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Bernd Osterloh

Der Konzernbetriebsratschef von Volkswagen stärkt dem in Untersuchungshaft befindlichen Audi-Boss Rupert Stadler den Rücken.

(Foto: dpa)

Volkswagen VW-Betriebsratschef Osterloh stellt sich hinter den inhaftierten Audi-Boss Stadler

Betriebsratschef Osterloh zeigt sich überrascht über die Untersuchungshaft des beurlaubten Audi-Bosses – und stützt zugleich Konzernchef Diess.
20.07.2018 - 06:00 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Nach VW-Vorstandschef Herbert Diess stärkt nun auch Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh dem in Untersuchungshaft befindlichen, beurlaubten Audi-Boss Rupert Stadler den Rücken. „Mich hat die U-Haft sehr überrascht“, sagte Osterloh im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Für Herrn Stadler gilt solange die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen ist. Da sind jetzt die Ermittlungsbehörden am Zug.“

Stadler sitzt seit Mitte Juni in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft München II beschuldigt ihn, Händler und Kunden betrogen zu haben, indem er auch nach Bekanntwerden des Dieselskandals Mitte September 2015 weiter manipulierte Fahrzeuge verkaufen ließ.

Außerdem soll der 55-Jährige im Begriff gewesen sein, auf einen Beteiligten im Dieselskandal einzuwirken. Das werteten die Ermittler als Verdunkelungsgefahr und setzten ihn daraufhin fest. Sein Verteidiger hat mittlerweile Haftbeschwerde eingelegt, die beim Landgericht München liegt.

Stadler selbst hatte in der Untersuchungshaft zunächst mehrfach gegenüber den Anklägern ausgesagt. Nun schweigt er aber. „Zuletzt war er nicht mehr bereit, Angaben zu machen“, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Bislang hat Stadler stets seine Unschuld beteuert.

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    Osterloh zeigte sich erstaunt über Stadlers Untersuchungshaft. „Ich weiß nicht, was die Staatsanwaltschaft hat. Ich habe da ja keine Akteneinsicht.“ Ähnlich hatte sich auch schon VW-Chef Diess geäußert. Diess, der angetreten ist, den Kulturwandel bei dem angeschlagenen Konzern einzuleiten, hatte die Ermittlungen gegen Stadler für „nicht nachvollziehbar“ erklärt. Er habe Stadler als „Problemlöser“ erlebt.

    Gerade diese Rolle wirft ihm die Staatsanwaltschaft jedoch vor: Stadler soll das Problem strenger Abgasvorschriften durch Betrug gelöst haben – zugunsten besserer Verkaufszahlen.

    Nach Recherchen des Handelsblatts wusste der Audi-Chef spätestens ab 2010 von Manipulationen bei der Einspritzung der Abgase reduzierenden Flüssigkeit Adblue. Das geht aus zahlreichen Präsentationen hervor, die laut Agenda der Papiere auch für ihn vorgesehen waren.

    Das Harnstoff-Gemisch Adblue neutralisiert die giftigen Stickoxide, die von Dieselmotoren ausgestoßen werden. In einem Schuldanerkenntnis in den USA hatte Volkswagen zugegeben, dass die Einspritzung unzulässigerweise gestoppt wurde, um größere Reichweiten ohne Nachtanken von Adblue zu erreichen.

    Zudem hatte Stadler offenbar nach Bekanntwerden des Dieselskandals noch im November 2015 zusammen mit anderen Managern eine Präsentation für die US-Umweltbehörden überarbeitet, um die dort offengelegten Manipulationen zu verschleiern.

    All das scheint für Diess und Osterloh aber kein Hemmnis, sich öffentlich für Stadler auszusprechen – und das im Falle von Diess mit erstaunlichen Worten. Der neue VW-Chef hatte über Stadler gesagt, dieser sei für ihn ein Audi-Chef gewesen, „der vieles aufgeklärt hat.“

    Gegen Diess selbst laufen ebenfalls Ermittlungen, in diesem Fall durch die Ankläger in Braunschweig. Ebenso wie dem ehemaligen VW-Vorstandschef Martin Winterkorn und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch wird ihm vorgeworfen, den Markt manipuliert zu haben durch zu späte Information der Aktionäre über mögliche Folgen des Dieselskandals. Diess sagte dazu: „Ich bin mit diesem Thema im Reinen, weil ich fest davon überzeugt bin, dass ich mir nichts vorzuwerfen habe.“

    Osterloh scheint auch hier auf einer Linie mit Diess zu liegen. Er halte ihn für den richtigen Mann, einen Kulturwandel bei dem Autobauer herbeizuführen, so der Betriebsratsboss. „Ja, ich glaube, dass Herr Diess das umsetzen kann“, sagte Osterloh. „Sonst hätten wir ihn ja nicht einstimmig im Aufsichtsrat gewählt.“

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