Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Verlagsbranche Wie unsere Buchwahl beeinflusst wird

Seite 2 von 3:
Die erotische Überraschung

Fifty Shades of Grey von Erika Leonard alias E.L. James war ab 2009 zunächst nur im Internet zu finden, zuerst auf Fanfiction-Seiten zur "Twilight Saga" und dann auf ihrer eigenen Webseite Fifty-shades.com. Die Liebesgeschichte der besonderen Art wurde dort derart oft geklickt, dass ein kleiner australischer Verlag darauf aufmerksam wurde, der sie als E-Book herausgab: Die digitale Form eignete sich bestens für den Stoff, den viele Käufer lieber unerkannt lesen wollten - statt sich in der U-Bahn mit dem Buchcover eines Sadomaso-Titels zu zeigen.

Als das E-Book reißenden Absatz fand, zeigten auch die großen Verlage Interesse. Die Bertelsmann-Tochter Random House, die weltweite Nummer eins im Buchgeschäft, erwarb die Rechte und brachte das Buch in bisher 15 Ländern heraus - mit überwältigendem Erfolg: Bis September verkaufte sich der Titel über 50 Millionen Mal weltweit. Noch im Juli waren es lediglich 20 Millionen. Die Trilogie hat damit selbst Harry Potter in den Schatten gestellt.

Ein Überraschungscoup, der die Gesetze der Branche neu definiert. Random House schweigt sich zwar zur genauen Verteilung der Verkaufszahlen aus. In den USA verkauft der Verlag aber allein die Hälfte der "Shades"-Serie in elektronischer Form. Für die Branche ist nun nichts mehr, wie es war. Seit Jahrzehnten durchforsten Lektoren, Agenten und Verlagsmanager mühevoll Manuskripte, die ihnen zugesandt werden. Oder sie kaufen auf Messen Stoffe ein. Doch nun müssen sie ihren Blick weiten.

So beobachten die Verlage mit Argusaugen den schnell wachsenden Markt der Erstveröffentlichungen von E-Books. "Fifty Shades of Grey ist ein erstmaliges Phänomen. So wurde noch nie vorher ein Buch zum Bestseller", sagt Buchmarktexperte Claus-Martin Carlsberg.

„Wir sind keine Verleger“
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Verlagsbranche - Wie unsere Buchwahl beeinflusst wird

0 Kommentare zu "Verlagsbranche: Wie unsere Buchwahl beeinflusst wird"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote