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Verband geht auf die Bundesregierung zu Handwerk sieht den Meisterzwang nicht mehr so eng

Erstmals hat das Handwerk Kompromissbereitschaft bei der Reform der Handwerksordnung signalisiert. Verbandspräsident Philipp bot der Bundesregierung die regelmäßige Überprüfung der Meisterpflicht an.

HB BERLIN. Im Streit um die Reform der Handwerksordnung zeichnet sich ein Kompromiss ab. Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Dieter Philipp, signalisierte der Bundesregierung in einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin «Focus» erstmals Entgegenkommen.

Das Handwerk sei «zu Kompromissen bereit», sagte Philipp. Es gebe durchaus einige Gewerke, für die die Meisterpflicht abgeschafft werden könne. Auswahlkriterium müssten dabei Ausbildungsquote, Verbraucher- und Umweltschutz sein. Zudem schlug der Handwerks-Präsident vor, die Notwendigkeit des Meisterzwangs «in allen Gewerken alle sieben Jahre» zu überprüfen.

Auch bei der Selbstständigkeit von Gesellen in Deutschland geht das Handwerk auf Rot-Grün zu. «Wenn jemand zehn oder zwölf Jahre als Geselle gearbeitet und damit den Nachweis erbracht hat, dass er sein Fach versteht, dann soll er sich in jedem Meisterberuf auch ohne Meisterprüfung selbstständig machen können», sagte der ZDH-Präsident. Der Verband wolle lediglich, dass der Geselle zuvor noch «den Nachweis kaufmännischer Kenntnisse erbringt».

Philipp sprach sich aber weiterhin gegen die völlige Gewerbefreiheit aus. Wenn weniger Meister ausgebildet würden, sinke auch die Zahl der Ausbildungsplätze, warnte er Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD). Die Novelle zur Handwerksordnung, mit der die Bundesregierung den Meisterzwang in zahlreichen Handwerksberufen abschaffen will, bedarf der Zustimmung des Bundesrates.

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