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Volkswagen will T-Shirts sparen Oberkörper frei am Band

Absurde Sparmaßnahme: VW will seinen Bandarbeitern offenbar die T-Shirts streichen. Diese könnten nicht mehr zur Arbeitskluft zählen. Der Betriebsrat geht auf die Barrikaden – und auch von US-Behörden droht neuer Ärger.
11.03.2016 - 13:17 Uhr 12 Kommentare
„Kolleginnen und Kollegen unter ihren Latzhosen künftig mit freiem Oberkörper arbeiten sollen – das machen wir nicht mit.“ Quelle: Imago
VW-Mitarbeiter am Band

„Kolleginnen und Kollegen unter ihren Latzhosen künftig mit freiem Oberkörper arbeiten sollen – das machen wir nicht mit.“

(Foto: Imago)

Wolfsburg/Hamburg Der kriselnde Autobauer VW überlegt bei seinem Sparkurs offensichtlich, den Bandarbeitern Teile ihrer Arbeitskluft zu streichen. „Bei Volkswagen gibt es allen Ernstes Bestrebungen, die T-Shirts als Teil der Arbeitskleidung abzuschaffen“, hatte der Chef des Betriebsrates, Bernd Osterloh, am Dienstag in Wolfsburg bei einer Versammlung vor gut 20.000 Mitarbeitern gesagt.

Osterloh verwies auf Verhandlungen am Mittwoch. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Unternehmenskreisen erfuhr, verliefen die Gespräche zum T-Shirt-Sparen aber ergebnislos. Die Debatte sei vertagt worden.

Osterloh hatte bei der Betriebsversammlung den Plan zur Abschaffung der T-Shirts als „indiskutabel“ zurückgewiesen. dpa liegt eine Mitschrift seiner Rede vor. Demnach kündigte Osterloh an, notfalls alternativ die IG Metall für T-Shirts sorgen zu lassen. „Ich weiß schon, was dann auf den T-Shirts geschrieben steht: „Die IG Metall lässt Dich nicht ohne Hemd dastehen““, sagte Osterloh demnach.

Teilnehmer der Betriebsversammlung bestätigten, dass Osterloh das Thema T-Shirts tatsächlich zu Sprache brachte. Fassungslos sagte er demnach: „Volkswagen könnte Milliarden sparen, wenn die richtigen Hebel bewegt und die Prozesse eingehalten werden. Aber dass unsere Kolleginnen und Kollegen unter ihren Latzhosen künftig mit freiem Oberkörper arbeiten sollen – das machen wir nicht mit.“

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    Wie hoch die Verhandlungen zu den T-Shirts hängen und ob der Vorstoß womöglich eine Einzelmeinung darstellt oder tatsächlich offiziell vom Management als Sparvorschlag abgesegnet ist, ließ sich am Freitag zunächst nicht klären. Ein VW-Sprecher wollte den Vorgang prüfen.

    Die finanziellen Folgen der Abgas-Affäre bedrohen auch tausende Stellen in der Verwaltung. Bei den Mitarbeitern im Haustarif soll in den Büro-Abteilungen außerhalb der Produktion nach Informationen aus Konzernkreisen bis Ende 2017 jeder zehnte Job wegfallen. Wegen der laufenden Beschäftigungssicherung müsse allerdings niemand fürchten, arbeitslos zu werden, erfuhr die dpa am Donnerstag aus sicherer Quelle.

    Der geplante Stellenabbau der Bürokräfte sei über Personalschwankungen, Altersteilzeit oder die Zuweisung neuer Aufgaben für die betroffenen Kollegen möglich. Es dürfte den Angaben aus Unternehmenskreisen zufolge dabei um gut 3000 Stellen gehen. Ein Konzernsprecher sagte, das bekannte Programm zur Steigerung der Effizienz der Kernmarke VW betreffe alle Bereiche - und damit auch die Personalkosten. Die Aussage des neuen VW-Markenchefs Herbert Diess, dass man „fest zu unserer Stammbelegschaft“ stehe, gelte weiterhin.

