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Verlagsbranche Wie unsere Buchwahl beeinflusst wird

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„Wir sind keine Verleger“

Amazon spielt dabei eine Schlüsselrolle. Der weltgrößte Buchhändler bietet jedermann einen unkomplizierten Verlagsservice. "Wir sind keine Verleger. Ein Autor schickt uns die Dateien, und wir machen sie zugänglich", sagte eine Amazon-Sprecherin. "Alle können davon profitieren, die Autoren, die Verlage und die Leser."

Tatsächlich macht sich Amazon-Chef Jeff Bezos aber längst über die etablierten Verlage lustig. Jüngst präsentierte der selbstbewusste Unternehmensgründer eine Reihe von Bestsellern, die von Buchvorlagen abgelehnt wurden und bei Amazon als E-Book veröffentlicht wurden.

Ein prominentes Beispiel dafür ist der Berliner Autor Jonas Winner. Er hatte mit seiner siebenteiligen Krimiserie "Berlin Gothic" auf Amazon einen großen Erfolg. Laut Winner sei "Berlin Gothic" bislang über 112.000 Mal zum Preis von 99 Cent pro Band heruntergeladen worden und war schließlich auf Platz 1 der Kindle-Topseller in Deutschland. Kindle heißt der E-Book-Reader von Amazon.

Gleichwohl sollten sich Autoren nicht allzu viel Hoffnung machen, dass sie durch das Internet schnell bekannt werden. "Das ist ein bisschen wie ein Zufallsgenerator", sagt Martina Tittel. Die Unternehmerin hat jahrelang das Kulturkaufhaus von Dussmann in Berlin geführt. Erfolgreich seien im Netz vor allem Menschen, die viel Selbstmarketing betrieben.

Für die traditionellen Verlage bedeutet die Flut von E-Books viel mehr Arbeit bei ihrer Suche nach dem nächsten Bestseller. "Die wachsende Bedeutung von E-Books bedeutet auch, dass der Buchmarkt noch unübersichtlicher wird", sagt Carlsberg. Mittlerweile gibt es auch reine E-Book-Verlage wie Dot.books., ein Start-up von Beate Kuckertz, Ex-Verlagsleiterin von Droemer Knaur.

Derartige Unternehmen arbeiten zwar mit herkömmlichen Verlagen zusammen. Die E-Book-Verlage verkaufen die Printrechte, die sie zuvor im Paket erworben haben, im besten Fall einfach weiter. Für die herkömmlichen Verlage wird das Geschäft aber schwieriger. "Früher hatten wir eine relativ hohe Trefferquote. Es gab im Markt zumindest eine gewisse Berechenbarkeit. Das ist im digitalen Zeitalter komplett vorüber", sagt Buchexperte Carlsberg.

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