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VDMA-Zahlen Maschinenbau um Jahre zurückgeworfen

Die Talfahrt im deutschen Maschinenbau hat sich weiter beschleunigt. Im Februar gab es einen historischen Rückgang der Auftragseingänge. Die Prognose für das Gesamtjahr nahm der VDMA deutlich zurück.
Die Lage im Maschinenbau wird immer schlechter. Quelle: ap

Die Lage im Maschinenbau wird immer schlechter.

(Foto: ap)



„Der dramatische Rückgang von Auftragseingang und auch Umsatz lässt uns keine andere Wahl als die Prognose nach nur sechs Wochen zu revidieren“, kommentierte VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse die neuen Zahlen. Im Februar verbuchten die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer real 49 Prozent weniger Bestellungen als noch vor einem Jahr. Dabei sank das Inlandsgeschäft um 45 Prozent, bei der Auslandsnachfrage gab es ein Minus von 50 Prozent. Dies ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Statistik im Jahr 1958.

Damit geht der fünfjährige Boom der Branche mit einem heftigen Einbruch zu Ende. Bis April 2008 hatten die Bestellungen Monat für Monat mit meist zweistelligen Raten zugelegt. Seit Oktober dominieren zweistellige Minusraten. Deshalb dürfte es bis April noch prozentual hohe Rückgänge bei den Auftragseingängen geben, da die Monatswerte mit den noch guten Zahlen des Vorjahres verglichen werden. Doch auch ohne diesen statistischen Basiseffekt sieht die Lage in der Paradebranche der deutschen Investitionsgüter-Industrie düster aus. Hesse vom VDMA sieht das entscheidende Problem in der Finanzierung und der Liquidität. „Ohne die Finanzkrise dürfte es 2009 nur ein leichtes Minus von zwei bis drei Prozent geben“, sagte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. Analyst Stefan Augustin von der BHF-Bank hält für das laufende Jahr einen Rückgang der Produktion um einen zweistelligen Prozentsatz für wahrscheinlich.

Eine Besserung ist nicht in Sicht. Die Lage sei global schlecht, sagte Wortmann, so leide etwa auch der japanische Maschinenbau unter der Krise. Hier seien die Auftragseingänge im Februar sogar um mehr als 80 Prozent gesunken. Die Auslastung der deutschen Maschinenbauer beträgt nur noch 78 Prozent, Ende 2008 hatte sie noch bei 89 Prozent gelegen. Die Zahl der Kurzarbeiter ist nach Aussage von Wortmann von 26 000 Ende Dezember deutlich Richtung 100 000 gestiegen. Der Verband befürchtet für das laufende Jahr den Verlust von 25 000 Arbeitsplätzen, davon rund 10 000 durch Insolvenzen. „Wenn die Auftragseingänge gegen Ende des Jahres wieder anziehen, dürften die meisten Maschinenbauer die Krise verkraften können“, sagt Maschinenbau-Experte Augustin von der BHF-Bank.

Besonders schlecht geht es nach Angaben des VDMA den Herstellern von Maschinen für die Holzbearbeitung, Gießereimaschinen und Hütten- und Walzwerken. Hier habe es Auftragsrückgänge von mehr als 70 Prozent in den vergangenen drei Monaten gegeben. Rückgänge von lediglich bis zu 20 Prozent verbuchten die Hersteller von Aufzügen, Verfahrenstechnik und Armaturen.

Etwas weniger schlecht als den Maschinenbauern geht es derzeit der Elektroindustrie. Hier lagen die Auftragseingänge im Januar lediglich um 35 Prozent unter dem Wert des gleichen Vorjahresmonats. Dabei seien die Werte für In- und Ausland etwa gleich, sagte der Chefvolkswirt des Branchenverbandes ZVEI, Andreas Gontermann. Die Elektroindustrie sei nicht ganz so hart von der Krise getroffen, weil die Bereiche Konsumgüter aber auch die Medizintechnik weniger zyklisch seien und für einen Ausgleich sorgten. Der ZVEI hatte bisher für das laufende Jahr einen Rückgang von drei bis vier Prozent erwartet, jetzt hält Gontermann eher ein deutliches Minus in der Größenordnung von fünf bis zehn Prozent für wahrscheinlich.

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