VDMA-Leiter für Außenwirtschaft Ulrich Ackermann Maschinenbauverband kritisiert Benachteiligungen deutscher Unternehmen in China

Der Leiter für Außenwirtschaft beim mächtigen Branchenverband VDMA, Ulrich Ackermann, ist unzufrieden über die vielen Hindernisse bei Geschäften in China.
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Der Maschinenbauverband VDMA kritisiert die vielen Nachteile, wenn deutsche Unternehmen in chinesische Firmen investieren wollen. Quelle: dpa
Maschinenbauer in China

Der Maschinenbauverband VDMA kritisiert die vielen Nachteile, wenn deutsche Unternehmen in chinesische Firmen investieren wollen.

(Foto: dpa)

Herr Ackermann, in der Öffentlichkeit stehen die USA mehr und mehr für Protektionismus, China für offene Märkte. Stimmt dieser Eindruck?
Viele Aussagen aus China deuten tatsächlich in diese Richtung. Bislang folgten aber vielen Ankündigungen nur wenige Taten. Ob das jetzt anders wird, muss sich erst noch zeigen.

Können deutsche Unternehmen chinesische Firmen in China kaufen?
Theoretisch und nach den Buchstaben der Gesetze ja.

… und praktisch nein?
Wer in China eine Firma kaufen möchte, muss viele Hindernisse überwinden und zahlreiche Genehmigungsverfahren durchlaufen, die dazu noch intransparent sind.

Ackermann leitet die Abteilung Außenwirtschaft des VDMA. Quelle: VDMA
Ulrich Ackermann

Ackermann leitet die Abteilung Außenwirtschaft des VDMA.

(Foto: VDMA)

Aber es gibt doch positive Beispiele …
Ja, aber in unserer Branche bisher nur ganz wenige. Der Werkzeugmaschinenhersteller Trumpf kaufte vor fünf Jahren Jiangsu Jinfangyuan. Die Prozedur hat sich über einen langen Zeitraum hingezogen und wäre wohl ohne die persönliche Intervention hochrangiger deutscher Politiker nicht zustande gekommen. Das allein kann es aber nicht sein. Unternehmenskäufe in China müssen auch ohne Regierungsfürsprache möglich sein.

Welchen Beschränkungen unterliegen deutsche Unternehmen am häufigsten?
Ausländisch investierte Unternehmen werden in China nicht wie lokale Unternehmen behandelt. Genau das aber ist nötig und in der westlichen Welt Standard. In China ist eine Firma hingegen benachteiligt, wenn sie ausländisches Kapital hat.

Wie machen sich die Benachteiligungen bemerkbar?
Ausländisch investierte Firmen sind von Forschungsförderungen ausgenommen, auch wenn es nach den Buchstaben des Gesetzes, wie so oft in China, anders aussehen mag. Das gilt auch für die staatlichen Ausschreibungen und Finanzierungen. Und die Produktpiraterie ist sehr problematisch, auch wenn dieses Thema in der deutschen Öffentlichkeit verschwunden zu sein scheint.

Sollte Berlin reagieren und künftig chinesische Offerten stärker prüfen?
Nein. Und das ist auch gar nicht beabsichtigt. Nach wie vor gilt die Grundregel, dass es keine Eingriffe des Staates in die Investitionsfreiheit gibt, solange durch eine Übernahme nicht die öffentliche Sicherheit und Ordnung bedroht ist.

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