Volkswagen-Absatz legt zu Chinesen ist das Dieselgate egal

Volkswagen hat trotz Dieselgate im Januar mehr Fahrzeuge verkauft als im Jahr zuvor. Während der Autobauer Zuwächse in China und Westeuropa verzeichnet, bleibt die Lage in anderen Ländern angespannt.
In den USA schrumpfen die Auslieferungen um sieben Prozent. Quelle: Reuters
Volkswagen

In den USA schrumpfen die Auslieferungen um sieben Prozent.

(Foto: Reuters)

HamburgVolkswagen hat zu Jahresanfang dank Zuwächsen in China und Westeuropa weltweit mehr Fahrzeuge verkauft als vor Jahresfrist. Im Januar stiegen die Auslieferungen um 3,7 Prozent auf 847.800 Fahrzeuge. „Die Entwicklung der Weltmärkte zeigt sich zu Jahresbeginn uneinheitlich“, sagte Konzernchef Matthias Müller am Freitag in Wolfsburg.

Die Lage in Brasilien und Russland bleibe angespannt, das Geschäft in China nehme wieder Fahrt auf und Europa entwickele sich stabil. Nach Verkaufsrückgängen in der Volksrepublik im abgelaufenen Jahr stiegen die Auslieferungen dort im Januar um rund 14 Prozent. In Westeuropa verkauften die Wolfsburger 2,9 Prozent mehr, dabei kletterte der Absatz in Deutschland nur marginal (plus 0,4 Prozent).

In den USA, wo im vergangenen Jahr der Abgasskandal öffentlich gemacht worden war, schrumpften die Auslieferungen dagegen um sieben Prozent. Weiter mit zweistelligen Prozentsätzen bergab ging es in Brasilien und Russland. In den beiden Ländern macht die Kundschaft wegen der schlechten Wirtschaftslage schon länger einen großen Bogen und die Schauräume der Autohändler.

Unter den Fahrzeugmarken schlugen sich vor allem Audi, Skoda und Porsche gut. Die Ingolstädter VW-Tochter schlug weltweit vier Prozent mehr von ihren Oberklassewagen los; der ebenfalls zu Volkswagen gehörende Sportwagenbauer Porsche lieferte sogar fast ein Viertel mehr aus als vor einem Jahr. Skoda brachte fünf Prozent mehr von seinen Fahrzeugen zu den Kunden. Die Wolfsburger Hauptmarke VW Pkw steigerte sich um 2,8 Prozent, dagegen kam Seat nicht vom Fleck (plus 0,1 Prozent).

Wenn Hersteller selbst ihre besten Kunden sind
Mehr als nur Prozente
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Der deutsche Automarkt hat sich im Jahr 2015 positiv entwickelt. Auch für die Autokäufer waren satte Rabatte möglich, zeigt eine Studie des auf die Preisbeobachtung spezialisierte CAR-Institut (Center Automotive Research) der Universität Duisburg-Essen. Und auch die Zahl der Fahrzeuge, die Hersteller auf sich selbst zulassen, um sie danach günstiger zu verkaufen, hat im vergangenen Jahr deutlich zugelegt. Welche Marken selbst ihre besten Kunden waren...

Alleine im Dezember 2015, so stellt das Center Automotive Research fest, ließen die Autohersteller und Autohändler 70.189 PKW auf sich selber zu.
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Das entspracht einem Anteil von 30,4 Prozent aller Neuwagenzulassungen hierzulande. Der Hintergrund: Diese Eigenzulassungen tauchen nach einiger Zeit mit hohen Preisnachlässen als Tageszulassungen und junge Gebrauchtwagen wieder im Markt auf.

Foto: Kia Optima

Zurückhaltung bei den Premium-Marken
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Die deutschen Premiumriesen waren im Jahr 2015 besonders zurückhaltend: Audi (28,4 Prozent), BMW (23,9 Prozent) und Mercedes (25,6 Prozent) haben einen relativ geringen Anteil an Eigenzulassungen.

Keine Tricks bei Ford
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Aber auch im Volumengeschäft fallen zwei Marken durch ungeschönte Zahlen auf: Ford erreicht mit einer Eigenzulassungsquote von 23,1 Prozent sogar den Spitzenwert im Ranking. Aber auch die tschechische VW-Tochter Skoda schneidet mit 23,9 Prozent gut ab.

Der Marktführer gibt den Trend vor
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VW liegt (auf Rang 6) mit 30,7% Eigenzulassungsquote fast exakt auf dem Gesamt-Durchschnitt aller Hersteller.

Verkaufsförderung a la Rüsselsheim
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Bei Opel haben die Eigenzulassungen einen Anteil von 42 Prozent. Damit landen die Rüsselsheimer auf dem vorletzten Platz im Ranking. Im Dezember ging fast jeder zweite Opel an Händler, Autovermieter oder Hersteller. Dennoch hat sich der Hersteller im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits um einen knappen Prozentpunkt verbessert.

Letzter im Ranking
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Nur Fiat - auf Rang 16 und damit Letzter des Vergleichs - betreibt das Prinzip der Rabattvermehrung durch Eigenzulassungen noch heftiger: Bei der italienischen Marke wurden zwischen Januar und November 2015 41,9 Prozent aller Neuwagen auf Hersteller oder Händler zugelassen. Gleichzeitig war Fiat aber auch die Marke, die in diesem Zeitraum die Eigenzulassungen am stärksten reduzierte (-2,8%).

  • rtr
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