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Vergütungspolitik VW überarbeitet Boni-System für Topmanager

Volkswagen will die Bonuszahlungen für Manager stärker am Erfolg ausrichten. Wer gegen die Firmenkultur verstößt, soll Boni zurückzahlen.
19.12.2018 - 10:38 Uhr Kommentieren
Mitte 2018 aus dem VW-Konzernbetriebsrat als Personalvorstand ins Management gewechselt. Quelle: dpa
Gunnar Kilian

Mitte 2018 aus dem VW-Konzernbetriebsrat als Personalvorstand ins Management gewechselt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Noch Jahre nach Ausbruch des Dieselskandals streitet Volkswagen mit geschassten Spitzenmanagern um Bonuszahlungen. Um solche Streitigkeiten in Zukunft zu verhindern und auch die Anleger wieder stärker zu überzeugen, will der Konzern sein Boni-System deutlich verändern, teilte der Konzern am Mittwoch. Zuerst hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ darüber berichtet.

VW-Personalvorstand Gunnar Kilian will ernst machen mit seiner Ankündigung, die neue Firmenkultur auch in den Anreizsystemen zu verankern. Wird gegen die Vorgaben verstoßen, kann der Konzern künftig Bonizahlungen zurückverlangen.

Darüber hinaus soll der Bonus stärker an Konzernergebnis und Aktienkurs ausgerichtet werden. Schon im kommenden Jahr will der Personalvorstand damit beginnen, die neuen Regeln schrittweise einzuführen.

Kilian hatte Mitte des Jahres Karlheinz Blessing als Personalvorstand bei Volkswagen abgelöst. Er war aus dem VW-Konzernbetriebsrat in den Vorstand gewechselt.

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    Konkret geht es um die Regeln für 450 Führungskräfte unterhalb des Konzernvorstandes. Für den Konzernvorstand gibt es schon seit 2017 eine Neuregelung der Vergütung. Die wichtigsten Führungskräfte darunter sollen jetzt ein ähnliches Vergütungssystem bekommen.

    Für viele Spitzenmanager von VW machen die Bonuszahlungen einen Großteil ihres Gehalts aus. Auch nach dem Umbau des Vergütungssystems dürften die Manager im Vergleich mit anderen Dax-Konzernen gut bezahlt werden. Man bewege sich „im oberen Mittelfeld“, heißt es im Konzern.

    Insgesamt will der Konzern nicht an den Ausgaben für das Gehalt seiner Spitzenkräfte sparen, sondern diese stärker am Erfolg des Unternehmens ausrichten. Anleger hatten diese Forderung formuliert, nachdem die Aktie auch im vergangenen Jahr deutlich an Wert verloren hatte.

    Künftig soll sich das Gehalt der Manager aus 40 Prozent Fixgehalt und 60 Prozent variabler Vergütung zusammensetzen. 40 Prozent dieser erfolgsabhängigen Vergütung sollen im Jahr 2019 noch markenbezogen sein. In den Folgejahren soll dies nur noch für 20 Prozent der Boni gelten. Weitere 20 Prozent sollen dann davon abhängig sein, wie sich der Konzern entwickelte. Jeweils zur Hälfte soll dieser Teil der variablen Zahlungen davon abhängen, ob die jeweiligen Renditeziele der Zentrale für Marke und Konzern erfüllt wurden.

    Die verbleibenden 60 Prozent der variablen Vergütung sollen Langzeitboni sein: Für langfristigen Erfolg sollen die Manager virtuelle Volkswagen-Aktien erhalten, erst nach drei Jahren ist eine Zahlung vorgesehen, die dann von Aktienkurs und Konzernergebnis abhängen soll..

    Vor allem sollen Vorstände, denen ein Fehlverhalten nachgewiesen wird, sollen in Zukunft nicht mehr ungeschoren davonkommen. Die Firmenkultur werde stärker in den Vergütungssystemen verankert. Etliche Verantwortliche des Dieselskandals hatten im Nachhinein auf die Zahlung von Boni geklagt.

    VW hatte schon im Herbst 2016 angekündigt, dass sich auch die Manager unterhalb des Vorstandes auf ein neues Vergütungssystem einstellen müssen. „Bei der Vorstandsvergütung wird es zum Geschäftsjahr 2017 ein neues System geben, beim Topmanagement brauchen wir noch Zeit, denn wir müssen es mit den Betroffenen ausführlich besprechen“, hatte der damalige Personalvorstand Karlheinz Blessing bereits im September 2016 im Interview mit dem Handelsblatt angekündigt.

    Nachvollziehbarkeit, Verständnis und Einvernehmen seien dabei wichtiger als eine schnelle Umsetzung. Auf jeden Fall wolle Volkswagen auch künftig individuelle Leistung und Unternehmensleistung berücksichtigen sowie kurz- und langfristige Bemessungszeiträume zugrunde legen.

    Blessing war konzernintern für die langsame Umsetzung des Vergütungsprogramms im Management kritisiert worden. Dieser Faktor spielte offenbar auch bei seiner Ablösung im April 2018 eine entscheidende Rolle.

    Blessing hatte sogar angekündigt, dass nicht nur 450 Topmanager, sondern weltweit etwa 20.000 Führungskräfte ein neues Vergütungssystem bekommen sollten.

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