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Voestalpine-Bilanz Voestalpine-Chef glänzt mit Rekordergebnis – Trumps Strafzölle bereiten ihm aber Sorgen

Der scheidende Konzernchef Wolfgang Eder ist mit der Konzernbilanz zufrieden – und dennoch besorgt. Schuld daran sind Donald Trumps „erratische Entscheidungen“ in Washington.
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Der 66-Jährige präsentiert zu seinem Abschied starke Zahlen. Quelle: Reuters
Voestalpine-Chef Wolfgang Eder

Der 66-Jährige präsentiert zu seinem Abschied starke Zahlen.

(Foto: Reuters)

WienMehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Dividende – der österreichische Stahlkonzern Voestalpine präsentiert sich in glänzender Form. Das starke Wachstum in Asien und die hohe Nachfrage in wichtigen Sparten treiben die Konzernbilanz an und bescheren dem Konzernchef Wolfgang Eder einen freudigen Abgang. Der 66-Jährige gibt im kommenden Jahr den Vorstandsposten ab.

Der Umsatz des Linzer Unternehmens im Geschäftsjahr 2017/18 mit annähernd 52.000 Mitarbeitern stieg um über 14 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um knapp 27 Prozent auf 1,95 Milliarden Euro zu. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) schnellte sogar um über 43 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro nach oben.

Damit ist die Voestalpine in der Europäischen Union der renditestärkste Stahlkonzern. Das Eigenkapital erreicht mit 6,6 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Die Börse reagierte euphorisch auf die Zahlen. Die Aktie legte an der Wiener Börse zeitweise um mehr als vier Prozent auf knapp 45 Euro zu.

„Das stabilste und größte Wachstum sehen wir in Asien“, sagt Eder am Mittwoch. Angesichts der guten Entwicklungen des Konzerns schlägt der sechsköpfige Vorstand eine Erhöhung der Dividende um rund ein Viertel auf 1,40 Euro (Vorjahr 1,10 Euro) vor. „Die Dividende, die wir vorschlagen, sind über den Analysenerwartung. Damit haben wir eine Obergrenze erreicht“, sagte Eder. „Es ist die sechste Dividendenerhöhung in Folge“, sagte er am Mittwoch nicht ohne Stolz. „Zum ersten Mal in unserer Geschichte haben wir vor Steuer ein Ergebnis von über eine Milliarde Euro“, ergänzte Finanzvorstand Franz Kainersdorfer.

Voestalpine baut größtes Edelstahlwerk der Welt

Der Vorstand geht davon das, dass die Voestalpine im neuen Geschäftsjahr 2018/19 sowohl Ebitda und Ebit auf dem Vorjahresniveau halten zu können. Um das zu schaffen, baut der Konzern in der Steiermark derzeit das weltgrößte Edelstahlwerk. In Kapfenberg, 140 Kilometer südwestlich von Wien, sollen jährlich in einer volldigitalisierten Fabrik 205.000 Tonnen an Spezialstählen produziert werden. Dafür wird der Konzern nach eigenen Angaben rund 350 Millionen Euro investieren. „Wenn nicht politisch dramatische Dinge passieren, sollte wir wieder auf das Niveau des Geschäftsjahres 2017/18 kommen“, sagte Eder.

Doch die Unwägbarkeiten wachsen. Obwohl Voestalpine nur noch rund ein Drittel seines Umsatzes im klassischen Stahlbereich generiert, stelle laut Eder die Geo- und Handelspolitik das größte Risiko dar. Insbesondere die Strafzölle der amerikanischen Regierung auf Stahl aus der EU macht Voestalpine Sorgen. Eder bemühte sich am Mittwoch diplomatische Formulierungen zu finden, um seinen Ärger über die protektionistische Politik von Präsident Donald Trump Luft zu machen. Er sprach von „erratischen Entscheidungen“ in Washington. Die Handelspolitik der Amerikaner bleibt derzeit das größte Risiko. Auch der drohende Zerfall der EU macht dem Konzernlenker Sorgen.

Aus der Auto-, Konsumgüter- und Maschinenbauindustrie kommt hingegen weiter eine hohe Nachfrage. Auch von der Erholung Ölpreise und der boomenden Bauindustrie profitiert Voestalpine.

Wolfgang Eder wird nur noch ein Jahr an der Spitze der Voestalpine stehen. Am 3. Juli 2019 wird er den Chefsessel an seinen Vorstandskollegen Herbert Eibensteiner abgeben. Der Oberösterreicher verantwortet bei der Voestalpine die Stahlsparte, die zuletzt ein gutes Ergebnis vorlegen konnte. „Wir konnten im Stahl das beste Ergebnis aller Zeiten erreichen“, sagte Kronprinz Eibensteiner, der symbolisch rechts von Eder Platz nahm.

Ähnlich wie der bisherige Vorstandschef ist auch der 54-jährige Eibensteiner ein Eigengewächs. Schon seit 29 Jahren arbeitet der Maschinenbauingenieur für den Linzer Konzern. Seit sechs Jahren gehört er dem Vorstand an. An der Erfolgsgeschichte mit Spezialstählen für Automobilbranche, Luftfahrt und Schiene ist er maßgeblich beteiligt. Mit der am Dienstag verkündeten Personalie will Eder für Kontinuität sorgen. Eder will einen „unaufgeregten“ Chefwechsel. Der langjährige CEO wird der Voestalpine aber nicht verloren gehen. In zwei Jahren will der 66-Jährige in den Vorsitz des Aufsichtsrates in Linz vorrücken.

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