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Verbalattacke auf Ex-Manager Blessing VW-Betriebsratschef Osterloh: „Einen Personalvorstand ohne Tiefgang brauche ich hier nicht“

In Wolfsburg geht nichts ohne VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh. In einem Interview verteidigt er seine Macht im Konzern und übt harsche Kritik.
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Ohne die Zustimmung des mächtigen Arbeitnehmervertreters werden in Wolfsburg keine wichtigen Entscheidungen gefällt. Quelle: Bloomberg/Getty Images
VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh

Ohne die Zustimmung des mächtigen Arbeitnehmervertreters werden in Wolfsburg keine wichtigen Entscheidungen gefällt.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

DüsseldorfReihenweise ranghohe Manager haben Volkswagen seit dem Ausbruch der Dieselkrise verlassen. Nur einer scheint seinen Einfluss sogar noch ausgebaut zu haben: VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh zieht in Wolfsburg weiterhin seine Fäden – und konnte zuletzt mit Gunnar Kilian einen engen Vertrauten als Personalvorstand etablieren.

Osterloh selbst soll aktiv an der Abberufung des damaligen Personalvorstands Karlheinz Blessing mitgewirkt haben. Und auch am Abschied von Konzernchef Matthias Müller soll Osterloh großen Anteil gehabt haben, heißt es in Wolfsburg. Beide sollen sich im Februar überworfen haben. Am Ende übernahm VW-Markenchef Herbert Diess die Konzernspitze.

Die Kritik an der weitreichenden Macht der Arbeitnehmervertreter perlt an Osterloh ab. „Das wäre ja schlimm, wenn ich den Einfluss, den mir die Kolleginnen und Kollegen mit ihrer Stimme geben, nicht ausüben würde“, erklärt er im Interview mit der „Zeit“ laut einer Vorabmeldung.

Der Betriebsratschef verteidigt im Interview die jüngsten Personalrochaden im weltgrößten Autokonzern und übt deutliche Kritik am geschassten Vorstand Blessing. „Einen Personalvorstand ohne Tiefgang brauche ich hier nicht, tut mir wirklich leid“, so Osterloh. Er erwarte von Vorständen, dass sie mitdiskutieren könnten „und nicht mit gesundem Halbwissen durch die Gegend laufen“.

Dass Kilian, der als Sprecher des Betriebsrats lange ein enger Vertrauter von Osterloh war, in seiner neuen Rolle in einen Interessenskonflikt geraten könnte, glaubt Osterloh nicht. Er verteidigt die Ernennung des neues Personalchefs: „Da hilft die reine Lehre nicht. Das Unternehmen muss funktionieren. Wir müssen Autos bauen.“

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