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Volkswagen VW-Chef Diess schwört Mitarbeiter auf Konzernumbau ein – der Brief im Wortlaut

In einem Mitarbeiterbrief fordert der neue VW-Chef Herbert Diess mehr Tempo bei der E-Mobilität – und äußert sich auch zu seinem Vorgänger.
Update: 13.04.2018 - 11:37 Uhr 1 Kommentar
Volkswagen Quelle: dpa
Herbert Diess

Der neue VW-Chef schwört seine Mitarbeiter auf den Konzernumbau ein.

(Foto: dpa)

DüsseldorfNach VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh und Ex-Chef Matthias Müller hat sich auch der neue VW-Chef Herbert Diess am Freitag mit einem Brief an die Mitarbeiter des Volkswagen-Konzerns gewandt. In dem Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt, schwört Diess die Belegschaft auf den Konzernumbau ein.

„Wir müssen Tempo machen und deutliche Akzente setzen, insbesondere bei der Elektromobilität (...)“, schreibt Diess. Mit dem Vorstandsumbau, der ihn auf den Chefposten beförderte, seien die „Voraussetzungen für einen schlanken Konzern“ geschaffen worden.

Die neue Konzernstruktur ermögliche es, schneller Entscheidungen zu treffen und umzusetzen, schreibt Diess weiter. Und er versprach, die Mitarbeiter stärker in den Umbau des Unternehmens einzubeziehen: „Wir werden Sie auf dem Laufenden halten und die interne Kommunikation deutlich ausbauen.“

Diess dankte auch seinem Vorgänger Müller – und sprach ihm „Respekt für seine große Leistung“ aus. Dass VW wirtschaftlich gut da stehe sei ein Verdienst von Müller. Nun gelte es, den eingeschlagenen Kurs zu forcieren. Denn auch die Vergangenheit hat VW längst noch nicht hinter sich gelassen, wie Diess einräumt: „Die Dieselkrise ist und bleibt noch für lange Zeit mit Volkswagen verbunden.“

Diess versprach, die Aufarbeitung des Dieselskandals voranzutreiben. Nur so ließen sich ähnliche Fehler in Zukunft zu vermeiden.

Am Donnerstag hatte der VW-Aufsichtsrat beschlossen, dass der ehemalige VW-Markenchef Diess Müller als Konzernchef mit sofortiger Wirkung beerben soll.

Bereits am Montag hatte VW – aufgeschreckt von Recherchen des Handelsblatts – in einer Pflichtmitteilung für die Börse einen Vorstandsumbau angekündigt.

Umbruch bei VW: „Müller hinterlässt den Konzern in guter Form“

Neben Müller scheiden auch Personalvorstand Karlheinz Blessing und Einkaufsvorstand Javier García Sanz aus dem Führungsgremium aus. Blessing wird durch den bisherige Generalsekretär des Konzernbetriebsrats, Gunnar Kilian, ersetzt.

Die Aufgaben von Sanz übernimmt VW-Beschaffungsvorstand Ralf Brandstätter kommissarisch. Zudem rückt Porsche-Chef Blume in den Konzernvorstand auf.

Diess’ Mitarbeiterbrief im Wortlaut

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

ich war erst wenige Monate Teil der Volkswagen-Familie, als der Ausbruch der Dieselkrise diesem stolzen und erfolgreichen Konzern einen schweren Schlag versetzt hat – einen Schlag, von dem nicht klar war, wie und ob sich Volkswagen davon wieder erholen würde. 

Der Zusammenhalt in der Krise, die Kraftanstrengung bei ihrer Überwindung und die Entschlossenheit, mit der das Unternehmen schwierige Herausforderungen angeht: Das alles hat mich immer wieder in dem Urteil bestärkt, dass Volkswagen ein starkes Unternehmen mit einer großartigen Mannschaft ist. Für mich ist es die berufliche Heimat, die ich mir immer gewünscht habe.

Heute, gut zweieinhalb Jahre später, ist klar, dass wir gestärkt aus dieser Krise hervorgegangen sind. Das hatte uns keiner zugetraut – am Anfang vielleicht nicht einmal wir selbst. Der Volkswagen Konzern steht wirtschaftlich robuster da denn je und hat sich in einer schwierigen Zeit mit „TOGETHER – Strategie 2025“ eine neue strategische Orientierung gegeben. Das ist nicht zuletzt das Verdienst von Matthias Müller, dem ich an dieser Stelle auch persönlich meinen Dank und Respekt für seine große Leistung aussprechen möchte.

Die Dynamik, die sich mit unserer Strategie 2025 im Unternehmen entfaltet hat, gilt es jetzt in der nächsten Phase unserer Neuausrichtung nochmal deutlich zu verstärken – denn auch das Veränderungstempo in unserer Industrie nimmt weiter zu. 

