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Volkswagen-Konzern Spanische VW-Tochter Seat bekommt neuen Chef

Im VW-Konzern steht die nächste wichtige Personalentscheidung an: Wayne Griffiths soll neuer Seat-Chef werden. Die spanische Tochter schreibt wieder rote Zahlen.
16.09.2020 - 14:45 Uhr Kommentieren
Seat: Spanische VW-Tochter bekommt neuen Vorstandschef Quelle: Reuters
Wayne Griffiths – Aufstieg vom Vorstand zum Seat-Chef

Bislang war er Vertriebschef bei der spanischen VW-Tochter: Künftig soll der Brite auch den Vorstandsvorsitz bei Seat übernehmen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf, Madrid Die spanische Volkswagen-Tochter Seat bekommt einen neuen Vorstandschef. Wie dazu aus Konzernkreisen verlautete, soll Seat-Vertriebsvorstand Wayne Griffiths den Spitzenposten im katalanischen Martorell übernehmen. Ein Konzernsprecher in Wolfsburg lehnte einen Kommentar dazu ab. „Derzeit gibt es keine Neuigkeiten in Bezug auf die Ernennung des Vorstandschefs“, hieß es ergänzend bei Seat in Spanien.

Seat hat seit Januar keinen echten Vorstandsvorsitzenden. Luca de Meo hatte die spanische Volkswagen-Tochter zu Jahresbeginn verlassen und war als Konzernchef zum französischen Konkurrenten Renault gewechselt. De Meo gilt als ausgewiesener Experte in Sachen Verkauf und Marketing. Seitdem führt Finanzvorstand Carsten Isensee als Interimschef die Seat-Geschäfte in Martorell.

Mit der anstehenden Berufung des Briten Griffiths, Jahrgang 1966, rückt wieder ein ausgewiesener Vertriebsmann an die Spitze der spanischen VW-Tochter. Aufsichtsratsvorsitzender bei Seat ist Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess. Griffiths und sein Wolfsburger Chef verstehen sich gut. Diess dürfte die Entscheidung für den neuen Seat-Boss also maßgeblich beeinflusst haben.

Vor allem wegen der Coronakrise macht die spanische Volkswagen-Tochter im Moment schwierige Zeiten durch. Unter Luca de Meo und dessen Marketing-Expertise war es Seat gelungen, nach vielen Jahren endlich aus der Verlustzone zu kommen. Seat ist die kleinste der Volumenmarken aus dem VW-Konzern. Das spanische Lohnniveau hatte sich in den vergangenen Jahren immer stärker den deutschen Volkswagen-Gehältern angepasst. Das sorgt für zusätzliche Probleme, mit Seat schwarze Zahlen zu schreiben.

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    Im vergangenen Jahr hat Seat gerade einmal eine operative Umsatzrendite von 3,9 Prozent geschafft. Der Corona-bedingte Einbruch bei den Verkaufszahlen hat dann dazu geführt, dass die spanische VW-Tochter im ersten Halbjahr 2020 gleich wieder ins Minus gerutscht ist. Spanien ist immer noch ein wichtiger Markt für Seat. Die hohen und wieder stark ansteigenden Corona-Infektionszahlen behindern aber die wirtschaftliche Erholung des Landes und bremsen auch die Autoverkäufe.

    Wayne Griffiths war lange bei Audi

    Auf Wayne Griffiths kommt vor allem die Aufgabe zu, Seat nach dem Corona-Einbruch wieder zu stabilisieren. Wolfsburg traut dem Briten offensichtlich zu, dass ihm das gelingt. Sein Werdegang ist eng mit dem VW-Konzern verbunden. 1989 startete er bei der Audi AG in Ingolstadt. Nach einem kurzen Intermezzo bei Seat zwischen 1991 und 1993 kehrte er zu Audi zurück und übernahm verschiedene Leitungsfunktionen im Vorstandsbereich Vertrieb und Marketing.

    Bis zu seiner Ernennung zum Seat-Vorstand im Herbst 2016 war Griffiths Leiter des Deutschlandvertriebs von Audi. Der künftige Seat-Chef hatte im englischen Leeds internationales Management und Deutsch studiert. Das hat ihm den Einstieg bei einem deutschen Unternehmen sehr erleichtert.

    In Martorell kommt auf Griffiths noch ein weiteres wichtiges strategisches Thema zu: Außer Seat ist in den vergangenen Jahren zusätzlich die kleine spanische Sportwagen-Marke Cupra entstanden, die auf Seat-Modelle zurückgeht. Die Wolfsburger Konzernzentrale ist zufrieden mit der Entwicklung der Untermarke Cupra: Mit Sportwagen sind höhere Erträge möglich, was die chronische Ertragsschwäche von Seat lindern hilft. Griffiths führt seit knapp zwei Jahren auch Cupra.

    Künftig muss sich Griffiths festlegen, wie sich die Marken Seat und Cupra zueinander entwickeln. Wegen der höheren Rendite liegt es nahe, das Cupra-Angebot stetig auszubauen, was aber wahrscheinlich zulasten von Seat gehen würde. Kann die Untermarke Cupra zu einer dauerhaften Erfolgsgeschichte werden, könnte sich die Wolfsburger Konzernzentrale für die komplette Aufgabe von Seat entscheiden. Gegen solche Planspiele laufen bereits spanische Gewerkschaften Sturm, weil sie Angst um die Arbeitsplätze bei Seat haben.

    Wayne Griffiths muss sich außerdem um die Elektrifizierung der Seat-Fahrzeugpalette kümmern. Aktuell hat die spanische VW-Tochter wenig auf diesem Feld zu bieten. Der Verkaufsstart des ersten reinen Elektromodells auf Basis der neuen Konzern-Elektroplattform („MEB“) ist in das nächste Jahr verschoben worden. Auslöser waren die anhaltenden Probleme, die die Schwestermarke Volkswagen mit ihrem ersten Elektromodell ID.3 hatte. Das erste spanische E-Modell soll wie die deutschen VW-Fahrzeuge im sächsischen Zwickau produziert werden. Das spanische Auto ist zudem als Cupra und nicht als Seat geplant.

    Unklar ist zunächst noch, ob auf Seat Strafzahlungen zukommen werden, weil der Elektro-Cupra erst im nächsten Jahr verkauft wird. Die spanische VW-Tochter kann in diesem Jahr deshalb wahrscheinlich nicht die verschärften europäischen Emissionsgrenzen beim Kohlendioxid erfüllen.

    Mehr: Renault ernennt Luca de Meo zum neuen Vorstandschef

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