Volkswagen in Genf: Mit „Sedric“ soll das Autonome Fahren beginnen

Volkswagen in Genf
Mit „Sedric“ soll das Autonome Fahren beginnen

Auf dem Autosalon in Genf zeigt Volkswagen sein erstes autonom fahrendes Auto. „Sedric“ steht aus Sicht des von der Dieselaffäre geplagten Konzerns für eine neue Schlüsseltechnologie. Milliarden sollen investiert werden.
  • 19

GenfMatthias Müller drückt auf den Knopf. Das Tor geht auf und wie von Geisterhand bewegt fährt das neueste Auto aus dem Volkswagen-Konzern auf die Bühne. Es sitzt kein Fahrer mehr in dem Wagen, es gibt nicht einmal mehr ein Lenkrad. Der „Sedric“, so lautet der Name des selbstständig fahrenden Autos, sucht sich seinen Parkplatz auf der anderen Seite der Bühne. Fast lautlos, denn das Auto hat einen Elektromotor.

Mit dem Auftritt des „Sedric“ hat Volkswagen-Chef Matthias Müller den Konzernabend des Wolfsburger Autoherstellers auf dem Genfer Autosalon eröffnet. Dieselaffäre, die Auseinandersetzung zu Hause mit dem Betriebsrat, der Konflikt um überhöhte Vorstandsgehälter und -pensionen sind zunächst vergessen. In Genf will Volkswagen ausschließlich mit Autos Schlagzeilen machen und nicht mit den Streitereien der zurückliegenden Wochen.

Der Vorstandschef gibt sich auf der Bühne des Genfer Autosalons am Montagabend als glühender Verfechter des Autonomen Fahrens. Auch wenn ihm das zunächst etwas schwerfällt. „Viele von Ihnen lieben es genauso wie ich, das Steuer selbst in der Hand zu halten“, sagt er vor 400 Gästen auf dem Genfer Messegelände. Doch am Ende ist er von den Vorzügen des Autonomen Fahrens überzeugt: „Es wird individuelle Mobilität für uns alle sicherer, komfortabler und effizienter machen.“

Der „Sedric“, Abkürzung für die englischsprachige Bezeichnung „self-driving-car“, steht dafür, wie sich die Ingenieure des Volkswagen-Konzerns die Zukunft des Autonomen Fahrens vorstellen. Das Auto hat ein Gesicht bekommen: Die Scheinwerfer sind so angeordnet, dass sie als Ganzes wie eine sympathisch-niedliche Figur aus einem Kinder-Comic wirken. Der „Sedric“ soll zum Mitfahren einladen, deshalb das freundliche Erscheinungsbild.

Das Auto war seit dem Sommer von mehreren 100 Ingenieuren des Volkswagen-Konzerns entwickelt worden. Federführende Kraft war dabei das europäische Future Lab, das der Konzern im vergangenen Jahr in Potsdam gegründet hatte und das sich vor allem um das Autodesign kümmert.

Aus dem ersten komplett selbstfahrenden Vehikel des Volkswagen-Konzerns soll in den kommenden Jahren noch viel mehr werden. Es dürfte eine Produktfamilie des „Sedric“ werden, mit Ablegern und Varianten. Vorstandschef Müller untermauert seine Absichten mit Zahlen. Volkswagen werde in das Autonome Fahren „mehrere Milliarden Euro“ investieren. Die selbstständig fahrenden Autos seien für den Wolfsburger Autohersteller eine „Kerntechnologie“. Genauso wie die Digitalisierung der Fahrzeuge und des neue Batterieantriebs.

Seite 1:

Mit „Sedric“ soll das Autonome Fahren beginnen

Seite 2:

Problemthemen weiter dauerpräsent

Kommentare zu " Volkswagen in Genf: Mit „Sedric“ soll das Autonome Fahren beginnen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @ Michael Müller 07.03.2017, 12:27 Uhr

    "Paranoia? "

    Nein, allumfassende Datensammlungen haben noch nie uns Bürgern gedient.

    Und in den USA läuft das ganze schon seit geraumer Zeit:

    Dort sammeln Konzerne (Google, FB, Apple, Ebay) massenweise Daten zum Zwecke des geldverdienens und ein paranoider "Sicherheits"apparat zwingt diese Konzerne zur Herausgabe zwecks der Überwachung von ALLEM ALLER Bürger.

    Nebenbei sammelt dieser "Sicherheits"apparat natürlich auch selbst alles, was er kriegem kann... ;-)

  • Paranoia?

  • @ Michael Mülle r07.03.2017, 12:10 Uhr

    "Zudem glaube ich nicht, dass es irgendjemanden auf dieser Welt ernsthaft interessiert, ob ein Michael Müller jeden Tag um 6 zur Arbeit und um 16 Uhr wieder zurück fährt und am Sonntag in die Kirche geht."

    Das ist immer das- sehr naive- Standardargument, wenn Daten gesammelt werden. Und es ist zudem falsch, denn wenn Sie irgendetwas tun oder lassen, was nicht dem Standardverhalten entspricht -ohne daß Sie etwas Böses im Schilde führen- und sei es nur, weil Sie verschlafen haben , wird irgendjemand oder irgendein Algorithmus darauf aufmerksam - und dann kommt schnell die Frage nach dem Warum. Sie müssen also immer damit rechnen, daß Sie sich für Ihr Verhalten rechtfertigen müssen.

    Konzerne (Google!!) interessiert ohnehin alles, den sie wollen die Daten in Geld verwandeln.

    Von freien, mündigen Bürgern muß man keine Daten sammeln.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%