und dem Katastrophen-Atomkraftwerk Fukushima entfernt. 600 Menschen arbeiteten in der Fabrik, die unter anderem die gerade stark nachgefragten Chips für die Autoindustrie herstellt. Freescale kündigte an, die Produktion an andere Standorte vor allem in den USA zu verlegen; zudem seien die Lager gut gefüllt.

Freescale hatte sowieso vor, die 1987 in Betrieb genommene Fabrik zum Jahresende zu schließen. Die im April 2009 gefällte Entscheidung war Teil eines Sparprogramms. Konzernchef Rich Beyer versprach, den Mitarbeitern ihren Lohn für einen längeren Zeitraum weiterzuzahlen plus einer Abfindung.

Freescale ist eine ehemalige Motorola-Tochter, gehört aktuell Finanzinvestoren und strebt an die Börse. Neben Autochips stellt der Konzern auch Halbleiter für Industrie, Kommunikationstechnik und Verbraucherelektronik her. Nach Einbußen in der Wirtschaftskrise war das Geschäft zuletzt wieder angesprungen.

  • dpa
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