    Trotzdem zeichnet sich eine schwere Verstimmung zwischen dem Land Niedersachsen als zweitgrößtem Anteilseigner und dem Autobauer ab. Wirtschaftsminister Olaf Lies – der wie Ministerpräsident Stephan Weil im VW-Aufsichtsrat sitzt – ließ am Freitag über seinen Sprecher erklären: „Der Minister ist sehr verärgert über die Kommunikation bei VW; da werden spekulativ Zahlen in die Welt gesetzt, die offiziell nicht kommuniziert wurden.“ Lies war am Vorabend von der Opposition im niedersächsischen Landtag scharf attackiert worden, weil dem SPD-Politiker der geplante Abbau Tausender Stellen bei Volkswagen nicht bekannt war.

    Nicht nur in Niedersachsen droht dem Konzern weiterer Ärger, auch in den USA spitzt sich die Situation für den Autobauer weiter zu.

    Was Informatik-Experten über das Schummel-Update herausfanden
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    12 Kommentare zu "Volkswagen will T-Shirts sparen: Oberkörper frei am Band"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Mit dem Ausscheiden von Horn und neu bekannt gewordenen Details zur Optimierung der Betrugssoftware hat VW sich vermutlich den Todesstoß gesetzt.

      Insbesondere das Update der Software rückt den VW-Konzern in ein neues Licht. Es ist sehrunwahrscheinlich, dass an der Optimierung nur ein kleiner Personenkreis beteiligt gewesen ist. Die Implementierung neuer Software bedarf abgestimmter Unternehmensprozesse. Der Kreis der eingeweiht ist, sollte sich konzernweit über hunderte Personen bis in die Vorstandsetagen erstrecken.

      Die USA werden das VW nicht durchgehen lassen.

      Nun dürfen die Autobesitzer in Deutschland künftig mit früher verschleissenden Partikelfiltern rechnen.

      Der Bundesverkehrsminister und das KBA schauen dagegen weiter tief entspannt zu.

      Die Tshirts sind VWs kleinstes Problem. Der Konzern gehört vollständig filettiert!

    • Null Verständnis für die Aufregung!

      Die VW-Mitarbeiter sind mit Ihren Arbeitszeiten, Sozialleistungen und der Bezahlung sehr gut gestellt, so dass sie sich bestimmt ein T-Shirt leisten können! Welcher Arbeiternehmer bekommt schon die komplette Arbeitskleidung gestellt?

      Als es aufwärts ging, waren die Forderungen schnell da und wurden zum Grossteil auch erfüllt. Nun wo es an's Sparen geht, ist man nicht einmal zu solch minimalen Zugeständnissen bereit! Das sind fast schon Zustände wie bei den Beamten, Sozis eben....

    • Der kriselnde Autobauer VW überlegt bei seinem Sparkurs offensichtlich, den Bandarbeitern Teile ihrer Arbeitskluft zu streichen. „Bei Volkswagen gibt es allen Ernstes Bestrebungen, die T-Shirts als Teil der Arbeitskleidung abzuschaffen“, hatte der Chef des Betriebsrates, Bernd Osterloh, am Dienstag in Wolfsburg bei einer Versammlung vor gut 20.000 Mitarbeitern gesagt.

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      Ist doch nichts Neues !

      Schon bei meine letzte Betriebsversammlung im Haus Neckarsulm bei der AUDI AG,

      habe ich an der weihnachtszeit im jahr 2009 moniert...

      DASS FÜR BAYERN MÜNCHEN DIE AUDI AG 200 MILLIONEN EURO ÜBRIG HATTE...

      ABER DEN MITARBEITER AM BAND NICHTDIE ZEIT BLIEBE...IM HOCH-SOMMER...

      EINE SPRUDELFLASCHE IN DIE HAND ZU NEHMEN, EIN SCHLUCK DARAUS ZU TRINKEN UND DIE FLASCHE ZURÜCK INS REGAL ZU STELLEN...
      WEIL DANN DAS AUTO NICHT GEBAUT AN DEM BAND AN DEM WERKER VORBEI WÄRE !

      Auch hatte ich moniert dass man früher beim AUDI A2 Produktion man als Werker T-Shirts bekam und beim teuren Produkt Audi A6 man nur eine Latzhose pro Jahr bekam.

      ENDE VON DEM LIED...danach wurden weitere 10 MILLIONEN EURO FEHL-VERPLANT IN NICHT ERGONOMISCHE ARBEITSBÄNDER...

      da habe ich auch moniert dass der Europäischer Arbeiter eine grössere Körpergrösse habe als etwa einen Chinesischen Mitarbeiter.