Meine wichtigste Aufgabe in der neuen Verantwortung wird es sein, gemeinsam mit unseren Marken, und mit Ihnen – unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – den Weg hin zu einem profitablen, weltweit führenden Anbieter nachhaltiger Mobilität konsequent weiter zu gehen und zu forcieren. Wir müssen Tempo machen und deutliche Akzente setzen, insbesondere bei der Elektromobilität, der Digitalisierung und neuen Mobilitätsdiensten. Und genau das werden wir tun.

Mit der gestern vom Aufsichtsrat beschlossenen Weiterentwicklung unserer Führungs- und Konzernstruktur sind die Voraussetzungen geschaffen – Voraussetzungen für einen schlanken Konzern, der starke Marken führt. Die Arbeit in neuen Markengruppen bzw. Einheiten wird dafür sorgen, dass wir schlagkräftiger und effizienter werden und noch näher an die Kunden rücken. Die für die Markengruppen verantwortlichen Vorstandsvorsitzenden übernehmen zusätzlich Konzernführungsaufgaben. Mit dieser neuen, kompakteren Struktur schaffen wir auch die Voraussetzungen, schneller zu werden in unseren Entscheidungen und in deren Umsetzung. Wir verschlanken die Konzernsteuerung. Und wir nutzen Synergien konsequenter als bisher.

An der detaillierten Ausgestaltung werden wir in den kommenden Wochen intensiv arbeiten. Und wir werden Sie auf dem Laufenden halten und die interne Kommunikation deutlich ausbauen. Das ist mir wichtig. Denn am Ende kommt es auch auf Sie an: unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Lassen Sie in Ihren Anstrengungen nicht nach! Bringen Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz voll ein! Denn damit tragen Sie entscheidend dazu bei, dass wir auch in Zukunft Mobilität definieren und unsere Kunden begeistern werden. Gleichzeitig legen wir das Fundament dafür, dass dieser Konzern seiner Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt, aber auch gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unseren Anteilseignern weiter gerecht werden kann.

Um uns in der zukünftigen Welt zu behaupten, müssen wir mutig nach vorne blicken. Dieser Wille, nach vorne zu schauen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen, ist bei uns deutlich spürbar. Aber: Es ist eine Illusion zu glauben, dass wir uns von der Vergangenheit vollständig und endgültig freimachen könnten. Die Dieselkrise ist und bleibt noch für lange Zeit mit Volkswagen verbunden. Nur wenn wir die Aufarbeitung ernsthaft und tiefgreifend vorantreiben, können wir daraus lernen, ähnliche Fehler in Zukunft zu vermeiden.

Der Kulturwandel in Richtung einer offenen, unternehmerischen, agilen Organisation muss und wird deshalb weitergehen. Und wir werden auch künftig alles Notwendige dafür tun, um Integrität und Compliance noch tiefer im gesamten Konzern zu verankern. Das muss genauso zu Volkswagen gehören wie unser einzigartiger Zusammenhalt, unsere herausragende technologische Kompetenz und unser unbedingter Wille zum Erfolg.

Ich bin davon überzeugt, dass unser Unternehmen auf der Grundlage seiner Strategie, seiner Finanzkraft und mit der Unterstützung von Ihnen allen seine beste Zeit noch vor sich hat. Für mich ist es eine Ehre, die Zukunft des Volkswagen Konzerns ab jetzt in meiner neuen Rolle mitzugestalten. Ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit, die vor uns liegt. Und ich bitte Sie um Ihre Unterstützung auf diesem Weg.
Herzlich,
Ihr Herbert Diess

  • jbl
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1 Kommentar zu "Volkswagen: VW-Chef Diess schwört Mitarbeiter auf Konzernumbau ein – der Brief im Wortlaut"

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  • Freitag, 13. April 2018

    VW baut den Vorstand um

    Volkswagen erlebt laut Reuters gerade den größten Umbau in der Geschichte des Unternehmens: Herbert Diess, der Matthias Müller an der Konzernspitze ablösen soll, wird noch mächtiger als gedacht und soll neben dem Konzern und der Marke Volkswagen auch noch Seat und Škoda leiten

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    EINST BAUKASTEN SYSTEM EINFÜHREN WOLLEN ?

    Da ist Enorm EINSPAR POTENTIAL DRIN.
    Das gesparte dann in NECKARSULM STECKEN UND EINEN AUDI A-NULL BAUEN LASSEN IN NECKARSULM.

    So groß wie der SMART aber mit ELEKTROMOTOR UND EXPORT MÖGLICHKEIT WELTWEIT !

    DAS SEID IHR ALS VW AN DIE AUDIANER IN NECKARSULM SCHULDIG !

    DER ROHBAU STEHT AUCH LEER UND BEREIT NEU GEBAUT ZUR VERFÜGUNG DA !

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