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Volkswagen VW verkauft weniger Autos, das Jahresziel wackelt

Der Abgasskandal hat dem Absatz von VW im November erneut einen Dämpfer versetzt. Das Rekordergebnis von 2014 kann der Konzern wohl nicht wiederholen. Doch es gibt auch Lichtblicke.
11.12.2015 - 17:15 Uhr
Abgesehen vom Lkw-Bauer Scania schwächte sich das Geschäft in dem Monat bei allen Marken des VW Konzerns im Vergleich zum Gesamtjahr ab. Quelle: ap
Verkaufszahlen schrumpfen

Abgesehen vom Lkw-Bauer Scania schwächte sich das Geschäft in dem Monat bei allen Marken des VW Konzerns im Vergleich zum Gesamtjahr ab.

(Foto: ap)

Wolfsburg Bereits im zweiten Monat nach Beginn des Abgas-Skandals hat VW weniger Autos verkauft als ein Jahr zuvor. „Der Volkswagen-Konzern und seine Marken durchleben aktuell eine herausfordernde Zeit“, sagte VW-Chef Matthias Müller am Freitag in Wolfsburg laut Mitteilung. Weltweit schlug der Konzern demnach in diesem Jahr von Januar bis November knapp 9,1 Millionen Fahrzeuge los und damit 1,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das Jahresziel, so viele Autos zu verkaufen wie im Vorjahr, gerät damit in Gefahr.

Im November allein schrumpfte der Absatz um 2,2 Prozent. Abgesehen vom Lkw-Bauer Scania schwächte sich das Geschäft in dem Monat bei allen Marken des VW Konzerns im Vergleich zum Gesamtjahr ab.

In welchem Ausmaß der schrumpfende Absatz auf den weltweiten Abgas-Skandal zurückgeht, lässt sich nur schwer abschätzen. In Deutschland bestellen Kunden ihren Neuwagen in der Regel beim Händler und warten dann mehrere Monate auf die Auslieferung, aber der Trend zeigt zumindest bei der VW-Kernmarke bereits nach unten. Im November betrug das Minus zum Vorjahresmonat 2,4 Prozent – während der Gesamtmarkt um 8,9 Prozent zulegte. „Mit Blick auf die aktuell herausfordernde Situation für die Marke gehe ich nicht davon aus, dass wir das in den verbleibenden Tagen werden aufholen können“, sagte Jürgen Stackmann, Mitglied des VW-Markenvorstands.

Die lange Liste der Offenbarung
Porsche Cayenne Diesel mit 3,0 Liter-V6, Modelljahrgang 2015
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Für manche Nicht-Auto-Experten war es ja überraschend, dass Porsche überhaupt Diesel verkauft. Doch zumindest dieses Modell wird nach den neuesten Vorwürfen in der Abgas-Affäre nun in den USA nicht mehr verkauft. Dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte ein Sprecher am 4. November 2015.

Wie die Konzernmutter VW hat Porsche die kürzlich von der US-Umweltbehörde EPA genannten Manipulationen auch größerer Diesel-Aggregate bislang nicht eingeräumt. Noch werden die Vorwürfe geprüft, wobei man mit der EPA kooperiert.

Porsche hat seit dem Jahresbeginn in den USA gut 12.000 Cayennes ausgeliefert, rund 3.000 davon hatten einen Dieselmotor. Die beanstandeten Motoren kommen von Audi.

(Foto: PR)
Porsche Cayenne Diesel mit 3,0 Liter-V6, Modelljahrgang 2015
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Von den Ermittlungen der US-Umweltbehörde EPA sind rund 3.000 Dieselfahrzeuge des Sportwagenbauers Porsche betroffen, dies hat die VW-Tochter bestätigt. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um Diesel-Cayennes, die von Januar bis September in den USA ausgeliefert wurden. Das ist knapp ein Viertel aller 2015 in den Vereinigten Staaten an die Kunden übergebenen Cayennes.

Bisher sagte Porsche auf Fragen zu etwaigen Verwicklungen in den Abgasskandal, man habe damit nichts zu tun, auch weil es nur um Vierzylinder-Motoren gehe - so kleine Motoren habe man aber gar nicht im Sortiment.

