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Volkswagen Piech setzt sich durch

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Wenn der EuGH in seinem Urteil im Sommer wie erwartet dieser Einschätzung folgt, würde die Position von Porsche und anderen Privatinvestoren bei VW gestärkt. Das VW-Gesetz sichert dem Land Niedersachsen zwei Sitze im Aufsichtsrat zu, auch wenn das Land weniger Aktien hätte. Es beschränkt die Stimmrechte aller Anteilseigner zudem auf 20 Prozent der Aktien, auch wenn diese wie Porsche höhere Anteile halten sollten.

Kungelgeschäft

Der Verbleib von Piech an der Spitze des VW-Aufsichtsrats hatte sich bereits in den vergangenen Wochen angedeutet, als Wolfgang Porsche Chefaufseher beim Sportwagenbauer wurde und damit das bisher fein austarierte Machtgefüge zwischen den Familien Piech und Porsche, die gemeinsam alle Stimmrechte bei Porsche halten, zugunsten von Porsche verschoben wurde. Piech hätte dies wohl kaum ohne Gegengeschäft zugelassen. Zuvor hatte bereits VW-Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh für eine Verlängerung der Amtszeit Piechs an der Spitze des Aufsichtsrats plädiert und ihm die Zustimmung der zehn Arbeitnehmervertreter im Kontrollgremium signalisiert.

Mit der anstehenden einvernehmlichen Wiederwahl von Piech steht ein jahrelanger Machtkampf im VW-Führungsgremium vor dem Ende. Wulff habe die Realitäten anerkennen müssen, hieß es in Hannover. Beobachter sprachen weniger höflich davon, dass Wulff im Streit mit seinem Intimfeind bei VW die Waffen gestreckt habe. Die Vertreter der beiden größten VW-Aktionäre, Wulff (CDU) und Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, hatten sich im vergangenen Jahr ursprünglich darauf geeinigt, dass ein „neutraler“ Manager Piech an der Spitze des Gremiums ablösen und zum künftigen Aufsichtsratschef berufen werden solle. Doch nach der weiteren Aufstockung der Anteile auf derzeit 27,4 Prozent hatte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking den Kompromiss bereits vor Monaten wieder in Frage gestellt.

Experten sehen allerdings bei einem Verbleib von Piech an der Spitze des VW-Aufsichtsrats wichtige Corporate Governance Regeln im Unternehmen missachtet. Piech hatte indes mehr als einmal klar gemacht, dass er nach anderen Regeln spielt. Der Leiter der Regierungskommission Corporate Governance, Thyssen-Krupp-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme, hatte bereits im Frühjahr 2006 sein Mandat im VW-Aufsichtsrat aus Verärgerung darüber abgegeben, wie Corporate-Governance-Fragen bei VW behandelt wurden. Auch Experten sehen die Rolle von Piech bei VW kritisch. Nach Ansicht von Analysten tritt Piech bei VW inzwischen auf, als handele es sich um sein Familienunternehmen. So war es vor allem dem Betreiben von Piech geschuldet, dass im Herbst 2006 der damalige VW-Chef Bernd Pischetsrieder überraschend abgelöst und als Nachfolger Audi-Boss Martin Winterkorn ausgerufen worden war. Der VW-Aufsichtsrat hatte erst im Mai 2006 den Vertrag von Pischetsrieder um fünf Jahre verlängert.

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