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Volkswagen VW-Chef Diess offenbar vor Vertragsverlängerung bis 2025

Sollte Herbert Diess die Verlängerung nun gelingen, würde das seine Position im Konzern wesentlich stärken. Unklar ist aber noch die Haltung der neuen Betriebsratschefin.
08.07.2021 Update: 08.07.2021 - 22:03 Uhr Kommentieren
Mit einer Verlängerung bis 2025 in der Tasche kann Diess die Weichen stellen für den Weg des weltweit zweitgrößten Autokonzerns zu CO2-neutralen Produkten und Produktion. Quelle: dpa
VW-Konzernchef Diess

Mit einer Verlängerung bis 2025 in der Tasche kann Diess die Weichen stellen für den Weg des weltweit zweitgrößten Autokonzerns zu CO2-neutralen Produkten und Produktion.

(Foto: dpa)

Frankfurt, Zislow Nach zwei Anläufen könnte der Vertrag von VW-Konzernchef Herbert Diess, 62, jetzt doch vorzeitig verlängert werden. Der Aufsichtsrat von Volkswagen werde bei einer Sitzung am Freitag über einen Vierjahresvertrag bis Oktober 2025 beraten, sagten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Über Details werde noch gesprochen. Hauptthema des Treffens der VW-Kontrolleure ist die für nächste Woche angekündigte Präsentation der Konzernstrategie 2030.

Ein Sprecher des Aufsichtsrats wollte sich dazu nicht äußern und lehnte eine Stellungnahme ab. Auch die Familienholding Porsche SE wollte die Ankündigungen nicht kommentieren. Der VW-Konzern lehnte genauso eine Stellungnahme ab.

Diess hatte bereits zwei Mal im vergangenen Jahr einen Vorstoß zu einer vorzeitigen Verlängerung seines bis 2023 laufenden Vertrages unternommen. Dagegen stemmte sich besonders der frühere VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh.

Zwischen Diess und den Arbeitnehmervertretern kam es mehrfach zu Konflikten über das vom Konzernchef forcierte Tempo beim Wechsel des Autoherstellers zur Elektromobilität. Mittlerweile hat Osterloh die Seiten gewechselt und ist Personalvorstand bei der VW-Lastwagentochter Traton.

Wie sich Osterlohs Nachfolgerin Daniela Cavallo auf dem Treffen des Aufsichtsrates am Freitag verhalten wird, war am Donnerstagabend offen. Aus Konzernkreisen verlautete dazu, die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat habe durch den Wechsel zu Cavallo eine neue Qualität erreicht. „Das ist kein Vergleich zu früher“, hieß es. Offen ist noch, ob der Betriebsrat für eine Vertragsverlängerung eine Gegenforderung erheben wird.

Die Eigentümerfamilien Porsche und Piech hätten schon im vergangenen Jahr einer Vertragsverlängerung für Diess zugestimmt, waren aber noch am Widerstand von Osterloh gescheitert. Das Land Niedersachsen als weiterer wichtiger Aktionär soll einer Verlängerung grundsätzlich positiv gegenüberstehen, hieß es im Unternehmen.

Marktkapitalisierung deutlich gestiegen

Mit einer Vertragsverlängerung würde der Aufsichtsrat Diess wesentlich stärken. Für ihn spricht die Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen Monaten. Der Konzernchef hat den Wechsel zur Elektromobilität auf den Weg gebracht und arbeitet jetzt an der Digitalisierung, der zweiten Stufe der Transformation. Diess hat es auch geschafft, dass Volkswagen unter Investoren wesentlich besser dasteht. Seit Jahresbeginn ist die Marktkapitalisierung des Unternehmen um etwa 40 Prozent gestiegen.

„Ein neuer Vertrag für Diess ist ein logischer Schritt“, sagte ein Topmanager. Auch Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch bleibe weitere fünf Jahre. Damit werde an den entscheidenden Stellen für personelle Kontinuität gesorgt. „Das ist jetzt eigentlich keine Überraschung mehr.“

Diess selbst wird nachgesagt, dass er gern noch einige Jahre länger weitermachen würde. Sein aktueller Vertrag läuft im Frühjahr 2023 aus. Bliebe er bis zum Herbst 2025, würde er wichtige strategische Projekte noch bis zu ihrem Ende begleiten. 2025 soll vor allem die Digitalisierung stehen und völlig neue elektrische Fahrzeuge kommen dann auf den Markt. Außerdem muss über den Abschied vom Verbrennungsmotor entschieden werden.

Weichenstellung für die Zukunft

Mit einer Verlängerung bis 2025 in der Tasche kann Diess zudem die Weichen stellen für den Weg des weltweit zweitgrößten Autokonzerns zu CO2-neutralen Produkten und einer klimafreundlichen Produktion. Der ehemalige BMW-Manager war Mitte 2015 - wenige Monate vor Bekanntwerden des VW-Dieselskandals - als Chef der Hauptmarke VW nach Wolfsburg gewechselt.

Schon damals zog er wegen seines forschen Auftretens und seines Tempos bei Veränderungen starke Kritik von die Arbeitnehmerseite auf sich. Im April 2018 rückte Diess an die Konzernspitze. Er machte gleich klar, dass er die aus seiner Sicht verkrusteten Strukturen aufbrechen und Volkswagen flexibler machen wolle, um es mit dem US-Elektroautopionier Tesla aufzunehmen.

Mit Material von Reuters

Mehr: VW-Chef Herbert Diess im Interview: „Wir würden mit einem Tempolimit sehr viel aufgeben

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