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Volkswagen Der ID.3 wird auch in der Gläsernen Manufaktur in Dresden produziert

Die künftige Auslastung der VW-Fabrik in Dresden ist gesichert. In der früheren Produktionsstätte des Phaeton wird künftig auch der ID.3 gefertigt.
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Mitarbeiter arbeiten am Montageband für die Produktion des Elektroautos ID.3 im Volkswagen-Werk in Zwickau. Quelle: dpa
VW-Produktion des Elektroautos ID.3

Mitarbeiter arbeiten am Montageband für die Produktion des Elektroautos ID.3 im Volkswagen-Werk in Zwickau.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der ID.3, das neue Elektroauto von Volkswagen, wird vom kommenden Jahr an in kleinen Stückzahlen auch in der Gläsernen Manufaktur in Dresden produziert. Das gab der Wolfsburger Autokonzern am Montag nach einer Betriebsversammlung in der früheren Phaeton-Fabrik bekannt. Die Gläserne Manufaktur wird zugleich auch weiterhin Schauwerkstatt für die Fahrzeugfertigung sein.

In den zurückliegenden Wochen hatten der Konzern und die Arbeitnehmerseite darum gerungen, wie es in der Gläsernen Manufaktur weitergehen soll. „Mit der Entscheidung, die ID-Familie nach Dresden zu bringen, ist der Standort in Sachsen zukunftsfest. Die Beschäftigtenzahl bleibt stabil“, sagte Volkswagen-Personalvorstand Gunnar Kilian nach der Betriebsversammlung.

Volkswagen hatte im Frühjahr 2016 die Fertigung des Luxusmodells Phaeton eingestellt. Die Limousine hatte nie die Erwartungen des Wolfsburger Konzerns erfüllt und konnte sich nicht gegen die Premiumkonkurrenz von Daimler, BMW und auch Audi aus dem eigenen Konzern durchsetzen. Deshalb hatte der damalige VW-Markenchef Herbert Diess die Einstellung beschlossen.

Danach sind in den vergangenen gut drei Jahren in Dresden Elektro-Golfs montiert worden. Doch damit ist nun im nächsten Jahr Schluss, weil Volkswagen die neue ID-Reihe als Elektrofamilie auf den Markt bringen wird. Den Golf wird es nicht mehr als reine E-Variante geben, sondern maximal als Plug-in-Hybrid. Beim wichtigsten Modell aus dem VW-Produktportfolio dominieren die Varianten mit Verbrennungsmotor.

Mit dem bevorstehenden Ende der E-Golf-Fertigung wuchs in Dresden in der Belegschaft die Sorge, dass der VW-Konzern den Standort komplett aufgeben könnte. Doch mit einem solchen Vorschlag hätte sich das Management wahrscheinlich nie durchsetzen können, der Einfluss der Betriebsräte ist bei Volkswagen zu groß.

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Trotzdem herrscht auf Arbeitnehmerseite Erleichterung darüber, dass der ID.3 nach Dresden kommen wird. „Die Unsicherheit nach dem Ende des Phaeton hat nun ein Ende gefunden“, sagte Jens Rothe, Betriebsratschef von Volkswagen Sachsen. Der Standort sei jetzt nachhaltig ausgelastet, die Sicherheit der Arbeitsplätze sei garantiert.

Volkswagen machte keine Angaben dazu, wie viele ID.3 künftig in der Gläsernen Manufaktur in Dresden produziert werden sollen. Vom E-Golf sind dort bislang jährlich rund 15.000 Exemplare produziert worden. Aus Unternehmenskreisen hieß es dazu, es sei unwahrscheinlich, dass mit dem ID.3 wieder eine ähnlich hohe Stückzahl erreicht werde.

Stammwerk für das neue Elektromodell ID.3 ist die Volkswagen-Fabrik in Zwickau, nicht allzu weit von Dresden entfernt. Vom kommenden Jahr an wird das Werk Zwickau Rohkarossen des Autos nach Dresden liefern, wo die Fahrzeuge dann endgültig montiert werden.

Zwickau ist deutlich größer als die Gläserne Manufaktur in Dresden. In Westsachsen sollen künftig bis zu 330.000 Elektroautos jährlich produziert werden. Im Herbst 2020 sollen in Dresden die ersten ID-Fahrzeuge vom Band laufen. Zu einem späteren Zeitpunkt ist dort auch die Fertigung anderer Modelle aus der ID-Familie denkbar. VW plant Dutzende verschiedener ID-Modellvarianten.

Um die Gläserne Manufaktur künftig vollständig auslasten zu können, sollen zudem neue Geschäftsfelder in den Bereichen Fahrzeugauslieferung und in der Erprobung von Fahrzeugen ausgebaut werden. Dresden wird außerdem Auslieferungsstandort mit dem gezielten Fokus auf Elektroautos.

Derzeit werden dort pro Jahr rund 1300 Fahrzeuge an Kunden aus Deutschland übergeben. Diese Zahl will Volkswagen in den nächsten Jahren signifikant steigern. Damit sei die Beschäftigung für rund 380 Mitarbeiter gesichert, hieß es bei Volkswagen.

Dresden wird so zu einem kleineren konzerninternen Konkurrenten für die Autostadt in Wolfsburg, dann aber mit der klaren Konzentration auf Elektroautos. Die Autostadt ist für Volkswagen zu einem extrem wichtigen Standort in der Fahrzeugauslieferung geworden.

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