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Versorgungs-Sicherheit Rohstoff-Knappheit bedroht Deutschlands Industrie

Deutschlands Industrie ist auf die Versorgung mit Rohstoffen angewiesen. Doch die Ressourcen sind knapp, die Preise von wichtigen Grundgütern steigen. Die Abhängigkeit von Importen bedroht die heimische Wirtschaft
21.06.2012 - 08:10 Uhr Kommentieren
Kohlemine in Indonesien: Industrie- und Schwellenländer wetteifern um den Zugang zu Grundgütern - Deutschland droht dabei ausgestoppt zu werden. Quelle: Reuters

Kohlemine in Indonesien: Industrie- und Schwellenländer wetteifern um den Zugang zu Grundgütern - Deutschland droht dabei ausgestoppt zu werden.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Für Deutschlands Unternehmen wäre es ein Horrorszenario: Die Versorgung mit Rohstoffen ist abgebrochen, die Energiequellen versiegt. Binnen kürzester Zeit stünden die Bänder in den Fabriken still, die Produktion würde zum Erliegen kommen. Am Ende geht beim Exportweltmeister Deutschland das Licht aus.

Völlig aus der Luft gegriffen ist so ein Szenario nicht. Denn aufstrebende Nationen kaufen den Markt für Grundgüter leer. Stark steigende Preise bereiten vielen Unternehmen im rohstoffarmen Deutschland seit Langem Sorge. Knapp 1,4 Milliarden Tonnen unterschiedlichster Rohstoffe benötigt die deutsche Industrie jährlich. Um diesen Bedarf zu decken, muss Deutschland laut einem Bericht der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover in zunehmendem Maße Grundgüter aus aller Welt importieren.

Dies birgt Gefahren. Die auf Sicherheitsfragen spezialisierte Beratungsgesellschaft Sandfire hat in einer Analyse die Gefahrenherde für die Handelswege und damit die Energie- und Rohstoffversorgung Deutschlands ausgemacht. Diese betrifft vor allem die Seewege, der wichtigste Transportweg für den Welthandel.

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    So bedrohen etwa Piraten die Seewege vor Somalia und Westafrika. Auch in den Gewässern des Inselstaates Indonesien treiben Freibeuter ihr Unwesen. Politische Instabilität und Krisenherde gefährden zudem wichtige Nadelöhre des Seehandels wie den Panama-Kanal oder den Seeweg zu den Ölvorkommen des Persischen Golf. „Die Destabilisierung strategisch bedeutender Küstenregionen bedroht deutsche Sicherheits- und Rohstoffversorgungsinteressen“,  heißt es in der Auswertung, die Handelsblatt Online exklusiv vorliegt.

    Doch nicht nur die Handelswege, auch die Lieferländer können Ungemach bereiten. Denn Importe machen die Konjunkturlokomotive Deutschland abhängig vom guten Willen der Produzenten. „Die Versorgung mit Energie- und Rohstoffen impliziert Abhängigkeit. Diese wird zunehmen, weil neue Ressourcenvorkommen in geografisch und geologisch schwieriger zugänglichen Regionen liegen“, ist eine der Kernthesen der Sandfire-Studie.

    Bei bestimmten Grundgütern wie den sogenannten Seltenen Erden, die besonders in der High-Tech-Industrie unentbehrlich sind, ist China der Hauptproduzent und kontrolliert die Ausfuhren. Im Zweifelsfall räumt Peking den eigenen Unternehmen vorrangig den Zugriff ein. So hat China die Exporte an sogenannten seltenen Erden, die in hochwertigen Gütern wie Handys, Elektrofahrzeugen oder Windrädern stecken, für das erste Halbjahr 2012 um 27 Prozent gekürzt. Chinas Weltmarktanteil beträgt 97 Prozent.

    China provoziert massive Marktverzerrungen
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