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Von der Börse genommen Der letzte Vorhang fällt für die IG Farben

Nun scheint sich auch das letzte Kapitel des ehemaligen Chemieriesen IG Farben zu schließen. Die Insolvenzverwalterin möchte das Unternehmen mit dunkler Vergangenheit von der Börse nehmen.
Update: 18.08.2011 - 07:31 Uhr 8 Kommentare
Die Geschichte der IG Farben
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Die riesige Werksanlage der IG Farben am Rheinufer in Ludwigshafen Anfang der 1930er-Jahre.

Foto: BASF Unternehmensarchiv

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Albert Speer bezeichnet den 12. Mai 1944 als „den Tag, den dem der technische Krieg entschieden wurde“. Die 8. US-Luftflotte greift mit 935 Bombern die deutschen Treibstoffwerke der IG Farben an (Foto). Das riesige Werk in Leuna erleidet schwere Schäden.

Foto: BASF Unternehmensarchiv

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Sklavenarbeit für die IG Farben: Zwangsarbeiter bauen die Buna-Fabrik in Auschwitz. Zehntausende sterben dabei.

Foto: BASF Unternehmensarchiv

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So sah die Firmenzeitung der IG Farben im Oktober 1935 aus: Das Unternehmen war längst gleichgeschaltet.

Foto: BASF Unternehmensarchiv

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1861 wurde Carl Duisberg in Barmen geboren. Er wollte unbedingt Naturwissenschaftler werden und nicht in den elterlichen Betrieb. Das gelang dank seines Talentes: Mit 16 Abitur, mit 20 Doktor der Chemie. Nach vielen Versuchen landete er bei Bayer und wurde 1889 dessen Chef. Als er am 19. März 1935 starb, nannte ihn die Londoner Times „einen der fähigsten und erfolgreichsten Industriellen der Welt“.

Foto: Bayer Unternehmensarchiv

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Carl Duisbergs prunkvolle Villa in Leverkusen. Hier wurde im November 1924 die Gründung der IG Farben beschlossen. Mit der Fahne wurde die Anwesenheit des Hausherrn angezeigt.

Foto: Bayer Unternehmensarchiv

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Carl Bosch (Foto) entwickelte gemeinsam mit Fritz Haber ein Verfahren zur synthetischen Herstellung von Ammoniak als Ersatz für Salpeter zur Herstellung von Düngemitteln. 1919 wurde Bosch Chef von BASF, 1925 der IG Farben. Unter seiner Leitung kollaborierte die IG Farben mit den Nazis, auch wenn er selbst mit Hitler gebrochen hat. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges war Bosch depressiv und Alkoholiker. Er konnte das Gefühl nicht abschütteln, persönlich für die Aggressionen Deutschlands mitverantwortlich zu sein. Er starb am 26. April 1940.

Foto: BASF Unternehmensarchiv

FrankfurtDas einst weltgrößte Chemie-Konglomerat IG Farben schließt das letzte Kapitel seiner mehr als 80-jährigen Geschichte. Der 2003 pleitegegangene Restkonzern - ein Überbleibsel des Unternehmens, das eng mit dem Nazi-Regime verwoben war - soll von der Börse genommen werden.

Insolvenzverwalterin Angelika Wimmer-Amend beantragte am Mittwoch, die Börsenzulassung zu widerrufen. Das Ende des Insolvenzverfahrens stehe kurz bevor, hieß es in einer Pflichtmitteilung.

Der Chemiekonzern IG Farben beschäftigte während des Zweiten Weltkrieges Tausende von Zwangsarbeitern - auch im Massenvernichtungslager Auschwitz. Dort wurden die Opfer der Nazis durch das Giftgas Zyklon B ermordet, hergestellt von einer gemeinsamen Tochter der Degussa und der I.G. Farben. Nach dem Krieg wurde der Konzern von den Alliierten zerschlagen.

Übrig blieb die „I.G. Farbenindustrie Aktiengesellschaft in Abwicklung“. Ihr gegenüber sollen ehemalige Zwangsarbeiter ihre Forderungen geltend machen können. Im Laufe der Jahrzehnte bereicherten sich diverse Finanzjongleure an der I.G. Farben. 2003 meldete das Unternehmen Insolvenz an. Mit den Aktien der I.G. Farben wurde weiter aber spekuliert.

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  • dpa
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8 Kommentare zu "Von der Börse genommen: Der letzte Vorhang fällt für die IG Farben"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Dieser Link ist bezeichnend. Da müsste Aufarbeitung erfolgen, ich denke da hätte man genügend zu tun.
    Aber da kommt vieles ans Licht, was die Verantwortlichen auch heute noch vertuschen wollen.

