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US-Konzern Purdue Pharma will Milliardensumme im Opioid-Streit zahlen

Der Oxycontin-Hersteller will mit Milliardenzahlungen die mehr als 2000 Klagen beilegen, die ihm die Mitschuld an der Opioid-Epidemie in den USA geben. Hinter Purdue steht die Familie Sackler.
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Das Schmerzmittel steht in der Kritik. Quelle: dpa
Oxycontin

Das Schmerzmittel steht in der Kritik.

(Foto: dpa)

New York Der Oxycontin-Hersteller Purdue Pharma und seine Besitzer – die Sackler-Familie – bieten an, zehn bis zwölf Milliarden Dollar zu zahlen, um die mehr als 2000 Klagen gegen das Unternehmen beizulegen. Das berichten mehrere US-Medien übereinstimmend.

Purdue und dessen aggressives Marketing für das Opioid-haltige Mittel Oxycontin werden dafür verantwortlich gemacht, dass so viele Menschen in den USA erst Schmerzmittel- und drogenabhängig geworden sind. Allein im vergangenen Jahr sind in den USA 68.000 Menschen an einer Überdosis gestorben.

Die Nachricht über das Angebot von Purdue kommt nur einen Tag nach dem Urteil in Oklahoma über mehr als eine halbe Milliarde Dollar gegen den Pharma-Konzern Johnson & Johnson. Auch Johnson & Johnson wird für die rasante Verbreitung der Epidemie mit verantwortlich gemacht. Das Angebot von Purdue kommt, nachdem die Besitzer bereits einen Gläubigerschutz erwähnt haben.

Hinter dem Unternehmen steht die Sackler-Familie, die sich gerne als noble Förderer der Künste und der Forschung geben. Nach ihnen ist sogar ein Flügel im Metropolitan Museum of Art benannt. Die Familie Sackler hatte es 2015 mit einem Vermögen von 14 Milliarden Dollar unter die Top 20 der „Forbes“-Liste der reichsten US-Familien geschafft.

1952 hat die Sackler-Familie das Unternehmen Purdue übernommen. Unter Führung des verstorbenen Raymond Sackler und seiner Brüder Arthur und Mortimer – alle studierte Psychiater – entwickelte Purdue in den 90ern das Schmerzmittel Oxycontin. Unter der Führung von Richard Sackler hat Purdue das Schmerzmittel auch mit gefälschten Studien aggressiv vermarktet und deren Suchtpotential verharmlost. Da viele Menschen von diesem Opioid abhängig wurden, gilt das Unternehmen als hauptverantwortlich für die Opioid-Epidemie in den USA.

Die New Yorker Staatsanwälte haben die Sacklers zudem im Frühjahr auch persönlich verklagt. Die Familie Sackler stehe hinter einem kriminellen Plan, der „von Leiden und Tod von New Yorkern und anderen in den USA profitiert“ habe, sagte die Justizministerin des Bundesstaats New York, Letitia James. „Während die Sackler-Familie immer reicher wurde, ging es mit der Gesundheit der New Yorker abwärts, und unser Bundesstaat blieb auf der Rechnung sitzen“, sagte James. Mitglieder der Sackler-Familie sollen auch Gelder von Purdue illegal auf ihre eigenen Konten geschafft haben.

Mehr: Erst die Glyphosat-Prozesse gegen Bayer, nun die halbe Milliarde Strafe gegen Johnson & Johnson: In den USA wird das Klima für Pharmakonzerne rauer.

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