Volkswagen schreibt an Politiker Acht Millionen VW-Diesel in der EU betroffen

Volkswagen bittet seine Kunden in Anzeigen um Verzeihung – und kündigt eine Rückruf-Aktion für alle betroffenen Fahrzeuge in die Werkstätten an. Auch ausgewählte Bundestagsabgeordnete haben Post vom Autobauer erhalten.
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Volkswagen bitten seine Kunden in Anzeigen um Verzeihung – und kündigt eine Rückruf-Aktion an. Quelle: ap
Volkswagen

Volkswagen bitten seine Kunden in Anzeigen um Verzeihung – und kündigt eine Rückruf-Aktion an.

(Foto: ap)

Der Volkswagen-Konzern kommt in der Abgas-Affäre nicht zur Ruhe. Neben ganzseitigen Anzeigen, in denen sich das Unternehmen bei seinen Kunden entschuldigt, hat der Konzern auch die Bundestagsabgeordneten angeschrieben, die Standorte von Volkswagen in ihren Wahlkreisen haben. Das Formschreiben ist auf den 2. Oktober datiert und liegt dem Handelsblatt vor.

Aus dem Brief geht hervor, dass EU-weit acht Millionen Fahrzeuge mit der Manipulationssoftware ausgestattet sind. Dies räumen Thomas Steg, ehemaliger Regierungssprecher unter Kanzlerin Angela Merkel und heute Generalbevollmächtigter der Volkswagen AG, sowie Michael Jansen, Leiter der Konzernrepräsentanz in Berlin, als Unterzeichner des Briefs ein. „Betroffen sind in der Europäischen Union (EU 28) 8,0 Millionen Diesel-Motoren mit dem Typ EA 189 EU5 mit Hubraumgrößen 1,2 l, 1,6 l und 2,0 l“, heißt es in dem Brief. Die Motorenkonzepte würden „gegenwärtig darauf hin überprüft, ob sie den rechtlichen Vorgaben entsprechen“. Zugleich kündigt Volkswagen in dem Brief eine Rückrufaktion an. Alle Fahrzeuge würden in die Werkstätten kommen. )„Natürlich werden wir die dadurch entstehenden Kosten übernehmen“, heißt es.

In dem Brief entschuldigen sich die Cheflobbyisten bei den Abgeordneten für das „Fehlverhalten einiger weniger Personen“ im Konzern und versprechen, dass der Aufsichtsrat „mit Unterstützung deutscher und amerikanischer Juristen die lückenlose Aufklärung der Vorgänge überwachen“ werde. Weiter heißt es: „Seien Sie versichert, dass wir derzeit mit Hochdruck und in enger Abstimmung mit den Behörden (Kraftfahrtbundesamt) und der Bundesregierung an einer technischen Lösung für die betroffenen Fahrzeuge arbeiten.“

Bis zum Mittwoch muss Volkswagen dem Bundesamt mitteilen, wie es die Probleme zu beheben gedenkt. Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums erklärte, es lägen keine Erkenntnisse vor, dass VW die Frist verstreichen lasse.
Politische Konsequenzen müssen die Automobilhersteller erst einmal nicht befürchten. So gibt es innerhalb der Bundesregierung nach Angaben einer Sprecherin des Finanzministeriums keine Pläne, als Konsequenz aus der Abgas-Affäre bei Volkswagen die Besteuerung von Diesel-Kraftstoff zu verändern.

Nach dem VW-Abgasskandal stellt allerdings Großbritannien Subventionen für Diesel-Fahrzeuge infrage. Und Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal hatte am Sonntag angekündigt, ihr Land wolle die finanziellen Vorteile für Diesel in den nächsten fünf Jahren abschaffen.

VW-Kritik vom Bundesverband der Deutschen Industrie
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10 Kommentare zu "Volkswagen schreibt an Politiker: Acht Millionen VW-Diesel in der EU betroffen"

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  • So kommt das halt, wenn eine Organisation von zwei krankhaft macht- und geldbesessenen Wahnsinnigen geführt wird. Da geht schon mal die Unterscheidung von Recht und Unrecht bzw. Vernunft und Wahnsinn verloren. Betrachtet man das Sozialverhalten von Piech und Winterkorn, hätte man schon früher seine Rückschlüsse auf deren geistige Gesundheit schließen können.

    Ähnliches beobachten wir zur Zeit auch in der Politik mit dem nichtschöpferischen Zerstörungspaar Merkel und Gabriel. Mal schaun ob die beiden noch eins drauflegen können und wer überlebt. VW oder die BRD.

  • Problem ist der Lobbyismus ansich - staatlich geförderte Korruption.

    Aber unsere Machthaber verdienen so schön daran!

  • Der Herr Winterkorn hat die höchsten Managervergütungen und Boni in der Geschichte der Bundesrepublik erhalten. Zuletzt wohl so um 16 Millionen Euro in 2014, wenn ich recht erinnere.
    Mir scheint Gewinne aus Betrug sind eher nicht als Eigentum des Betrügers zu betrachten. Auch wenn seine Untergebenen beteuern, dass er "von nichts gewusst" hat.
    Da fragt man sich schon, woher die das so genau gewusst haben, wer was gewusst hat und wer was nicht gewusst hat. Ich glaube man nennt das Täterwissen.

  • Ich bin zwar Betrüger, aber weil ich um Verzeihung bitte, können Sie in Zukunft Ihr Auto wieder bei mir kaufen.

  • Frechheit diese Luschen ruinieren meine Firma.

  • Also, ich habe nur einmal kommentiert nicht doppelt.

    Das gibt "zweimal" zu denken! lol

  • Winterkorns patriarchaischer u. selbstherrlicher Führungsstil hat zu diesem Desaster geführt. Er duldete niemanden neben sich. Kaum jemand hatte zu ihm Vertrauen. Vieles wurde daher verschwiegen.
    Anstatt sich um den Konzern zu kümmern, schaute er lieber Fußball.
    Jetzt hat der Konzern die Riesenchance des Neuanfangs. Da wünsche ich allen VWlern viel Glück.

  • 18.58h. Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.Sie können wochentags kommentieren von 7.30h bis 21h , wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-online Leser sind....

    Leider hält sich das Handelsblatt nicht an seine eigenen Regeln, wenn es um Beiträge mit politischer Brisanz geht wie z.B. dem Interview mit Herrn Paque, dem "liberalen Vordenker".

    "Das gibt Zu Denken"

  • 18.58h. Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.Sie können wochentags kommentieren von 7.30h bis 21h , wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-online Leser sind....

    Leider hält sich das Handelsblatt nicht an seine eigenen Regeln, wenn es um Beiträge mit politischer Brisanz geht wie z.B. dem Interview mit Herrn Paque, dem "liberalen Vordenker".

    "Das gibt Zu Denken"

  • Allen im Bundestag vertretenen Politikkaspern geben die Autobauer, VW, Opel, Fiat und Ford gerne 20% auf Neufahrzeuge, ohne was rumhandeln zu müssen, die kriegen einfach ein Schreiben, das legen die dem Autohändler vor, damit hat sich die Sache, toll wenn man an den Fresströgen sitzt, da gibt's ne Menge zu holen, ganz ohne zu fordern, wird denen sozusagen hinterher geschmissen

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