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Volkswagen in Schwierigkeiten China wird für VW zum Problem – Audi verliert den Anschluss

Die Gewinnmaschinen des VW-Konzerns stottern: In China gehen die Verkäufe der Kernmarke zurück – und auch die Premiummarke Audi schwächelt.
Update: 10.01.2019 - 12:02 Uhr 1 Kommentar
Volkswagen: VW-Verkäufe in China brechen im Dezember ein Quelle: Reuters
Volkswagen auf der Automesse Peking

Die Verkäufe auf dem größten Automarkt waren 2018 erstmals seit mehr als zwanzig Jahren zurückgegangen.

(Foto: Reuters)

Wolfsburg, Ingolstadt Für Volkswagen könnte sich die hohe Abhängigkeit vom chinesischen Markt im laufenden Jahr bitterböse rächen. Allein im Dezember sanken die Verkaufszahlen der Kernmarke weltweit um neun Prozent, teilte der Konzern am Donnerstag in Wolfsburg mit. Insgesamt stiegen die Verkäufe im Gesamtjahr weltweit damit nur um 0,2 Prozent auf 6,24 Millionen Autos.

Denn jeder zweite VW wird mittlerweile in China verkauft. Damit ist das Land der größte Einzelmarkt für Volkswagen. Mit 15 Prozent Marktanteil sind die Wolfsburger Marktführer. Doch zuletzt hatten unter anderem die Zollstreitigkeiten zwischen den USA und China für einen Einbruch bei den Verkäufen gesorgt. Erstmals seit mehr als zwanzig Jahren ist der Markt auf Jahressicht sogar geschrumpft.

Und Marktbeobachter rechnen nicht damit, dass sich die Lage schnell entspannt. Arndt Ellinghorst, Automobilexperte beim Investmenthaus Evercore ISI, prognostiziert ein erneutes Minus, wahrscheinlich von drei Prozent. Nur, wenn die chinesische Regierung doch noch Steuererleichterungen für neue Pkw einführen sollte, könnte es ein Plus bei den Neuzulassungen geben.

Ferdinand Dudenhöffer, Automobilprofessor an der Universität Duisburg-Essen, malt ein düsteres Bild. „Die Marktbedingungen sind schlechter, als es die Zulassungszahlen ausdrücken“, sagt der Hochschullehrer. Der Ausblick für die kommenden Jahre sehe „extrem schlecht aus“.

Dabei war China lange eine Goldgrube für die Wolfsburger. Nicht nur die Verkaufszahlen stiegen stetig, auch die Margen im Volumengeschäft waren in Fernost deutlich höher als im europäischen Heimatmarkt.

Der Autobauer hat die Risiken längst erkannt. Konzernchef Herbert Diess, der die Kernmarke VW lenkt, hat China zur Chefsache gemacht. Diess will künftig auch das Amt des Konzernvorstandes für China bekleiden. Er löst Jochem Heizmann ab, der in den Ruhestand geht.

Die Schwäche in China ist für den Gesamterfolg von VW ein Problem. „2019 wird vor allem vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Risiken erneut ein Jahr enormer Herausforderungen für die Marke“, gibt der fürs Tagesgeschäft zuständige Manager Ralf Brandstätter zu. „Neben Volumenwachstum werden wir unseren Fokus künftig noch stärker als bisher auf Ertragsstärke legen.“

Denn in anderen Weltregionen entwickelt sich der größte deutsche Autobauer gut: In den meisten Regionen, darunter Deutschland, Europa, die USA und Südamerika, verkaufte VW im Jahr 2018 mehr Autos als im Vorjahr.

Anders sieht es dagegen bei einem anderen jahrelangen Profitbringer des Konzern aus. Die Premiummarke Audi hat – anders als die Konkurrenten BMW und Daimler – im vergangenen Jahr weltweit weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr. Allein in Europa gingen die Auslieferungen um 3,5 Prozent auf 1,81 Millionen Fahrzeuge zurück. Mercedes und BMW konnten dagegen leicht zulegen.

Der Premiummarke macht im Heimatmarkt vor allem die Umstellung auf den neuen Abgas-Prüfstandard WLTP zu schaffen. Viele Modelle waren 2018 über Monate nicht lieferbar. Die Hoffnungen von Markenchef Bram Schot, die Auslieferungen auf Vorjahresniveau zu halten, haben sich damit nicht bestätigt.

In China sind die Verkäufe von Audi zwar um 10,9 Prozent auf 663.000 Autos gestiegen. Dieser Zuwachs ist vor allem einem Sondereffekt geschuldet: Anfang 2017 hatte ein Streit mit den Händlern für einen kurzfristigen Absatzeinbruch von Audi in China gesorgt.

Doch auch bei der Premiummarke gingen die Verkäufe in der Volksrepublik zuletzt zurück. Im Dezember sank der Absatz um 5,2 Prozent. In der zweiten Jahreshälfte 2019 will Audi mit dem Q2 L- e-tron als erstem lokal gebauten Elektroauto und mit dem großen SUV e-tron als erstem Importauto dem Trend trotzen. Doch der chinesischen Schwächephase dürfte sich auch die Premiummarke kaum entziehen können.

  • dpa
  • bay
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1 Kommentar zu "Volkswagen in Schwierigkeiten: China wird für VW zum Problem – Audi verliert den Anschluss"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Für Volkswagen könnte sich die hohe Abhängigkeit vom chinesischen Markt im laufenden Jahr bitterböse rächen."

    Mein Kommentar:
    "Für Deutschland könnte sich die hohe Abhängigkeit vom Export im laufenden Jahrzehnt bitterböse rächen."

    Ich empfehle die Binnenwirtschaft zu stärken.

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