Vom Supervogel zur lahmen Ente Ursache für Triebwerksausfall der A380 entdeckt

Triebwerk-Probleme bringen die A380 in Verruf. Die europäische Flugaufsichtsbehörde EASA hat jetzt vermutlich die Ursache für die Schwierigkeiten gefunden. Rolls Royce gerät immer stärker in Bedrängnis.
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Airbus A380: Öllecks sind offenbar nicht das einzige Problem der Triebwerke. Quelle: dpa

Airbus A380: Öllecks sind offenbar nicht das einzige Problem der Triebwerke.

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jkn/slo/HB FRANKFURT/LONDON. Die Hiobsbotschaften für den Super-Vogel A380 reißen nicht ab. Die Ursache für das Versagen eines Triebwerks an einer Qantas-Maschine scheint gefunden. Ausgelaufenes und in der Hitze des Triebwerks entzündetes Öl habe vermutlich zum Versagen der Mitteldruckturbine des Trent-900-Triebwerks geführt, teilte die europäische Flugaufsichtsbehörde EASA auf ihrer Webseite in einer Direktive mit.

Deshalb ordnete die Behörde bei allen Airbus A380 mit Trent-900-Triebwerken vom Hersteller Rolls-Royce weitere Sicherheitsuntersuchungen an bestimmten Bauteilen an. Für den Fall, dass bei den Tests irgendwelche Auffälligkeiten auftauchen sollten, müssen die Maschinen am Boden bleiben. Am Mittwoch hatten Singapore Airlines und Lufthansa mitgeteilt, dass sie Triebwerke an den Aushängeschildern ihrer Flotte austauschen werden.

Das Problem der Fluggesellschaften: Sie hatten ihre Maschinen mit Triebwerken von Rolls-Royce bestellt - alle anderen Airlines, darunter Emirates, der größte A380-Abnehmer, vertrauten auf die Düsenantriebe von Engine Alliance, einem Konsortium aus mehreren Herstellern.

Bei zahlreichen der Rolls-Royce-Antriebe sind jedoch Öllecks aufgetreten, die möglicherweise die Ursache für die Explosion eines Triebwerks und den Beinahe-Absturz eines A380 der australischen Qantas war. Seitdem ist aus dem Einzelfall eine handfeste Krise geworden.

Vor allem Rolls Royce steht unter Beschuss, nicht zuletzt wegen seiner restriktiven Informationspolitik. Bislang haben die Briten nur eine nichtssagende Erklärung zu den Vorfällen abgegeben. Auch gestern wollte Rolls Royce die neuen Vorfälle nicht kommentieren.

Und das, obwohl die Öllecks offenbar nicht das einzige Problem der Triebwerke sind. Denn auch Lufthansa hat ein Triebwerk ausgetauscht, der Befund sei jedoch "anderer Natur", sagte ein Sprecher, ohne Details zu nennen. "Wir haben uns nach Rücksprache mit Rolls Royce dazu entschieden, das Triebwerk vorsorglich zu ersetzen", sagte der Sprecher. Die Maschine soll heute wieder fliegen.

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5 Kommentare zu "Vom Supervogel zur lahmen Ente: Ursache für Triebwerksausfall der A380 entdeckt"

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  • beim A380 und nicht nur hier, kommt sicherlich auch noch erschwerend hinzu, dass die Auslagerung von wesentlichen Geschäftsprozessen, hier die Aufteilung der unterschiedlichsten bauteile von unterschiedlichsten Lieferanten (Hauptsache billig!) zu diesem Desaster führen musste. Prozessverlagerungen ausschließlich aus Kostengründen sind grundsäztlich eine heikle Sache, da der eigentliche Auftraggeber garnicht, oder nur sehr eingeschränkt, überblicken kann wie die einzelnen Aggregate zu einander passen. Am Ende des Prozesses wundert sich dann das Management wenn Rückrufaktionen im großen Stil das Ergebnis sind. Mit der Folge, dass die implizieten Kosten i.d.R. höher sind, als wenn man die Produktion für die wesentlichen Teile selbst gefertigt hätte.Controlling ist gut und richtig, aber bitte mit Augenmaß!

  • "Weg von den ingenieuren hin zu Finanzmanagern"
    "Rolls Royce steht unter beschuss"

    Von wem wohl ?
    Von dummbratzigen Journalisten und Finanzmanagern.

    Denn ingenieure wüssten, daß eine seriöse Fehlersuche und Ursachenanalyse länger dauern wird.

    ingenieure möchten lieber eine wahre Aussage, als dummes Schnellschussgeschwätz.

    Aber ingenieuer würden wohl auch die Maschinen am boden lassen, und nicht in der Gewinngier trotz erkennbaren Risikos weiterfliegen lassen.

    Dadurch zeigt dieser Vorfall und die Reaktion der Journaille und Unternehmen nur zu deutlich, wie sehr die Welt von den Gehirnamputierten bestimt ist, und wie wenig Kluge noch zu sagen haben.

    Schön war auch gerade im Fall der A380 die idiotische Zeitvorgabe der Manager, die Maschinen bereits verbindlich verkauft hatten, bevor sie überhaupt fertig entwickelt waren. Schon da hätte bekannt sein müssen, daß die Welt von den falschen Leuten gesteuert wird (und der A380 eines Tages abstürzen wird).

  • ..und aktuell schlagzeilen. "Lahme Ente" war sie schon längst - und niemals ein "Rollce-Royce" bundesdeutscher Politik, oder? Hoffentlich nehmt "ihr" meinen beitrag an und ernst?bp

  • Kernproblem ist offensichtlich, das das Finanzmangement höheren Einfluss hat als die ingenieurskunst. Diese Wandlung in fast allen bereichen - Firmeninteresse vor Kundeninteresse - schadet langfristig auf jeden Fall, meist sogar kurzfristig. Die Zeiten in dem Kundeninteresse das Maß der Dinge war, dem dann das Firmeninteresse folgte, waren auf jeden Fall von Nachhaltigkeit geprägt. Geld verdient wurde auch da, nur fairer für beide Seiten.

  • ..und hin zum Finanz-Manager mit Omerta-informations-Politik. Fakten sind eben leicher zu händeln, als das image von möglichen Giernickel-Managern, sei 's bei Rollce-Royce oder in München. Denn das hier skizzierte informationbs-Verhalten kostet jetzt auch der csu den "politischen Kopf", wie etwa aktuell im "profil"-Österreich nachzulesen ist:

    Zitat: aus "profil":
    "Ermittlungsrichterin Redl, München, geht heute in die Geschichte ein...
    ...denn im Gegensatz zu den eher mit Polit-Samthandschuhen ausgesatteten Staatsanwaltschaften in Austria und bavaria, scheut sich die intelligente, dem Gesetz und ihrem Gewissen vertrauende Münchner Richterin Redl, wie "redlich", nicht, Strafanzeigen und Strafanträge gegen Seehofers-csu-banditen incl. Haftbefehle und begriffe wie "Organisierte Kriminalität der csu" mit namentlicher bennennung beschuldigter öffentlich zu machen. Das Az: lautet beim AG München ER Vi Gs 7241/10...da schau her, sie "dreht sich doch..", und manche hoffen, dass Österreichs Staatsanwaltschaften sich bald diesem Dreh' anschließen - auch im Gedenken an J. Haider und eine soeben entseelte csu-restleiche, der einst die bayernLb-HAA-Sache zum Verhängnis wurde. Tödlich..." (Zitat Ende).

    Hoffentlich geht jetzt beim "Handelblatt" niemand in die Luft? Die Landung könnte sehr hart werden..!

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