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Videochat-Beratung Angst vor Coronavirus: Nachfrage nach Telemedizin nimmt zu

Anbieter von Videosprechstunden möchten helfen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Viele stellen daher den Dienst kostenlos zur Verfügung.
03.03.2020 - 10:03 Uhr Kommentieren
Einige Anbieter stellen ihre Videodienste für Ärzte kostenlos zur Verfügung. Quelle: Imago
Beratung per Videochat

Einige Anbieter stellen ihre Videodienste für Ärzte kostenlos zur Verfügung.

(Foto: Imago)
Handelsblatt Inside Digital Health

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Mehr mehr als 5800 bestätigte Fälle von Coronavirus-Infektionen gibt es in Deutschland. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt potenziell infizierten Personen, ihren Arzt anzurufen, anstatt die Praxis aufzusuchen. Dadurch steigt auch die Nachfrage nach elektrischer Gesundheitsberatung deutlich. Der Vorteil: Arzt und Patient kommen nicht miteinander in Kontakt. Viele Telemedizin-Anbieter nutzen die Gelegenheit und bieten ihre Dienste Ärzten ab sofort kostenlos an. In China gibt es eine ähnliche Entwicklung.

„Viren kennen keine Grenzen“, sagte der chinesische Botschafter in Deutschland, Wu Ken, dem Handelsblatt. „Seit dem Ausbruch der Epidemie haben sich neue Geschäftsmodelle wie Online-Bildung, Telemedizin und Homeoffice rasant entwickelt.” Konzepte wie unbemannter Einzelhandel und kontaktloser Vertrieb seien entstanden, um die Bedürfnisse des täglichen Lebens der Menschen zu befriedigen und eine ausreichende gesellschaftliche Versorgung sicherzustellen, ergänzte der Botschafter.

Eine deutlich steigende Nachfrage erlebt aktuell zum Beispiel Teleclinic. Der deutsche Telemedizin-Anbieter stellt Patienten die Symptome von Covid 19 haben, die Videosprechstunden kostenlos zur Verfügung. Um rund 60 Prozent sei die Nachfrage im vergangenen Monat angestiegen, teilte das Unternehmen auf Anfrage des Fachdiensts Handelsblatt Inside mit. Mehr als die Hälfte der Anrufer würden sich über die Behandlung von Corona- und Grippesymptomen informieren. Der schwedische Anbieter Kry bietet Einwohnern vom Landkreis Heinsberg die Videosprechstunde vorläufig bis zum 20.März kostenlos an.

Einige Anbieter stellen ihre Videodienste für Ärzte jetzt kostenlos zur Verfügung: Dazu gehören unter anderen die „sprechstunde.online” der Deutsche Arzt AG, der Teledienst des Softwareunternehmens Compu Group und die Start-ups Jameda, Arztkonsultation.de und Gemedo.

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    „Das Coronavirus birgt aktuell viel Unsicherheit für Ärzte. Deswegen gibt es hier einen hohen Bedarf an Telemedizin”, sagt Jochen Roeser, Vorsitzender der Deutsche Arzt AG. „Einerseits wollen die Ärzte ihrem Versorgungsauftrag nachkommen, andererseits andere Patienten, ihr Team und sich selbst vor einem Infektionsrisiko schützen.“

    Mehr Unterstützung von Krankenversicherungen erwünscht

    Da die Anwendungen zertifiziert sind, können die Ärzte den Zeitaufwand für die Videosprechstunde ohnehin bei der Kasse abrechnen. Für die Bereitstellung der technischen Infrastruktur müssten die Mediziner bei der Deutsche Arzt AG, Arztkonsultation.de oder Jameda eigentlich Gebühren zahlen, die ihnen derzeit aber von den Unternehmen erlassen werden. Auch Berufsverbände empfehlen aktiv den angeschlossenen Ärzten, den direkten Arzt-Patienten-Kontakt zu vermeiden und stattdessen die Videosprechstunde zu nutzen..

    Aktuell arbeitet die Deutsche Arzt AG mit etwa 250 Ärzten zusammen. „Das ist für den Anfang ganz gut, im Vergleich zu der Gesamtzahl der in Deutschland tätigen Ärzte leider noch ein kaum wahrzunehmender Anteil”, meint Vorsitzender Roeser. Um zumindest die Einarbeitungszeit in der Krise seitens der Ärzte zu reduzieren, habe das Unternehmen neue Schulungsvideos für den Einsatz von Telemedizin produziert.

    Das Start-up Arztkonsultation.de wünscht sich gerade jetzt mehr Unterstützung von den gesetzlichen Krankenversicherungen: „In dieser Situation sollten die Krankenversicherungen sich aus der Deckung wagen und Videosprechstunden aktiv bewerben“, sagt Peter Zeggel, Geschäftsführer von Arztkonsultation.de. Bisher würden nur einzelne Hausärzte auf ihren Webseiten für Fernbehandlungen werben.

    Sechs Monate möchte Arztkonsultation.de Medizinern ab sofort kostenlos zur Verfügung stehen. Jameda schließt sich an, macht aber auf die begrenzten Möglichkeiten der Telemedizin aufmerksam: „Eine Differenzialdiagnostik zwischen dem Coronavirus und regulären Grippe-Symptomen ist per Fernsprechstunde unmöglich“, sagt Niclas Schulwitz, Leiter der Telemedizin bei Jameda.

    Ärzte könnten Patienten im Videochat stattdessen ihre ersten Ängste nehmen und sie an nahe gelegene und nicht ausgelastete Stellen weiterleiten.

    Mehr: Die Digitalisierung der Gesundheit ist in vollem Gange. Ein Verbraucher-Guide.

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