      UND DANN...wird man EIN JAHR LANG GEMOBBT...man führt seinen Vorgesetzten permanent zum Personalreferent vor...aber das Personalbüro bekommt den Vorgesetzten nicht im Griff und dieses obwohl schon zwei Betriebsräte am Runden Tisch dabei waren.

      DA MACHT MAN EINEN DIENSTAUFHEBUNGSVERTRAG UND GEHT GERNE...bevor man die Nerven verliert und wie andere am Vorgesetzten eine Backpfeife gibt.

      Zitat ; " Man kann KUH-S. NICHT POLIEREN ! "

    • Sorry, aber ich halte es für zumutbar, dass man sich als
      übertariflich bezahlter VW-Werker fürs Arbeiten bei H+M
      aus eigener Kasse ein paar Billig-T-Shirts kauft und diese auch
      selbst zu Hause wäscht. :-)
      Ein weiteres Beispiel, um was sich in solch ernsten Zeiten die Be-
      triebsräte in diesem überblähten Laden alles kümmern...
      Da wundert es mich auch nicht mehr, dass die meistverkauften
      VW-"Originalteile" Currywürste aus der hauseigenen (!!!) Metzgerei
      sind....

    • ... und wieder einmal ein hervorragendes Beispiel, wie von wirklichen Problemen abgelenkt wird. Der Betriebsrat beschäftigt sich mit T-Shirts - toll. Der ist ja wirklich sein Geld wert.

    • nachdem was ich so höre verdienen dort alle pber dem Maß. Hab gelesen das selbst Meister es vorziehen bei VW am Band zu arbeiten als in ihrer Branche.
      Sprich: Man hat noch sehr sehr viel potential.

    • Bei VW gehört komplett aufgeräumt. Die Konzernstrukturen sind aufgebläht u. patriarchaisch geführt. Wenn z.B. die PAG so arbeiten würde, wäre sie schon lange erledigt.
      Dem Werker das Shirt klauen zeugt von der Ohnmacht der etablierten VW Dilettanten. Winterkorn bekommt p.m. 900.000€ Gehalt u. der AR Versager Wolfgang Porsche schaut tatenlos zu. Welch ein Hohn!!
      Holt Wiedeking ... der kann das!

    • @Peter Lustig - 11.03.2016, 14:07 Uhr

      Früher hieß es immer: "Eine Firma, die am Papier spart, stirbt bald."

      VW muß es schon richtig dreckig gehen, daß das (vollkommen überbezahlte) "Management" auf solche Ideen kommt.

    • @Kurt Dieter - 11.03.2016, 13:40 Uhr

      "Aber leider müssen es die "blue" collar am Band wieder einmal ausbaden."

      Vollkommen richtig, aber das ist wirklich mittlerweile überall der Fall.

      Angenommen, ein überflüssiger Manager "verdient" (bessser: bekommt) 1 Mio Euro, ein qualifizierter Facharbeiter 5000 Euro - raten Sie mal, wer entlassen wird:

      Korrekt, die 200 Facharbeiter und die eine teure taube Nuß bleibt.
      Und wahrscheinlich wird für die Facharbeiter noch ein weiterer Manager angeheuert.

    • @Kurt Dieter
      Es geht hier um gut bezahlte Arbeitsplätze. Diese gut bezahlten Arbeitsplätze werden durch einen marktfeindlichen politischen CO2 Verbots Irrsinn abgebaut. Diese ganze CO2 Verbotsmasche ist eine politische und lobbyistische Verbotsmasche die weder mit der Marktwirtschaft noch für "bessere" Umwelt und ein "besseres" Klima sorgt.
      Dieser ganze menschengemachte CO2 Klimaquatsch (politisches Verbrechen an der freien Markt-Wirtschaft-Gesellschaft) führt nur in eine Deindustrialisierung und damit in eine Gesellschaft in der Gut bezahlte Arbeitsplätze ein Mangel und die Wohlstandgesellschaft in eine zunehmende Verarmung getrieben wird.

      Das politische und perfide CO2 Verbot (CO2 ist die Basis für unser Leben und unseren wirtschafltichen Wohlstand) hat für uns als freie Markt-Gesellschaft nur eins übrig...erst den Mangel und zum Schluss die Armut!

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