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Verpackungsmaschinen Bosch verkauft Sparte mit Milliardenumsatz

Bosch-Chef Volkmar Denner setzt seine Politik fort, Randbereiche konsequent abzustoßen. Jetzt trifft es die Milliardensparte Verpackungsmaschinen.
Update: 29.06.2018 - 11:19 Uhr 1 Kommentar
Bosch: Industriekonzern verkauft Milliardensparte Quelle: dpa
Bosch

Der Konzern trennt sich vom Geschäft mit Verpackungsmaschinen.

(Foto: dpa)

Stuttgart Der Bosch-Konzern hat beschlossen, sein Geschäft mit Verpackungsmaschinen mit 6100 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von 1,3 Milliarden zu verkaufen. In den vergangenen Wochen hatte es bereits Spekulationen in diese Richtung gegeben. Der Geschäftsbereich mit dem Namen „Packaging Technology“ gehört zur Industrietechnik, einer der vier Hauptsparten des Stiftungs-Konzerns mit 78 Milliarden Euro Umsatz.

Der Bereich gehöre nicht mehr zum Kerngeschäft, sagte Denners zuständiger Kollege in der Geschäftsführung, Stefan Hartung. Die Verkaufsgespräche hätten aber noch nicht begonnen. Auch eine Preisvorstellung und mögliche Interessenten nannte er ebenso wenig wie konkrete Zahlen zur Ertragslage. Hartung betonte, dass das Unternehmen komplett „zu einem soliden Kaufpreis“ abgegeben werde.

Auch ein Verkauf an chinesische Bieter oder Finanzinvestoren sei möglich. „Zum jetzigen Zeitpunkt schließe ich gar nichts aus“, sagte Hartung. Nur die Sparte Spezialmaschinen, die ausschließlich andere Bosch-Sparten für deren Produktion beliefert, verbleibt im Konzern.

„Diese Entscheidung ermöglicht Bosch, sich stärker auf die Zukunftsthemen wie die Transformation des Konzerns und die Ausrichtung auf die zukünftige Digitalisierung, wie zum Beispiel Internet der Dinge zu konzentrieren“, begründete Hartung den Schritt.

Damit wird klar, dass Bosch keine Ressourcen mehr in Randbereiche stecken will, die generell nicht genug zum Zukunftsthema Vernetzung beitragen, auf das Denner den gesamten Konzern seit sechs Jahren ausrichtet. Erst beendete er das hochdefizitäre Solarzellengeschäft, dann verkaufte er das Milliardengeschäft mit Anlassern und Lichtmaschinen. Diese werden spätestens bei der Elektromobilität nicht mehr gebraucht und auch nicht für das Zukunftsthema Roboterautos.

Als Denner im Frühjahr entschied, keine Batterien für Elektroautos zu bauen, stellte er die Forschung dazu weitgehend ein - und das extra erworbene Start-up Seeo zum Verkauf. Zu hoch wäre der Milliardenaufwand gewesen, um in den von Asiaten besetzten Markt zu kommen. Das Turboladergeschäft des Gemeinschaftsunternehmens Bosch Mahle Turbo wurde im Januar 2017 verkauft.

Bei Verpackungsmaschinen ist Bosch Marktführer

Jetzt hat es einen kleineren Randbereich getroffen. Die Verpackungsmaschinen für Pharma- und Lebensmittelindustrie seien ein Projektgeschäft in spezialisierten Bereichen der Verpackungsindustrie und zudem in einem mittelständischen Wettbewerbsumfeld tätig, betonte Hartung.

Dadurch hätten die Wettbewerber Strukturvorteile. Bosch hatte die Sparte in den vergangenen Jahren auch durch Zukäufe zu einem der Marktführer mit einstelligem Marktanteil ausgebaut. Allerdings stagnierte im vergangenen Jahr der Umsatz. Die Sparte steht unter Preisdruck wegen der Konkurrenz aus Asien. Auch gibt es im Waiblinger Werk Personalabbau. 170 von dort 900 Beschäftigten müssen gehen.

Bereits im Geschäftsbericht 2017 hatte die Konzernführung Probleme in der Verpackungstechnik genannt. Die stärksten Wettbewerber kommen mit Bausch+Ströbel, Optima und Oystar aus Deutschland sowie IMA und Coesia aus Italien. Dabei sind IMA als Einzige ähnlich aufgestellt wie Bosch mit Verpackungsmaschinen für die Pharma- und Lebensmittelindustrie. Meist konkurrieren die Unternehmen in Teilmärkten. Für deutsche Mittelständler dürfte allerdings Bosch ein zu großer Brocken sein, hieß es in der Branche.

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1 Kommentar zu "Verpackungsmaschinen: Bosch verkauft Sparte mit Milliardenumsatz"

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  • Warum haben die Trotteln dann nicht Kuka übernommen?

    Das ist die Zukunft. Aber wieder einmal haben die Deutschen verschlafen.

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