    Und da bleibt eben nur die Aufarbeitung der Staasi. Bezeichnend ist auch, das sie zum Zwecke der Vermeidung von Versöhnungsgedanken aus den alten BL forciert wird.
    Und die eigentlichen Verbrecher, wie Schalck-Golodkowski wurden z.B. nach Bayern in "Sicherheit" gebracht.
    Und viele Karriere-Funktionäre aus DDR-Zeiten sitzen zuhauf in guten Positionen der Parteien und Wirtschaft.

  • @ Diamant

    ...und Amen. Danke für Ihre Moralpredigt. Nun aber war das Thema der Diskussion (und des Artikels nebenbei bemerkt) die Vergangenheit. Ihr Kommentar lehrt uns, was die heutigen Verhältnisse angeht, nichts Neues.

  • @ malz

    Na na...wer wird denn gleich ausfällig werden?
    Jedes System hat seine guten und schlechten Seiten. Auch im heutigen Deutschland ist auch nicht alles Gold was glänzt ;-)

    Die Stasi lebt - nennt sich jetzt BND also keine Streit hier...das muß man nur begreifen und nicht immer nur verleugnen.

    Im übrigen mal an alle, die sich hier immer so schön über Vergangenes rumstreiten - wir leben im Hier und Jetzt und nicht mehr im 3. Reich oder in der DDR. Gegenseitiges Rumgezanke und Schuldzuschieben bringt nichts außer das sich die "Mächtigen" in die Hände klatschen, weil die Bürger wegen ihren internen (unnützen) Querelen keine Zeit mehr haben, um über den Rest nachzudenken - z.B. den Quark den unsere Politiker in den letzten Jahren so verzapfen zu Ungunsten vom Großteil der Bevölkerung ;-)
    Nicht umsonst heißt das Sprichwort - wenn Zwei sich streiten freut sich der Dritte^^
    Solltet ihr mal drüber nachdenken...

  • Die IG Farben IL hatte nur den Zweck als "Ansprechpartner" und Klagegegner für die Opfer zu dienen, da man die BRD nicht für das NS Regime verklagen kann. Deshalb wird sie jetzt abgewickelt, da, soweit ich weiß letztes oder vorletztes Jahr, die Klagefristen abgelaufen sind und die letzten Prozesse beendet wurden. Deshalb hat die Abwicklung so lange gedauert. Wo liegt da das Problem?

  • @ ihr Kommentar kotzt einen an. Ziehen Sie doch nach Nordkorea aus und verschonen uns und die, die den Kommunismus(teilweise)am eigenen Körper erfahren haben, mit Ihrer Unbildung und Ihrer DDR-Nostalgie.

  • Alle haben Dreck am Stecken! Auch wenn der Nachfolger der IG Farben endlich abgewickelt wird, bleibt das Unrecht weiter erhalten. Bayer, BASF und Co. haben jegliche Zahlungen in den Fond für Zwangsarbeiter abgelehnt, da es ja die IG Farben noch gab und nur die dafür verantwortlich war. Aber am Krieg haben noch mehr verdient und wurden nicht behelligt. Die Quandts hatten Zwangsarbeiter in ihren Akkumulatorenwerk, die Krupps, die Flicks, ja sogar die Oetkers profitierten von Zwangsarbeitern. Und alle weigerten sich,in den Zwangsarbeiter-Fond einzuzahlen.

    Die wenigen, welche verurteilt wurden, waren wegen guter Führung nach 2 Jahren wieder frei.

    Es ist festzuhalten, dass der Staat, der heute zurecht die Verbrechen der DDR verurteilt, selbiges für die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht tut! Es liegt wohl daran, dass die Erben der Kriegsverbrecher die stärksten Lobbyisten der heutigen Regierungen sind.

    http://www4ger.dr-rath-foundation.org/GESCHAEFT_MIT_DER_KRANKHEIT/geschichte_pharmaindustrtie.htm

  • Nein, die fehlen nicht. Die DDR war ein grausamer Unrechtsstaat oder sind die Toten und in den Tod Getriebenen vergessen? Der Mut der Demonstranten. Gab's nicht, nein?

  • Über 65 Jahre braucht man in diesem Staat, um den Giftgashersteller des 3.Reiches zu schliessen? Millionen von Menschen wurden in den KZ damit vergast!

    Das ist bezeichnend für die Bundesrepublik. Und andererseits maßt man sich an, die DDR zu kritisieren und als Unrechtsstaat zu bezeichnen.

    Es fehlen die Worte ...