Volkswagen Beschäftigte in der Slowakei streiken für höhere Löhne

Die Beschäftigten im slowakischen VW-Werk in Bratislava haben im Kampf um höhere Löhne am Dienstag die Arbeit niedergelegt. Es ist der erste Ausstand in einem der großen Automobilwerke des Landes.
Update: 20.06.2017 - 15:03 Uhr 1 Kommentar
Der Autobauer hat rund 12.000 Beschäftigte in der Slowakei. Quelle: dpa
Volkswagen

Der Autobauer hat rund 12.000 Beschäftigte in der Slowakei.

(Foto: dpa)

Bratislava Im Kampf um höhere Löhne haben die Beschäftigten im slowakischen VW-Werk in Bratislava die Arbeit niedergelegt. Zum Auftakt des unbefristeten Ausstands am Dienstag beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben mehr als zwei Drittel der rund 12.300 Mitarbeiter. Volkswagen musste die Bänder anhalten, auf denen die Geländewagen VW Touareg und Audi Q7 sowie die Kleinwagen VW Up, Seat Mii und Skoda Citigo produziert werden. Auch die Fertigung der Karosserie für den Porsche Cayenne stand still. Den Produktionsausfall bezifferte Volkswagen nicht.

Der erste Streik in einem großen Automobilwerk in der Slowakei wird von der Regierung unterstützt, die sich für höhere Einkommen einsetzt. „Warum sollte ein Unternehmen, das die hochwertigsten und luxuriösesten Autos mit einer hohen Arbeitsproduktivität baut, seinen slowakischen Arbeitern die Hälfte oder ein Drittel dessen zahlen, was es den gleichen Mitarbeitern in Westeuropa zahlt?“, sagte Premierminister Robert Fico.

Volkswagen hatte die Forderung nach 16 Prozent höheren Löhnen als überhöht zurückgewiesen. Das Angebot des Unternehmens von 4,5 Prozent mehr für dieses und 4,2 Prozent mehr für das kommende Jahr zuzüglich Boni lehnte die Gewerkschaft als zu niedrig ab. „Wir verdienen wenigstens eine zweistellige Erhöhung“, sagte Gewerkschaftschef Zoroslav Smolinsky. Die VW-Beschäftigten in der Slowakei verdienen im Schnitt 1800 Euro im Monat, doppelt so viel wie der nationale Durchschnitt. Zum Vergleich: Im Nachbarland Tschechien bringt ein Arbeiter bei der VW-Tochter Skoda umgerechnet rund 1400 Euro im Monat nach Hause.

Das sind die Bestseller von VW
Platz 10: VW Up - 158.795 verkaufte Fahrzeuge
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Trotz gesunkener Verkaufszahlen reicht es noch für Platz zehn: Der Kleinstwagen von VW überzeugt mit pfiffigen Lösungen auf engstem Raum. Agilität in der City und geringe Kosten, damit kann der Zweitürer ebenso punkten.

Quelle: VW Konzernbericht 2017

Platz 9: VW Gol – 203.148 verkaufte Fahrzeuge
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Der Kleinwagen wird speziell für den lateinamerikanischen Markt gebaut und ist dort eines der erfolgreichsten Autos überhaupt. 2017 konnte Volkswagen den Absatz deutlich steigern.

Platz 8: VW Santana - 293.313 verkaufte Fahrzeuge
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Auch die dritte Generation ist ein echter Verkaufserfolg. In Deutschland führte das damals noch sehr kantige Modell eher ein Langweiler-Schattendasein, machte aber international Karriere: 2013 wurde ein komplett neu entwickelter Santana speziell für den chinesischen Markt vorgestellt.

Platz 7: VW Bora - 334.900 verkaufte Fahrzeuge
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Dass der Name der fünftürigen Limousine zwischen Golf- und Passat-Größe überhaupt noch geführt wird, ist der Bedeutung des chinesischen Automarktes zu verdanken, der für die Wolfsburger so unglaublich wichtig geworden ist. Und egal was man von der Formgebung in Europa hält: Chinesen lieben nun mal klassische Limousinen.

Platz 6: VW Lavida - 507.574 verkaufte Fahrzeuge
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Und noch eine Limousine, wobei diese untere Mittelklasse sogar in China entwickelt wurde. Den hierzulande unbekannten Lavida bietet VW seit zwei Jahren auf dem größten Wachstumsmarkt an. Mit Erfolg.

Platz 5: VW Passat/Magotan - 660.996 verkaufte Fahrzeuge
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Platz, Qualität und High-Tech überzeugen viele Käufer. Die geräumige untere Mittelklasse ist in Deutschland vor allem als Kombi für Dienstwagen-Fuhrparks gefragt, der Rest der Welt findet die Limousine interessanter. Den Absatz des Bestsellers, den es schon seit mehr als 40 Jahren gibt, ging im Vergleich zum Vorjahr etwas zurück.

Platz 4: VW Polo – 755.506 verkaufte Fahrzeuge
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Egal welche Generation - der deutsche Kleinwagen-Klassiker dominiert die Neuzulassungsstatistiken oft Monat für Monat in Folge. 2017 präsentierte VW-Markenvorstand Herbert Diess die neueste Variante des Polo.

Das VW-Werk in Bratislava stellte im vergangenen Jahr rund 390.000 Fahrzeuge her, fast die gesamte Produktion ist für den Export bestimmt. Porsche lässt in der Slowakei die Karosserie für den Cayenne herstellen, zusammengebaut wird der SUV in Leipzig. Die Auswirkungen des Ausstands seien noch nicht absehbar, sagte eine Porsche-Sprecherin.

Der Streik in der Slowakei dürfte auch die anderen Autobauer aufhorchen lassen. Das Land ist der größte Pro-Kopf-Hersteller der Welt. Das Land mit einer Bevölkerung von 5,4 Millionen Einwohnern produziert mehr als eine Million Autos im Jahr. Mehrere große Massenhersteller haben wegen der niedrigen Löhne Teile ihrer Produktion nach Osteuropa verlagert.

Seit einigen Jahren steigen die Einkommen jedoch teils kräftig. Der französische Autobauer Peugeot und die südkoreanische Marke Kia hatten die Löhne in ihren slowakischen Werken unlängst um 6,3 beziehungsweise 7,5 Prozent erhöht. Jaguar Land Rover will im nächsten Jahr ein Automobilwerk in der Slowakei in Betrieb nehmen.

  • dpa
  • rtr
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1 Kommentar zu "Volkswagen: Beschäftigte in der Slowakei streiken für höhere Löhne"

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  • Die Arbeiter in Volkswagen Slovakia verdienen nicht 1800 im Durchschnitt, mich würde sehr gerne interessieren, woher sie diese Information haben. Die höchste Tarifklasse erreicht nicht 1800 Brutto. Eines der Hauptforderungen ist die Erreichung der niedrigsten Tarifklasse in Deutschland in der höchsten Tarifklasse in der Slowakei. Die niedrigste Tarifklasse ist 680 Brutto. Die meisten verdienen ungefähr soviel netto. So einen Durchschnitt bekommen sie nur, wenn sie die hohen Angestellten mitrechnen oder wenn sie lügen.

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