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Volkswagen und Elektromobilität VW antwortet auf Tesla – mit konstanten Gewinnen

Die nächsten Jahre werden teuer für VW. Die Einführung der Elektromobilität verschlingt gewaltige Beträge. Einen Gewinneinbruch will VW verhindern.
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VW antwortet auf Tesla – mit konstanten Renditezielen Quelle: Reuters
Zukunft am Kabel

Ein Elektro-Golf in Dresden: Volkswagen will Elektroautos zu einem Massengeschäft machen – das auch profitabel sein soll.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfVolkswagen will in den nächsten fünf Jahren viel Geld ausgeben. 44 Milliarden Euro verschlingen Elektrifizierung und Digitalisierung der Fahrzeugflotte. Die Werke in Emden und in Hannover sollen für die Fertigung von Elektroautos umgerüstet werden, in Osteuropa will der Konzern zusätzlich eine komplett neue Fabrik errichten. Die neuen Werke sind Teil der neuen Planungsrunde, die der Aufsichtsrat des Konzerns am Freitag beschlossen hatte.

Trotzdem verspricht der Wolfsburger Autokonzern eine stabile Ertragsentwicklung in den kommenden Jahren, in einigen Bereichen wird es sogar etwas besser als bislang angekündigt. „Wir halten an unseren Planungsgrundsätzen fest, wir bleiben auf Kurs“, versprach Finanzvorstand Frank Witter am Montag in einer Analystenkonferenz. Mit seiner Elektrooffensive reagiert Volkswagen auf neue Konkurrenten wie beispielsweise den US-Elektroautohersteller Tesla.

Volkswagen profitiert von einem starken operativen Geschäft mit klassischen Benziner- und Dieselmodellen. Deutschland spielt nur noch eine untergeordnete Rolle im Konzern, der stärkste Ertragsstrom kommt aus China.

Witter kündigte in der Analystenkonferenz an, dass der operative Ertrag vor Sondereinflüssen (wie etwa den Kosten aus der Dieselaffäre) bis zum Jahr 2020 statt um die bislang bekannten 25 Prozent nun um mehr als 30 Prozent zulegen werde. In der Summe wären das voraussichtlich etwa 19 Milliarden Euro. Zu Beginn der Planungsperiode im Jahr 2016 waren es noch 14,6 Milliarden Euro.

Witter begründete diese Steigerung vor allem mit Produktivitätszuwächsen in der Fertigung. Die Produktivität soll nach früheren Konzernangaben um 30 Prozent bis zum Jahr 2025 zulegen. Der Finanzvorstand machte deutlich, dass die Konzernmarken stärker zusammenarbeiten sollen – die Autofabriken würden in größerer Zahl mehr Modelle verschiedener Marken produzieren.

Außerdem komme es zu einer besseren „Plattform-Disziplin“ – die verschiedenen Töchter müssen verstärkt den vorgegebenen Konzernbaukasten verwenden. Zudem reduziere das gesamte Unternehmen die Variantenvielfalt. Eine zweistellige Zahl weniger erfolgreicher Modelle sei bereits verschwunden. „Und da könnte noch mehr passieren“, betonte Witter.

Die Ausschüttungsquote für Aktionäre soll spätestens bis zum Jahr 2022 übliche 30 Prozent erreichen. Im vergangenen Jahr lag die Quote noch bei gut 17 Prozent. Durch die Dieselaffäre waren die Zahlungen an die Aktionäre deutlich zurückgegangen.

Die langfristigen Renditeziele will Volkswagen allerdings in nächster Zeit nicht anfassen. 2020 werde die operative Marge (ohne Sonderposten) für den gesamten Konzern wie bislang angekündigt zwischen 6,5 und 7,5 Prozent liegen. Das entspricht auch dem für dieses Jahr vorhergesagten Niveau. Für das Jahr 2025 verspricht der Wolfsburger Konzern eine operative Rendite zwischen sieben und acht Prozent.

Makroökonomische Rahmenbedingungen seien in der neuen Konzernplanung enthalten. Witter nannte beispielsweise die aktuellen Handelskonflikte rund um den Globus. Mit weiteren Diesellasten sei in den kommenden zwei Jahren zu rechnen, danach könnte der Konzern die Affäre weitestgehend hinter sich gelassen haben.

Finanzvorstand Witter machte mehrmals deutlich, dass die etwas langsamere Ertragsentwicklung nach 2020 vor allem mit der Einführung der Elektroautos zu tun habe. „In den ersten Jahren werden wir zusätzliche Anlaufkosten zu bewältigen haben“, sagte der Wolfsburger Finanzchef. In der Anfangszeit der Elektromobilität dürften alle Hersteller – und nicht nur Volkswagen – weniger verdienen als beispielsweise mit einem klassischen Dieselmodell.

Unter Investoren stößt die neue Konzernplanung auf Zustimmung. „Anleger sollten die jüngsten Pläne begrüßen“, sagte Arndt Ellinghorst, Automobilexperte beim Investmenthaus Evercore ISI. Volkswagen konzentriere sich viel stärker auf die neuen Technologien. Der VW-Konzern gehörte im Deutschen Aktienindex (Dax) zu den Tagesgewinnern. Das Volkswagen-Papier notierte bis zum Nachmittag gut zwei Prozent im Plus.

Bei der tschechischen Konzerntochter Skoda sind die Konsequenzen der E-Einführung besonders gut abzulesen. Im vergangenen Jahr erreichte Skoda eine operative Rendite von 9,7 Prozent, mehr als Audi, die Renditeperle des Konzerns aus den Vorjahren. 2020 wird die Skoda-Marge auf ein Niveau zwischen sechs und sieben Prozent abgesunken sein, für 2025 verspricht der Konzern gut sieben Prozent. Vergleichbar verläuft die Renditeentwicklung bei Porsche: Die operative Marge wird von aktuell mehr als 18 Prozent auf gut 15 Prozent fallen.

Witter lehnte es ab, eine konkrete Zahl für die Elektrorendite zu nennen. „Wir machen dabei aber kontinuierlich Fortschritte“, sagte er. Wenn die E-Produktion etwa durch die Fabriken in Emden und in Hannover die üblichen Stückzahlen wie bei Verbrennermodellen erreicht habe, werde der Konzern auch die Rendite deutlich verbessern können. „Wir haben ambitionierte, aber auch realistische Ziele“, betonte der Finanzvorstand.

Mit dem sogenannten „Zukunftspakt“ hatte Volkswagen schon Ende 2016 beschlossen, dass bis Ende 2020 allein in Deutschland etwa 14.000 Arbeitsplätze (von rund 120.000) wegfallen werden. Witter kündigte nun an, dass der Sparkurs auch nach dem Jahr 2020 fortgesetzt werde. „Alle Marken werden ihre Gürtel enger schnallen müssen“, sagte Witter weiter. Volkswagen müsse seine Profitabilität weiter steigern. Nach 2025 könnte die Zahl der VW-Mitarbeiter auf unter 100.000 fallen. Für die Fertigung von Elektroautos werden weniger Mitarbeiter gebraucht.

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