(Foto: PR)
Unter Verdacht: Ältere 3-Liter-Diesel
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Die US-Umweltschutzbehörde EPA teilte am 20. November mit, Vertreter von VW und Audi hätten erklärt, dass alle in den USA verkauften Autos mit Drei-Liter-Dieselmotoren der Modelljahre 2009 bis 2016 mit einer nicht zugelassenen Software-Funktion zur Abgaskontrolle ausgerüstet seien.

Bis zu diesem Zeitpunkt war nur von rund 10.000 Fahrzeugen der Modelljahre 2014 bis 2016 die Rede gewesen. Nach Angaben der EPA geht es nun um rund 75.000 zusätzliche Fahrzeuge aus den Jahren davor, also insgesamt 85.000 Autos.

Von den neuen Vorwürfen betroffen sind die Audi-Modelle A6, A7, Q5 und Q7 mit dem 3,0-Liter-TDI-Motor der Modelljahrgänge 2009 bis heute.

(Foto: PR)
Angeblich betroffen: Volkswagen Touareg, 3.0 L Diesel V6
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. Die Motoren werden im VW Touareg (Modelljahrgang 2014) und Porsche Cayenne (Modelljahrgang 2015) sowie in größeren Audi-Modellen des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

(Foto: PR)
Angeblich betroffen: Audi A8 und A8 Langversion
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Nach Porsche stoppten per Mitteilung vom 4. November auch Audi und Volkswagen den Verkauf von V6-TDI-Dieseln in den USA. Betroffen sind unter anderem die Audi-Modelle A6, A7 und A8 sowie die Geländewagen Q5 und Q7 mit TDI-Motor. Bei Volkswagen ist der VW-Touareg betroffen.

Die Marken reagieren damit auf den Vorwurf, auch bei dem großen Dieselmotor die Abgaswerte manipuliert zu haben. Der VW-Konzern bestreitet den Vorwurf, da es sich um ein gängiges und legales System zur Abgasregulierung handele, das der Konzern bei der Zulassung in den USA aber nicht angegeben habe.

(Foto: PR)
Angeblich betroffen: Audi Q5
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. VW wies die Behauptung zurück. Die Motoren werden bei Audi im A6 quattro, A7 quattro, A8, A8L und Q5 des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

(Foto: PR)
Betroffen: Audi A6 quattro
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. VW wies die Behauptung zurück. Die Motoren werden bei Audi im A6 quattro, A7 quattro, A8, A8L und Q5 des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

(Foto: PR)

In den USA kommt die Reaktion der Kunden schneller im Autohaus an, weil dort viele ihre Neuwagen direkt vom Hof des Händlers weg kaufen. Dort hatte ein Diesel-Verkaufsstopp den Absatz im November regelrecht abstürzen lassen: Für die USA meldete die Marke VW für den vorigen Monat ein Minus von fast einem Viertel im Vorjahresvergleich.

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    Aufgesplittet nach den einzelnen Marken und Ländern zeigen sich sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich deutliche Unterschiede im Konzern. Insbesondere die Kernmarke VW kann die Vorjahreszahlen nicht wiederholen. Konkret heißt das: Von Januar bis November sank die Zahl der verkauften Fahrzeuge um 4,5 Prozent auf 5,36 Millionen. Auch bei den Töchtern MAN und Scania sowie in der Nutzfahrzeugsparte meldete VW im laufenden Jahr rückläufige Zahlen.

    Bei den Absatzmärkten bereitet dem Konzern vor allem die Lage in Russland (minus 36,7 Prozent) und Brasilien (minus 36,5 Prozent) große Sorgen. Im größten Einzelmarkt China war das Minus mit 3,6 Prozent etwas geringer.

    Doch es gibt auch Lichtblicke in der VW-Welt: So konnte der Konzern von Januar bis November im wichtigen europäischen Markt um 2,8 Prozent zulegen, in Deutschland stand ein Plus von 4,2 Prozent zu Buche - der Gesamtmarkt war hierzulande allerdings deutlich schneller gewachsen. VW verliert also Marktanteile.

    • dpa
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