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Vor Corona-Gipfel Industrie warnt vor Lockdown der Produktion: „Grenzt an Harakiri“

Unternehmer setzen auf Sicherheitskonzepte in den Anlagen und fürchten massive gesamtwirtschaftliche Schäden. Einen Homeoffice-Zwang lehnen sie ab.
18.01.2021 - 17:29 Uhr 1 Kommentar
Die Mitarbeiter gingen mit den Hygiene-Regeln sehr verantwortungsvoll um, heißt es bei dem Chemiekonzern. Quelle: obs
Produktion im BASF-Stammwerk in Ludwigshafen

Die Mitarbeiter gingen mit den Hygiene-Regeln sehr verantwortungsvoll um, heißt es bei dem Chemiekonzern.

(Foto: obs)

Düsseldorf In der politischen Debatte über eine Verschärfung des Lockdowns warnt die Industrie eindringlich vor einer Stilllegung der Produktionsbetriebe. Die Anlagen ließen sich nicht „wie eine Glühbirne nach Belieben aus- und einschalten“, sagt Markus Jerger vom Mittelstandsverband BVMW. Ein totaler Lockdown würde insbesondere im produzierenden Gewerbe für viele Betriebe das Aus bedeuten und dadurch massiven volkswirtschaftlichen Schaden anrichten.

Ähnlich äußerte sich am Dienstag der Verband „Die Familienunternehmer“. Dessen Präsident Reinhold von Eben-Worlée sagte zu den Forderungen nach einem kompletten Shutdown der Industrie: „Das grenzt an Harakiri: Schließlich stellen wir mit unseren Stoffen und Produkten die Versorgung der Bevölkerung sicher.“

Am Dienstag soll beim nächsten Gipfel von Bund und Ländern über weitere Schritte zur Eindämmung der Corona-Pandemie beraten werden. Politiker haben bereits die Schließung von Industriebetrieben als mögliche Konsequenz der anhaltend hohen Infektionszahlen ins Spiel gebracht.

Allerdings zeichnet sich ab, dass die Ministerpräsidenten in dieser Frage uneins sind. Für Niedersachsens Landeschef Stefan Weil (SPD) ist ein Shutdown der Industrie keine Option: „Man muss sich einmal klarmachen, dass ein völliger wirtschaftlicher Stillstand mit gewaltigen Schäden verbunden ist“, sagte der SPD-Politiker am Montag.

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    Dabei geht es nicht nur um die wirtschaftlichen Auswirkungen für die Betriebe selbst. Die Chemieindustrie etwa prophezeit Versorgungsprobleme für die gesamte Wirtschaft und für das Gesundheitssystem, wenn sie ihre Werkstore schließen müsste.

    Experten erinnern an die Erfahrungen aus dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020. Die Auswirkungen waren nach einer Untersuchung des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung dauerhaft einschneidend. Zahlreiche Betriebe erlitten Produktionseinbrüche oder waren von Lieferschwierigkeiten der Zulieferer betroffen.

    „Arbeit von zu Hause aus schlicht nicht möglich“

    Die Studie zeigt, dass die Fertigung nach dem ersten Lockdown nur schleppend in Gang kam. So schnell sich eine Produktionsstätte stoppen lässt, so herausfordernd ist es, sie wieder hochzufahren. Das gilt besonders für die tief vernetzten Anlagen in der Chemie, aber auch für die Autoproduktion.

    Industriefirmen verweisen zudem auf ihre Sicherheits- und Hygienekonzepte. So wird in fester Schichtbesetzung gearbeitet, die Teams sind strikt voneinander getrennt. In Branchen wie Chemie und Pharma seien die Sicherheitsstandards so hoch, dass die Gefahr, sich im Betrieb mit dem Virus zu infizieren, eher geringer sei als vor den Werkstoren, sagte Michael Vassiliadis, Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, am Montag.

    Vassiliadis weist auch Forderungen nach einer Homeoffice-Pflicht für Unternehmen zurück: In vielen Industriebereichen sei die Arbeit von zu Hause aus schlicht nicht möglich. Die Verwaltungen der Chemie- und Pharmaunternehmen arbeiten bereits zum überwiegenden Teil im Homeoffice, wie Umfragen unter den Firmen zeigen.

    Deutschlands größter Chemiekonzern BASF hält eine Homeoffice-Pflicht für nicht zielführend. „Unsere Erfahrungen in den vergangenen Monaten zeigen, dass die Mitarbeiter mit den aktuell geltenden Abstands- und Hygieneregelungen am Standort sehr verantwortungsvoll umgehen und wann immer möglich von zu Hause aus arbeiten“, heißt es beim Dax-Unternehmen.

    Mehr: Härterer Lockdown naht: An diesen Stellschrauben könnte die Politik noch drehen

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    1 Kommentar zu "Vor Corona-Gipfel: Industrie warnt vor Lockdown der Produktion: „Grenzt an Harakiri“"

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    • Es grenzt nicht an Harakiri,es ist Harakiri !

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